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Die Welt · 1910-08-05 · 31 (5.8.1910) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
31 (5.8.1910)
Date
1910-08-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Delegierten dervMaccabaeans in ihren eignen Vereinen abgehalten werden sollen, genau so wie es im Jahre 1909 der Fall war, als, obgleich die Wahlen in dieser Weise stattfanden, Ihre Föderation Legitimationskarten an die Delegierten der Maccabaeans ausstellte. Diese Lage hat sich keineswegs verändert, da es am Tage vor dem nächsten Kongreß noch ebenso notwendig sein wird, daß die Delegierten des 0. A. M. ihre Legitimationskarten von Ihrer Föderation erhalten. Dies ist sicherlich ein klarer und überzeugender Beweis, daß die Autorität Ihrer Föderation in keiner Weise berührt ist. Überdies werden alle Mitteilungen unseres Zentralbureaus in England, soweit sie einen offiziellen Charakter haben, an Ihre Föderation allein gerichtet werden, welche die einzige anerkannte Vertretung der zionistischen Organisation in England und die einzige autorisierte Vermittlerin zwischen den Zionisten Ihres Landes und dem Aktionskomitee ist. Ich muß ferner darauf hinweisen, daß die vorgeschlagenen neuen Organisationsstatuten, welche auf dem nächsten Kongreß den ersten wichtigen Verhandlungsgegenstand bilden werden, ausdrücklich vorsehen, daß alle Zionisten irgendeines Landes Abgaben an die Föderation ihres Landes zu zahlen haben, selbst wenn sie zu nicht affiliierten Vereinen gehören sollten. Die Annahme dieses wichtigen Prinzips wird eine bedeutende Stärkung Ihrer Föderation und Verbesserung Ihrer materiellen Lage zur Folge haben. Das Ergebnis wird sein, daß auch das moralische Ansehen Ihrer Föderation bedeutend gesteigert wird. Diese vorgeschlagene Reform ist ein Ergebnis der Meinungsverschiedenheiten, die in Ihrer Mitte aufgetaucht sind, und sollte sich als eine wirksame und zufriedenstellende Lösung erweisen. Ich kann mir kaum denken, daß Sie mit einer so bedeutenden Reform in naher Sicht einen Akt ins Auge fassen sollten, der darauf hinzielen würde, die Stellung, die Sie bereits glücklich erreicht haben, zu untergraben. Wenn trotz meiner Aufforderung an Ihre Exekutive der Antrag betreffs der Auflösung Ihrer Föderation auf der Tagesordnung-bleiben sollte, so wende ich mich an Sie, ernst ich auf seiner Zurückziehung zu bestehen. Ich kann kaum glauben, daß Sie ernstlich die Möglichkeit erörtern können, die Tätigkeit Ihrer Organisation zum Stillstand zu bringen, beseelt, wie Sie alle sein müssen, von der Notwendigkeit des zionistischen Ideals für unser tägliches Leben. Der Zionismus ist etwas größeres und ausdauernderes als eine Organisation, aber wenn die Organisation zerstört wird, dann ist das Instrument verloren, wodurch der Zionismus zu einem lebendigen Faktor im Judentum gemacht werden kann. Es ist leichter zu zerstören, als aufzubauen, und Zerstörung im gegenwärtigen Falle würde nicht bloß beklagenswert sein, — es wäre ein Verbrechen. Sie können und sollen die Autorhat Ihrer Föderation durch eine Erneuerung Ihrer Energie und Tätigkeit, sowie auch durch Nichtbeachtung der nur formellen Angelegenheit, die die augenblickliche Situation verschuldet hat, unversehrt erhalten. Sie dürfen ferner nicht vergessen, daß Ihre Verhandlungen von den Zionisten in allen Ländern genau verfolgt werden, Sie trifft die Verantwortlichkeit, wenn Sie Schritte tun sollten, die Beunruhigung und Bestürzung in allen unsern Reihen verursachen würde. Noch einmal wende ich mich an Sie, mit der Bitte, daß Sie Ihre Tätigkeit zugunsten unserer Sache mit Energie und Enthusiasmus wieder aufzunehmen beschließen und Ihr Teil an dem Werke beitragen, das zu vollenden wir alle gelobt haben: die Wiedereinsetzung unseres Volkes als eine Nation im gelobten Lande. Mit Zionsgrüßen hochachtungsvoll David Wolffsohn. Die Versammlung duickte ihre Befriedigung über den Brief des Herrn Wolffsohn aus sowie über die Art und Weise, in welcher üie Ansprüche der English Zionist Federation nunmehr von der Zentrale anerkannt worden sind. Bezüglich der Resignation verschiedener Mitglieder der Exekutive, wie s;e bei der Konferenz angekündigt worden war, beschloß man einstimmig, die betreffenden Herren zu bitten, ihre Entscheidung nochmals zu erwägen, zumal angesichts der neuen, durchaus befriedigenden Sachlage, die nunniehr durch die Mitteilung des Führers der Bewegung geschaffen ist. Herr S. B. Rüben stein, Schatzmeister der Föderation, der eben- •alls resigniert hatte, wohnte dieser Sitzung auf besondere Einladung '^ei, und drückte auf Verlangen der Exekutive seine Bereitwilligkeit aus, seine Agenden als Schatzmeister weiterhin auszuüben. Schließlich wurde ein Subkomitee gebildet, welches damit betraut wurde, die vorgeschlagenen Statuten der zionistischen Organisaüon, die dem nächsten Kongreß vorgelegt werden, zum Gegenstand eines besondern Studiums zu machen. London. Dienstag den 26. d. M. abends fand im East End in der großen Synagoge Philpot Street anläßlich der Wiederkehr von Herzls Todestag eine Gedenkfeier statt, an der über 2000 Personen teilnahmen. Nach dem Maariwgebet, das von Rev. B. Kiselman aus der Great Garden Street Synagogue stimmungsvoll vorgetragen wurde, hielten die Herren Rev. A..Goldstein, Rev. E. M. Rabbinowitz (Vine Court Street Synagogue) und Rev. E. Regens bürg (Great Garden Street Synagogue) Gedenkreden in jüdischer Sprache, die einen tiefen Eindruck auf die andächtig lauschende Zuhörermenge hervorriefen. Mr. Joseph Co wen, der den Vorsitz führte, hielt eine englische Ansprache. Er forderte namentlich die Jugend auf, treu für die zionistische Sache einzustehen, die sowohl vom religiösen wie vom nationalen Standpunkte die höchste Bedeutung für das Judentum habe und allein geeignet sei, das Selbstbewußtsein der jüdischen Jugend wie ihr Ansehen in den Augen der Nichtjuden zu heben. Rev. J. K. Goldbloom, Präsident des Vereins „Zion" („Zion" Association of East London Zionists), von dem die Veranstaltung ausgegangen war, dankte im Namen des Vereins den Vorstehern der Synagoge, insbesondere deren Präsidenten Mr. Mark Moses, für die bereitwillige Überlassung der Synagoge und appelierte an die Juden des East End, die zionistische Bewegung nach Kräften zu fördern. Mr. Paul Goodman schloß sich der Dankeskundgebung für die Verwaltung der Philpot Street-Synagoge an, und führte aus, daß Herzl es wohl verdient habe, in einer Synagoge gefeiert zu werden, da er mehr als irgend ein anderer zeitgenössischer Jude dazu beigetragen habe, die Herzen der jüdischen Kinder ihren Vätern näherzubringen. — Eine bei dieser Feier eingeleitete Sammlung für den Herzlwald hatte ein gutes Ergebnis. Bulgarien Am 17., 18., 19. und 20. Juli hat in Warna die VII. Landeskonferenz der Zionisten Bulgariens stattgefunden, auf welcher nach Anhörung des Berichtes über den IX. Kongreß folgende Resolution beschlossen wurde: Die in Warna versammelte Landeskonferenz der Zionisten Bulgariens hat nach Anhörung des Berichts über die Tätigkeit und die Erörterungen des IX. Zionistenkongresses, erstattet von den zu diesem entsandten Delegierten aus Bulgarien, beschlossen, auf dem Herzischen politischen Zionismus, als alleinige Lösung der Judenfrage, unverrückbar zu verbleiben und die praktische Arbeit in Palästina als die natürliche Stütze desselben anzusehen, weshalb sie den Wunsch äußert, die beiden Teile der zionistischen Tätigkeit zu vereinen. Sie nimmt mit Freude Kenntnis von in der letzten Jahreskonferenz zuwege gebrachten Einigung und gibt sich der Hoffnung hin, daß die von dieser Einigung gezeitigten Bedingungen, der Leitung die Vollführung ihrer Aufgaben nunmehr erleichtern werden, um ihr so die Möglichkeit zu belassen, unsere Bewegung in die ihr zukommende Höhe zu bringen. Brief aus Konstantinopel (Von unserm Berichterstatter) Der Chachambaschi über Palästina ihr Korrespondent wurde vergangene Woche von S. E. Rabbi Haim Nahum Effendi zum ersten Male seit seiner Rückkehr aus dem heiligen Lande empfangen. . „Ich habe die Ehre," eröffnete ihr Korrespondent das Gespräch, „Ihre Eminenz zur glücklichen Wiederkehr von der Reise und zu dem errungenen Erfolge zu beglückwünschen." „Ich danke Ihnen." „Haben Sie mit Ihrer Reise nach dem heiligen Lande nur das eine Ziel verfolgt, den Frieden in Jerusalem herzustellen oder verbanden Sie noch andere Absichten mit ihr?" „Mein Ziel war ein dreifaches. Vorerst war meine Reise die Fortsetzung meiner mit Salonik und Adrianopel begonnenen „Tournee pastorale"; es handelte sich mir darum, meine Gemeinde kennen zu lernen, sie innerhalb ihrer und untereinander durch engere Bande zu verknüpfen und so den Boden für die gleichartige und gemeinsame kommunale Verfassung vorzubereiten, den sie erhalten sollen. Wenn sie nicht in sich konsolidiert und einander näher gebracht werden, so haben die später auf Grund

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