Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 31 (5.8.1910)
- Date
- 1910-08-05
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3315709-3316406-3316437--53543-3347328- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
No. 31 ■DflE^ELT 753 nicht mit richtigen Dingen zu. Viele befürchteten, .er möchte einen neuen Glauben gründen, und manche meinten, er .könne das Ende vor der Zeit bringen und es kämen Not und Schreck und Unheil über Israel. Und manche umgekehrt wähnten, daß er der Satan sei, und es habe ihn Qott geschickt, um Israel durch ihn zu prüfen. Damals begannen sie zu beten und zu fasten, nach den Vorschriften der Zaddikim und der großen Rabbis, daß ihn Gott vor der Zeit von hinnen nehme, wie er ihn vor der Zeit gesandt. Und alle Gottesfürchtigen und tätigen Frommen beteten gar viel gegen ihn, indem sie sagten: Noch ist es nicht die Zeit für solch erhabene Seelen und es >ei besser, redlich mit dem Herrn zu wandeln und der Ankunft des Erlösers zu harren, denn daß er käme, he das Geschlecht dessen reif sei. Und damals konnte auch der Knabe die Luft jener Stadt nicht mehr ertragen und das Getue der Menschenkinder, er verließ die Stadt, sein Hab und Gut, und (mg in den Wald, um dort in seiner Heiligkeit einsam zu sein, Weisheit zu sammeln, und hing sich an die höchsten Erhebungen, — bis die Körperlichkeit buchstäblich ihm ausging, sein Körper ihm schwer wurde daß er ihn nicht tragen konnte. Und es geschah. eines lichten Morgens, zu der Stunde, da die Welt dem Heiligen 'hingegeben ist; da kam ein feuriger Wagen mit feurigen Reitern aus, der Höhe, und Michael tat ab seine Gewandung, flog auf den Feuerrädern gen Himmel, — so nahm ihn Gott zu sich. Und es fiel eine Nachricht vom Himmel zu einem der Kabbalisten, der mit den obern Mächten im Verkehre war, des folgenden Inhalts: Kehret zur Ruhe zurück, denn er lebt nicht mehr auf Erden!" Die Erde wurde ruhig. Dann starb Samuel und auch der Rabbi, der vor dem Tode sich seiner Sünde bekannte.-- Und auf einer von den Versammlungen der Rabbis und der Großen verfügten sie, jeden Mann in den ■Bann zu tun, der fürder solches wagen sollte. Und schickten eine Abschrift des Bannspruchs in alle Zerstreuung Israels und geboten ihm in den Gotteshäusern zu verkünden und in den Büchern der Gemeinden mit der Geschichte niederzuschreiben. Und in einer solchen Abschrift hat der Verfasser diese Geschichte gelesen. o o o o o o o 1 o o o o o o o I AUS DER BEWEGUNG Die Palästina-Nummer der „Welt" rscheint am 17. Oktober d. J. Die umfassenden Vorbereitungen, die wir für diese Spezialnummer getroffen haben, lassen erwarten,, daß sie sich in jeder Beziehung als eine hervorragend wirksame Propagandaschrift W W W CsJ für Palästina DJ OJ CM DJ eignen und bei tatkräftiger agitatorischer Unterstützung seitens der Landesorganisationen, Distriktskomitees, Vereine und Vertrauensmänner, den verschiedenen palästinensischen und zionistischen Institutionen einen großen moralischen und materiellen Erfolg bringen wird. Die Nummer wird im Umfange von ca. 100 Seiten erscheinen und kostet bei direkter Zusendung innerhalb Deutschlands und Österreich-Ungarns 65 Pfennig, nach allen übrigen Ländern 75 Pfennig. Zionistischen Vereinen, Vertrauensniännern und Kolporteuren berechnen wir: für Deutschland und für alle übrigen Österreich-Ungarn: Land er: 10 Exemplare mit.....JC 6.— JC 7.— 25 „ „.....„13.75 „ 15.— 50 „ „.....„ 22.50 „ 25.— 100 „ „.....„ 40.— „ 45.— Da die Abonnenten der „Welt" die Palästina-Nummer gratis zugestellt erhalten, ersuchen wir unsere Freunde und Gesinnungsgenossen wiederholt, diese Gelegenheit für eine möglichst rege und intensive Propaganda zur Gewinnung neuer Abonnenten für die „Welt" auszunutzen. Vor Erscheinen der Palästina-Nummer und im Zusammenhang mit der Agitation für dieselbe, werden wir zu Beginn des III. Quartals einige allgemeine Propaganda-Nummern herausgeben, deren Versendung kostenlos erfolgen wird. — Ein gut gesichtetes, möglichst großes Adressenmaterial für diesen Zweck ist uns sehr erwünscht. Diejenigen Abonnenten, welche mit der Einzahlung des Abonnementsbetrages noch im Rückstände sind, wollen den entfallenden Bezugspreis unverzüglich einsenden, da sie sonst den Anspruch auf kostenlose Lieferung der Palästina- Nummer verlieren, Hochachtungsvoll Expedition „Die Welt" l o o O O 0 o o (^o J o o o o o Osterreich Wien. In seiner letzten Sitzung hat der Ausschuß der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler in Wien auf Anregung des Seminarleiters cand. phil. Max Präger beschlossen, während der Ferialzeiteii studentische Agitationsreisen in die bedeutenderen Provinzstädte der Monarchie zu veranstalten, auf denen durch Abhaltung rein agitatorischer und jüdisch-literarischer Vorträge unserer Bewegung neue Freunde erworben werden sollen. Für die Dauer der Ferien ist die „Halle" (Wien IX., Hahngasse 15) den ganzen Tag geöffnet und bietet allen jüdischen Studenten, die in Wien bleiben, mannigfachste Anregung durch ihr reichlich ausgestattetes Lesezimmer und ihre große Bibliothek. In Studienangelegenheiten erteilt die Ferialleitung, bestehend aus den Herren J. U. C. Max Körner, J. U. C. Ignaz Berl und phil. Chajim Wasser, bereitwilligst Auskunft.; Friedek. (Jüd. akad. Ferialverbindung „Hasmonäa.) Die Chargenwahlen für das Jahr 1910/11 ergaben folgendes Resultat: J. U. C. Hermann Grub er X, J. Ü- C. Leo Singer XX, exp. ak. Ernst Kolban XXX. Die Verbindung wird aueh heuer ihr erstes Ziel darin erblicken, durch Veranstaltung von Vortragsabenden, Diskussionen usw. die zionistische Idee in hiesigen. Bürgerkreisen zu verbreiten und zu propagieren. Deutschland Offenbach a. M. In der am letzten Sonntag stattgefundenen Versammlung der hiesigen Zionistischen Vereinigung, die sich trotz ihres erst kurzen Bestehens einer recht stattlichen Mitgliederzahl erfreut, hielt Herr Dr. Forchmann aus Frankfurt a. M. einen Vortrag über „Das Problem Herzl". Die bevorstehende Jahrzeit unseres Führers gab dazu besondern Anlaß. Der Referent entrollte ein fesselndes Bild unseres verewigten großen Führers. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine treffenden Worte. In der Diskussion hob Herr Selka, Frankfurt a. M., die Wichtigkeit der Ölbaumspende besonders hervor und berührte in Kürze die aktuellen Fragen der Bewegung, indem er auf den Anfang September in Frankfurt a. M. stattfindenden Delegiertentag hinwies, der für alle Zionisten vom größten Interesse sein werde. Nachdem die Herren Woidowski und Arbisfeld einen recht pessimistisch veranlagten Territorialisten Herrn Schullmann widerlegt hatten und der Referent noch einige aufklärende Bemerkungen machte, schloß Herr Selka die Versammlung. . Eine zugunsten des Herzlwaldes veranstaltete Sammlung hatte einen sehr günstigen Erfolg.