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Die Welt · 1910-06-17 · 24 (17.6.1910) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
24 (17.6.1910)
Date
1910-06-17
Page
– (sequence 11)
Language
German
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No. 24 DIE3^I Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 30. Juni 1910 abläuft, werden nochmals um rechtzeitige Erneuerung des Abonnements ersucht. Posterlagscheine bzw. Zahlkarten zwecks kostenloser Überweisung der Abonnementsbeträge gehen den Abonnenten in den nächsten Tagen zu. Die besondere Aufmerksamkeit unserer Leser möchten wir nochmals auf die PaIästina=Nummer der „Welt" hinlenken, die zu Beginn des Herbstes erscheinen wird. Wir haben große Vorbereitungen getroffen, um durch eine textlich und illustrativ reiche Ausstattung der Palästina-Nummer das Interesse weiter jüdischer Kreise für Erez-Israel zu wecken und zu stärken. Diese Nummer soll aber mehr als eine bloße Propagandaschrift werden. Sie soll in kurzer, übersichtlicher Zusammenstellung alles Wesentliche enthalten, was das gegenwärtige und das historische Palästina an Wissenswertem bietet. Neben dem Gelehrten von Ruf soll der praktische Kolonist, neben dem Pädagogen der Volkswirt, neben dem Kaufmann der Künstler zu Worte kommen/ Der ernste und hohe Zweck, den wir mit der Herausgabe dieser Nummer anstreben, kann jedoch nur erreicht werden, wenn unsere Freunde und Gesinnungsgenossen in allen Ländern rechtzeitig für die Verbreitung der Palästina-Nummer tätig sein werden. Darum wenden wir uns schon jetzt an alle Zionisten mit der Bitte, allerorten eine großzügige Aktion für die Verbreitung der Nummer einzuleiten. Von der zweiten vermehrten Auflage der Herzl-Gedenknummer ist nur mehr ein geringer Vorrat auf Lager. Es können daher nur jene Bestellungen, die uns unverzüglich zugehen, ausgeführt werden. Die Expedition der „Welt", Köln a. Rh., Karolingerring Nr. 31. Ein Artikel des Herrn Trietsch In der Nummer 17 des Frankfurter „Iraelitischen Familienblattes" erschien folgender Artikel des Herrn Davis Trietsch über die Deutsche Palästinabank, der zur gleichen Zeit auch in einer Anzahl anderer Zeitungen erschien: „Von der deutschen Palästinabank" Vor einigen Tagen wurden die Aktien dieser Bank zum ersten Male an der Berliner Börse notiert. Der Kurs war 112°/'o. In dem soeben erschienenen Geschäftsbericht pro 1909 wird festgestellt, daß das Berichtsjahr infolge des Boykotts gegen österreichische Waren, infolge mittelmäßiger Ernten und gedrückter Preise im Interessengebiet der D. P. B. nicht günstig gewesen ist. Der Bericht fährt fort: „Trotz dieser Umstände und trotz einer sich merklich fühlbar machenden scharfen Konkurrenz nicht nur der alteingesessenen, sondern auch neuer Bank- LT — 589 Unternehmungen, die ihr Interessengebiet auf Syrien und Palästina auszudehnen beginnen, haben unsere östlichen Filialen dank der ihnen zugewiesenen größern Betriebskapitalien ihren Kundenkreis, ihre Umsätze und Erträgnisse in erfreulicher Weise vergrößern können." In der Tat weist die Bilanz einen Reingewinn von 825,755.61 Jf> auf ein Kapital von 5 Millionen dt auf. Dies entspricht einem Gewinn von mehr als 16V2°/o. Es wurden 300,000^ (also 6%) an Dividenden verteilt. Ein wesentlich größerer Betrag, nämlich 333,712.22 Jl wurden über die statutarische Verpflichtung (5°/i>) hinaus dem Reservefonds zugeteilt, der damit auf 10% des Gesamtkapitals ergänzt wurde, und der Rest des Reingewinnes ging auf Tantiemen, Abschreibungen, Vortrag auf neue Rechnung usw. Vergleichen wir hiermit die Tätigkeit der Anglo-Palästine Cie., so fällt zunächst ins Auge, wie anders von unserer, das heißt von zionistischer Seite die Chancen des palästinensischen Geschäftes betrachtet werden. Wir hatten durchaus die Möglichkeit, einen gleichen und selbst einen höheren Betrag in Palästina arbeiten zu lassen, aber unsere maßgebenden Bankleute sagen ja, es wäre keine Verwendung für mehr als die bereits dort arbeitenden Gelder. Wenn man bedenkt, daß unsere Banken in Palästina nicht nur * mit Juden, sondern auch mit Christen und Moslems arbeiten, so ist freilich nicht einzusehen, weshalb es der deutschen Palästinabank möglich sein soll, größere Kapitalien zur Verwendung zu bringen als unsere Geldinstitute, und wir wollen hoffen, daß wir solche Argumente in Zukunft nicht mehr zu hören bekommen. Die Angio-Palestine Cis. hat mit ihren Filialen in Palästina meiner wiederholt geäußerten Ansicht nach außerordentlich viel geleistet im Verhältnis zu dem, was früher geschehen war. Wenn wir aber sehen, daß sowohl der Umfang ihrer Geschäfte, wie auch das finanzielle Ergebnis weit hinter dem eines Institutes zurückbleiben, das an der Bevölkerung des Landes einen viel geringeren Rückhalt hat als unsere Institute, .so zeigt das, wie wenig befriedigend der Geschäftsgang zu nennen ist irn Verhältnis zu den Möglichkeiten des Landes. Es kommt eben darauf an, wie eine Sache von den maßgebenden Leuten betrachtet wird. Die Leiter der deutschen Palästinabank haben alles Vertrauen zu ihrem Arbeitsfelde. Bei uns aber wird zögernd unter dem Druck der öffentlichen Meinung und im Wege des Kompromisses zugestanden, was längst in wesentlich größerem Umfange hätte bewirkt werden sollen. — Bei uns wird, was die Bewegung erfordert, abgelehnt oder verschoben „aus geschäftlichen Gründen", die Deutsche Palästina-Bank aber, die doch nur geschäftliche Zwecke verfolgt, findet ihren Weg, das durchzuführen, was ihr Gewinn bringt, und was in unserem Falle so viel mehr wäre als nur Geschäftsgewinn — nämlich Fortschritt der Bewegung! Unser Zögern hat uns u. a. an die zweite Stelle gerückt an Plätzen, wo wir die ersten hätten sein können: in Haifa, in Gaza und in Damaskus ist uns die deutsche Palästinabank zuvorgekommen. Auch sonst können wir einiges aus der Bilanz der deutschen Palästinabank lernen. Wir finden dort langfristige Kredite in Höhe von über 5 Millionen Mark angegeben. Die Warenvorschüsse betreffen über 3lA Millionen, und unter den Aktiven befinden sich auch Grundstücke, die zu erwerben die Bank offenbar eine hinreichende rechtliche Form gefunden hat und deren Verkauf zu gelegener Zeit beabsichtigt wird. Bei uns streiten noch zwei Parteien. Die einen verlangen ein Max.murn der Tätigkeit in Palästina, die andern bremsen soviel als möglich und es hat den Anschein, als ob sie nur konzedieren möchten, was sie unbedingt müssen. Ich bringe die Lehren des Berichtes der deutschen Palästinabank zur öffentlichen Kenntnis, um damit die Position derjenigen zu stärken, die die Mittel unserer Banken so bald als tunlich ihrem Zweck zugeführt wissen wollen, nämlich der Arbeit in Palästina." Herr J. H. Kann, der Leiter der A. P. C. schickte dem Frankfurter „Isr. Familienblatt" folgende Erwiderung, die das Blatt in seiner Nr. 19 brachte und die auch den anderen Blättern, welche den Artikel des Herrn Trietsch gebracht hatten, eingesandt wurde: „In Ihrer Nummer vom 6. Mai war ein Artikel „Von der deutschen Palästina-Bank" zu lesen, die vom Verfasser, Herrn Davis Trietsch, als Beispiel für die Anglo Palestine Company hingestellt wird. Ich zweifle nicht daran, daß Herr Trietsch sich in Banksachen für sehr kompetent betrachtet, halte es aber dennoch für notwendig, seinen Artikel mit den Mitteilungen der „Frankfurter Zeitung" vom 19. April d. J. zu,vergleichen. Es heißt dau. a.:

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