Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 28 (15.7.1910)
- Date
- 1910-07-15
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Sammelmittel größtenteils zurückgegangen sind. Diese Rückgänge sind unmöglich auf rein äußere Zufälle zurückzuführen; vielmehr müssen wir den Grund hierfür in einem Nachlassen der Propaganda in Versammlungen und in der Presse suchen. Diesen Schluß glauben wir vor allemausdem Aufschwung der Büchsensammlungen ziehen zu können, deren Erfolg weniger von der Propaganda, als von einer gut funktionierenden straffen Organisation bedingt ist, wie wir sie vermittels unserer Karthotek angebahnt haben. Das Goldene Buch weist zwar scheinbar einen noch bedeutend größeren Fortschritt auf; dieser ist aber zum größten Teil auf das Konto der Büchsen zu setzen. In einigen Ländern wurden nämlich — entgegen unserer Instruktion — sehr viele Büchsenerträge für Eintragungen ins Goldene Buch verwendet. Das Ergebnis der neu eingeführten Landspende ist zwar noch kein bedeutendes; der Grund hierfür liegt indes zweifellos darin, daß die Sammelstellen die Propaganda für dieses Sammelmittel erst nach dem Todestage Herzls in Angriff zu nehmen beabsichtigen. Bei Betrachtung der Ergebnisse aller Länder und Sammelmittel gelangen wir zu folgendem Schluß: Das Resultat jedes einzelnen Sammelmittels ist von einer unausgesetzten Propaganda abhängig. Die Einkünfte des N.-F. werden jedoch unserer Oberzeugung nach in Zukunft vornehmlich von den Ergebnissen der Büchsensammlung beeinflußt werden. Daß diese Ergebnisse sich vervielfachen, wird im wesentlichen davon abhängen, daß unsere Vertrauensmänner die Evidenzhaltung mit größter Pünktlichkeit durchführen und dafür Sorge tragen, daß jede Büchse mindestens zweimal jährlich geleert wird. Ein Ölbaumgarten als Jahrzeitspende. Wir bringen heute einen Ausweis über einen Ölbaumgarten aus Kiew, an den wir einige Bemerkungen knüpfen möchten. Unsere tätige, durch ihre öfteren hochherzigen Spenden bekannte Gesinnungsgenossin Frau Chaja Eßmann in Kiew teilt uns mit, daß ihre Familie aus Anlaß des Sterbetages ihrer Mutter einen Ölbaumgarten auf den Namen der Verewigten stifte und diese Spende in den folgenden Jahren zu wiederholen gedenke. Wir möchten an diese* Stelle der Familie Eßmann für diese Spende unsern herzlichen Dank aussprechen und wollen nicht versäumen, unsere Freunde auf diese sinnige Art der Ehrung Verstorbener nochmals aufmerksam zu machen. Eine Stiftung von 100 Bäumen in jedem Jahre bildet mit der Zeit ein so grandioses, lebendiges und doch fast unvergängliches Denkmal für einen lieben Toten, wie es niemals der kostbarste Marmor und das seltenste Erz werden kann. Und vielen unserer wohlhabenden Freunde, auch in nichtzionistischen Kreisen, wird eine solche Stiftung, an die sie stets beim Entzünden des Jahrzeitlichtes erinnert werden, zu einer lieben Gewohnheit werden, gleich den vielen milden Gaben, die sie an diesem Tage zu Ehren ihrer Toten zu verteilen gewohnt sind. — Für diejenigen aber, die nicht auf einmal 100 Bäume zu stiften vermögen, sollte der Jahrzeitstag eines ihrer Angehörigen stets eine Gelegenheit sein, um alle Freunde und Verwandte zur Pflanzung von Ölbäumen auf den Namen des Toten zu veranlassen. "AI ______ I SPENDENAUSWEIS \_l Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Österreich: (Adresse: Wien IX, Türkenstraße 9. — Publikationsorgan: „Jüdische Zeitung", Wien.) Vom 7.—13. Juni d. J. eingegangen und in Nr. 24 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Kr. 104.25 Selbstbesteuerung...............„ 90.60 Sammelbogen..................„ 35.70 Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„ 790.11 Ölbaumspenden................ . „ 224.20 Summe Kr. 1244.86 Jt 1051.90 Vom 14—21. Juni d. J. eingegangen und in Nr. 25 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Kr. 239.04 Selbstbesteuerung...............„ 15.02 Sammelbogen..................„ 85.05 Sammelbüchsen.................„ 49.65 Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„ 186.83 Ölbaumspenden.................„ 56.60 Summe Kr. 652.19 Jt 534.20 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Rußland: (Adresse: Dr. E. W. Tschlenow, Moskau, Mjasnitzkaja, Juschkow Per., HauSwRossija*4.—Publikationsorgan: „Rasswjet", St.Petersburg.) Vom 24. Mai bis 1. Juni d. J. eingegangen und in Nr. 24 des „Rasswjet" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Rbl.160.98 Selbstbesteuerung...............„ 417.02 Sammelbogen (russische).............„ 12.68 Sammelbüchsen................„ 383.39 Goldenes Buch (Vollzahlungen)*).........„ 200.— Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„165.25 Ölbaumspenden.................„ 158.20 Landspenden..................„ 31.74 Summe Rbl. 1529.26 Ji 3212.62 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Holland: (Adresse: H. Aronowitz, Amsterdam, Ruyschstraat 41. — Publikationsorgan: „De Joodsche Wächter", Amsterdam.) Vom 1.—30. Juni d. J. eingegangen und in Nummer 13 des „Joodsche Wächter" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden............. . Hfl. 44.74 Selbstbesteuerung................„ 3.25 Sammelbüchsen.................„ 323.24 Ölbaumspenden.................„ 14.40 Summe Hfl. 385.63 Ji 651.72 Frankreich: (Adr. E. Braunstein, Paris, 18 Rue St. Germain.) Ölbaumspenden: Sammlung beim Punch d'Honneur zu Ehren des Herrn Dr. Leon Reich und Frau anläßlich ihrer Abreise von Paris: Dr. Marmorek, Spanier ä Frcs. 5—, J. Salzmann, S. Aronstam ä 3.—, Isidor Friedmann 2.50, J. Berkelhammer, B. Baumgarten, Dr. Jacobson, D. Cantor, Handwerger, Lippa, Maurice, Lepschetz, N. Preiskel, G. Preiskel ä 2.—, N. N. 1.50, Volojinsky, *) Stehe die Rubrik „Eintragungen ins Goldene Buch", Nr. 3551—52.