Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 28 (15.7.1910)
- Date
- 1910-07-15
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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■NO.--28 Bemerkungen zur statistischen Tabelle der im ersten Halbjahr i9io in der „Welt" ausgewiesenen Spenden für den Judischen Nationalfonds. Das Ergebnis des ersten Halbjahres 1910 mit Ji 177198.87 weist gegenüber dem des .ersten Halbjahres 1909 mit Ji 166644.01 eine Steigerung von Ji 10554.86 auf. Allerdings steht dieses Resultat gegenüber dem Ergebnis des zweiten Halbjahres 1909 mit ca. J6 238995 allzuweit zurück. Indes ist hier zu berücksichtigen, daß das zweite Halbjahr durchweg bessere Resultate liefert, und daß die außerordentlichen Spenden der Frau Klur mit J6 30000 und der rumänischen Zionisten mit Jt 24000 auf das zweite Halbjahr entfielen. Es ist ferner zu berücksichtigen, daß die für den Genossenschaftsfonds gespendete Summe von ca. J6 37376 zumindest zu einem Teile einen Zuwachs für den N.-F. bedeutet, da die Spenden unter Frs. 100 dem N.-F. gehören und ihm vom Genossenschaftsfonds ebenso wie allen andern Spendern verzinst werden sollen. Indirekt kommt übrigens dieses ganze Unternehmen dem N.-F. zugute, da es ihm ermöglichen soll, seinen Grund und Boden seinem ursprünglichen Zwecke gemäß nutzbar zu machen. Wir können uns daher ruhig damit abfinden, daß unsere Sammler und Kommissäre einen großen Teil ihrer Propagandaarbeit den Sammlungen für den Genossenschaftsfonds widmen, und können wohl von einem fortgesetzten Aufschwung des N.-F. sprechen. Nachstehend lassen wir eine Tabelle folgen, welche die Ergebnisse der Sammlungen der einzelnen Länder in den drei letzten Halbjahren nach der Höhe ihres letzten Gesamtresultats veranschaulicht. Tabelle I. I. Halbjahr I. Halbjahr! II.Halbjahr 1910 1909 1909 Jl Jl Jl Rußland....... 49 993.91 47 378.59 11 246.05 Österreich....... 41 823.58 31 026.98 36 931.80 Deutschland..... 25 411.93 17 259.26 31 042.89 1 1 418.41 20 865.24 15 052.52 10 245.50 9 459.80 33 956.07 Süd-Afrika....... 8 331.46 7 809. II 14875.59 5 165.08 1 671.13 2 828.33 England........ 3 890.42 11 667.12 6 928.58 3 736.25 4 681.24 3 568.73 3 578.52 1 883.10 2 882.— Holland ........ 2 501.34 1 994.91 2 618.42 2 420.32 2818.59 1 517.53 1 908.58 1 352.14 i 736.96 1 564.93 2 037.40 1 586.34 Australien....... 1 222.81 73.44 394.70 1 012.50 181.84 255.— Schweiz ........ 842.87 556.76 721.28 Argentinien....... 531.28 2 108.07 2 587.83 Frankreich ....... 519.97 460.09 696.24 Brasilien........ 324.— 247.60 9.80 Skandinavien...... 137.76 120.36 15.98 81.39 302.34 505.56 30.20 18.20 318.12 Bemerkenswert ist, daß Rußland nach wie vor die erste Stelle behauptet trotz der vielen großen Schwierigkeiten, mit denen unsere dortigen Vertrauensmänner gerade in der letzten Zeit zu kämpfen haben. Von den größeren Sammelstellen hat Österreich den bedeutendsten 695 Zuwachs gegenüber dem letzten Halbjahr zu verzeichnen^ wie sich diese Sammelstelle denn überhaupt durch ihre systematische und planvolle Tätigkeit und die sich daraus ergebenden schönen Erfolge auszeichnet. Die große Zunahme des letzten halben Jahres verdankt sie allerdings einer außerordentlichen Spende (B. K.) von Frs. 10.000.— Obwohl Deutschland gegen das erste Halbjahr 1909 einen Fortschritt aufzuweisen hat, stehen die Sammlungen in diesem Lande noch immer in einem unverhältnismäßig großen Abstände hinter Österreich zurück. Hoffentlich wird die mit neuen Kräften gebildete N.-F.-Kommission in Berlin im nächsten Semester versuchen, Österreich den Rang streitig zu machen. Wenig erfreulich ist das Resultat in Nordamerika, wo ein beträchtlicher Rückgang gegen das zweite wie gegen das erste Halbjahr 1909 zu konstatieren ist. Dies ist um so bedauerlicher,, als wir im vergangenen Jahre dieser Sammelstelle eine große Anzahl Büchsen zur Verfügung gestellt haben, von denen wir einen bessern Aufschwung der Sammlungen erwarteten. Die auffällige Differenz der Eingänge aus Rumänien im letzten Halbjahre gegenüber denen im zweiten Semester 1909 erklärt sich durch die im vorigen Jahre erfolgte außerordentliche Spende der rumänischen Zionisten von ca. Jt 24 000.—, im übrigen ist die Entwicklung des N.-F. in Rumänien eine aufsteigende. Von den kleineren Sammelstellen hat Canada einen großen Fortschritt zu verzeichnen, der besonders auffällt gegenüber England, das bedauerlicherweise auf ein Drittel der Eingänge des ersten Halbjahres 1909 zurückgegangen ist. Wir können keine andere Erklärung für diese bedauerliche Erscheinung finden als die Differenzen zwischen den verschiedenen Gruppen, durch welche dieselben an einer gemeinsamen Anstrengung gehindert werden, um endllich einmal ein derZahl und Bedeutung der englischen Judenheit entsprechendes Resultat zu erzielen. Wir wollen hoffen, daß die in Betracht kommenden Gruppen einen Weg finden werden, um den Nationalfonds unabhängig von lokalen Streitigkeiten vorwärts zu bringen. Die Sammlungen in Argentinien, das in den vorhergehenden Perioden steigende Ergebnisse aufzuweisen hatte, sind im letzten Halbjahre, offenbar infolge der politischen Schwierigkeiten, Belagerungszustand usw. zurückgegangen, indes erwarten wir von dem Eifer der dortigen Gesinnungsgenossen, daß sie in den kommenden Monaten diesen Rückschritt wettmachen werden. Wir lassen jetzt eine Obersicht über die Ergebnisse der einzelnen Sammelmittel folgen. Tabelle II Allgemeine Spenden Selbstbesteuerung j Sammelbüchsen! Sammel- 1 bogen I. Halbjahr 1909 I.Halbjahr 1910 49 553.91 40 956.03 5 952.16 j 5 801.72; 23 367.86 24 896.13 7 781.95 4 043.41 Goldenes Buch Ölbaum-! spenden j Marken Telegramme I. Halbjahr 1909 I. Halbjahr 1910 33 765.98 61 010.58 30 151.08 28 518.96 13 104.— 9 533.81 2 473.35 j 1341.85 Wiewohl wir auf Grund der Tabelle I einen Fortschritt der Sammlungen zu verzeichnen haben, müssen wir doch feststellen, daß die Endergebnisse der einzelnen