Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 28 (15.7.1910)
- Date
- 1910-07-15
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 28 DIEÄBLT 693 Einige sehr interessante Worte über Judentum fallen in diesem schlichten geistvollen Buche: „Wer sein Vaterland in Deutschland sieht, kann nicht gleichzeitig ein strenggläubiger Jude sein. Ein Vaterlands- und Glaubensloser aber ist für mich ein Zwitterding, das ich verachte." „Es gibt kein Mittel, sich vom Judentum zu lösen, weil es nicht das Bekenntnis ist, das uns verbindet, sondern die Rasse. Und eine Rasse, die die Natur erhalten will, indem sie erbarmungslos alle Bemühungen der Assimilation zerstört." „Es gibt keinen Wortbruch gegenüber der Natur." „Und wenn die, die schon am längsten in der Sonne stehen, anstatt fahnenflüchtig zu werden, die Führer ihrer Rasse werden wollten, wir könnten in einem ganz neuen Sinn wieder die Auserwählten werden" ..... „Warum schütteln wir nicht den Staub von unsern Füßen und verlassen eine Welt, in der man uns nicht will"..... „Wenn der feste Wille da ist, findet sich sicher irgendwo ein Platz für Kolonisten, die mit Reichtum, Intelligenz und Körperkräften ausgerüstet sind" . .. Beherzigenswerte Worte, für die wir der Dichterin dankbar sind. Dr. M. Scherlag. Ewige Weisheit Spruchpoesie des Talmud, übersetzt von Max Weinberg Die #>hier dargebotene Auswahl von Sprüchen des Talmud ist, wie der Übersetzer im Vorwort bemerkt, das Ergebnis einer dreißigjährigen, mühsamen Auslese des einschlägigen Schrifttums. Es handelt sich hier um eine poetische Wiedergabe des im Urtext in Prosa behandelten Stoffes. Der Übersetzer hat sich, sowohl was den Gedanken selbst, als was auch die Form anbetrifft, meistens eng an den Urtext gehalten, daneben aber durch seine vorzügliche Wiedergabe sich als ein echter Poet und als ein Meister der Übersetzungskunst erwiesen. Was das Werk vor ähnlichen Versuchen noch besonders auszeichnet, ist außer der großen Reichhaltigkeit der genaue Quellennachweis für die meisten der dargebotenen Verse, wodurch das Buch einen hohen wissenschaftlichen Wert besitzt. Es eignet sich daher in hervorragender Weise zum Geschenkbuch für junge Leute wie für Erwachsene bei jeder Gelegenheit; es ist ein wertvolles Hand- und Nachschlagebuch für den Gelehrten und Kanzelredner wie für die Familie (Stammbuchpoesie usw.) und sollte daher in keiner jüdischen Famlie fehlen. Sehr zu empfehlen ist es auch zur Anschaffung für Vereins- und Schulbibliotheken und als Prämie in Religionsschulen. Le Traducteur, The Translator, II Traduttore, drei Halbmonatsschriften zum Studium der französischen, englischen, italienischen und deutschen Sprache. Der literarische Teil dieser Unterhaltungsschriften bietet in anregender Form in kleinen Novellen, Abhandlungen, Anekdoten, Gedichten usw., die teils einsprachig mit Anmerkungen, teils zweisprachig geschrieben sind, Kenntnis des fremden Landes, seiner Literatur, seiner Sitten und Gebräuche, seiner Handels- und Verkehrseinrichtungen. Übersetzungsübungen spornen den Leser zu eifriger Arbeit an. Stets finden sich Adressen junger Leute, die geneigt sind, mit andern Lesern in schriitlichen Verkehr zu treten behufs gegenseitiger Hebung der Kenntnisse in der fremden Sprache und zum Austausch von Zeitungen, Ansichtskarten usw.— Probenummern für Französisch, Englisch oder Italienisch kostenfrei durch den Verlag des «Traducteur» in La Chaux-de-Fonds (Schweiz). „M ä r z ", Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber: Ludwig Thoma und Hermann Hesse. Erstes Juniheft 1910. Preis M. 1.20, im Abonnement: das Quartal (6 Hefte) M. 6.—. Verlag von Albert Langen in München. Das englischjapanische Bündnis beleuchtet Otto Corbach im neuesten Heft in dem Artikel „England und Japan". In demselben Heft stellt Oskar Friedrich Luchner Betrachtungen über den „Österreichischen Völkerfrieden" an, Norbert Jacques schildert in einem fesselnd geschriebenen Artikel die Schönheit und Stärke des Kräfteakkutnulators „Belgien", Dr. Albrecht Wirth schreibt über die Ursachen des Aufstandes in Albanien. Sehr interessant ist auch der zweite Teil von Martin Wackernagels „Reise in der südlichen Basilicata". Der Artikel „Spinoza im Lichte Goethes" von A. Gordon behandelt ein sehr wichtiges literar-historisches Problem und zeigt, wie wenig jene Rassentheoretiker im Recht sind, die aus der universellen Persönlichkeit Goethes ein Zerrbild des germanischen Urtypus konstruieren wollen und deshalb den Einfluß der spinozistischen Philosphie auf Goethes Weltanschauung, der ein großer und tiefgreifender war, leugnen. In dem Artikel „Städtebau" zieht Eugen Kalkschmidt das Ergebnis aus der Allgemeinen Städtebauausstellung in Charlottenburg für die ästhetische Entwicklung des modernen Städtebildes. Sehr reichaltig und interessant ist auch der Glossenanteil von Heft II. des „März." Der Tempel in Brüssel. Auf der Weltausstellung Brüssel befinden sich sowohl in der künstlerischen Abteilung des Buchgewerbevereins im Deutschen Haus, wie auch in der Abteilung der Buchgewerbekünstler die Deutschen Dichterausgaben des Tempelverlags. Sie finden daselbst unausgesetzt hohe Anerkennung und Aufmerksamkeit und die über die Vitrinen gebeugten Besucher widmen ihnen nur bewundernde Worte. Daß der Ausbau der Tempelklassiker in ununterbrochener Weise stattfindet, davon überzeugen uns die eben erschienenen Fortsetzungen. In der Goethe-Ausgabe sind in 3 neuen Bänden herausgekommen die Abteilungen: „Sturm und Drang", die „Jugenddramen", die „klassischen Dramen", „Die Leiden des jungen Werthers", und „Wilhelm Meisters Lehrjahre". Von der Heine-Ausgabe ist der Band mit „Shakespeares Mädchen und Frauen, Pantomimen und Memoiren" neu herausgekommen. Die Kleist-Ausgabe liegt mit dem 5. Band „Heinrich v. Kleists Leben, Werke und Briefe von "Dr. Arthur Eloesser vollständig vor uns. Dieser Band enthält in biographischer Folge unter Einflechtung der wichtigsten Briefe Kleists alle Erklärungen und Erläuterungen zu seinen Werken. Dem bekannten Herausgeber ist es auf eine hervorragende Weise gelungen, alles Philologische und Kritische in die monographische Folge einzuschmelzen. Dieser Abschluß der Tempel- Kleist-Ausgabe findet fast gleichzeitig mit der Enthüllung des Kleist-Denkmals in Frankfurt a. O. statt, auch die Kleist-Ausgabe des Tempelverlags ist ein künstlerisches Gedächtnismal für den großen Dichter. Der im Verhältnis zur künstlerischen Qualität der Ausgaben billige Preis (in Leinen M 3.—, in Halbleder M 3.75 deJ Band) dürfte dem Tempel jeden zum Freunde machen, dem es Ernst um die moderne Kultur ist. Nach Schluß des Blattes eingetroffen England Der Beschluß der Jahreskonferenz mit Bezug auf den Order of Ancient Maccabeanshat das Exekutiv- Komitee der English Zionist Federation veranlaßt, bei der am nächsten Sonntag abzuhaltenden Halbjahreskonferenz der Federation zu beantragen, die Federation aufzulösen. Es bestehen aber gegründete Aussichten, daß das Exekutiv-Komitee seinen Antrag, welcher in einer äußerst schwach besuchten Sitzung des Komitees angenommen worden ist, noch vor der Halbjahreskonferenz zurückziehen oder wenigstens die Vertagung der Behandlung bis zu einer spätem Versammlung der Federation vorschlagen wird. F THE PALESTINE LAND DEVELOPMENT COMPANY LTD. Sie bezweckt auf kommerzieller Basis unter Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. den Erwerb, die Ameliorierung und Parzellierung größerer Grundstücke in Palästina für eigene und für fremde Rechnung behufs Schaffung neuer Siedlungen (Kolonien); 2. die Anlage und Pflege extensiver und intensiver Kulturen für eigene und für fremde Rechnung; 3. die systematische Ausbildung und allmähliche Seßhaftmachung jüdischer Landarbeiter in Palästina. 1 Grunderaktie kostet £ 50.—.— Jt 1025.— 1 Nainensaktie „ „ 1.—.— „ 20.50 1 Vorzeigeraktie „ „ 1.1.6. „ 22.— Zahlungen für Rechnung der P. L. D. C. nehmen folgende Banken entgegen: The Jewish Colonial Trust Ltd., London E. C, Walbrook, Brook House. A. H. Heyniann & Co., Berlin N.W. 7, Unter den Linden 59. Die Gesellschaft ist laut ihren Statuten zur Annahme von Teilzahlungen nicht berechtigt. Die Gesellschaft steht im ersten Betriebsjahr. Nähere Auskünfte erteilt das Bureau der P. L. D. C, Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35. LECIIf Appetitanregendes Kräftigungsmittel Lecintabletten1 für blutarme Rekonvaleszenten, Wöchnerinnen, Schulkinder. für nervöse Blutarme (auch für Kinder), : in Apoth. od. franko ab Fabrik g. Einsendg.\. Ml .20:1 Probeflasche Lecin,für 7 Tage ausreichend, „ „ „ „ 2.20:80 Lecintabletten f. 30-40 Tage ausreichend. Lecinwerk Hannover (Dr. E Laves).