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Die Welt · 1910-05-27 · 21 (27.5.1910) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
21 (27.5.1910)
Date
1910-05-27
Page
– (sequence 13)
Language
German
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No. 21 DIE2^ELT 523 Herzl-Feiern Die Wiener Herzlwoche wurde am 21. d. M. mit einer großen Versammlung im Hotel Continental abgeschlossen. Die Festredner waren Abg. Adolf Stand und Dr. Schalit, die reichen Beifall geerntet haben. Sonntag den 22. d. M. strömten Hunderte von Zionisten und Herzlverehrern zum Döblinger Friedhof. Bei der Hochschule für Bodenkultur formierte sich ein langer Zug aus den Mitgliedern der jüdischen akademischen Korporationen, der zionistischen Vereine und der Poale-Zion-Organisation Wiens, die schweigend an dem Grabe Theodor Herzls defilierten. Es wurden keine Ansprachen gehalten. Das schöne Frühlingswetter begünstigte die weihevolle Demonstration. Bielitz. Anläßlich des 50. Geburtstags Herzls fand hier eine imposante Kundgebung für imsern verewigten Führer, veranstaltet vom Bürgerverein „Haschachar" und der Mädchen- Ortsgruppe „Esther ', statt. Schon lange vor Beginn war der Saal bis aufs letzte Plätzchen gefüllt. Der Obmann des „Haschachar". Herr Sobel, begrüßte die zahlreich erschienenen Anwesenden, darunter die Kultusvorstände von Bielitz und Biala. Hiernach ergriff der Festredner dieses Abends, Herr Prof. Dr. Adolf Kurrein, Rabbiner in Teplitz-Schönau, das Wort zu seinen glänzenden Ausführungen. Am Beginn seines Vortrags hielt der Festredner unserm Führer einen warmen Nachruf und besprach anschließend daran die Einrichtungen, die Herzl ins Leben gerufen hatte, unter besonderer Betonung der Olbaumpflanzuiig. Herr Dr. Kurrein richtete somit an die Anwesenden die Aufforderung, Ölbäume für den Herzlwald zu spenden, indem er hervorhob, daß wir damit Herzls Andenken am schönsten ehren können. Zum Schlüsse seiner Rede erwähnte Herr Dr. Kurrein noch die Jugend, die Hoffnung Herzls, die jetzt schon fast durchweg zionistisch ist, eine Tatsache, die für die weitern Erfolge des Zionismus die besten Erwartungen verspricht. Nach der Festrede, die auf die Zuhörer den tiefsten Eindruck machte, folgte eine Akademie. Besondere Erwähnung verdienen die Vorführungen des „Jüdischen Turnvereins", der, wrie immer, eine Glanzleistung bot und dein vom Publikum begeistert zugejubelt wurde. Prof. Dr. Julius Werner hielt das Schlußwort, in dem er nochmals zu Spenden für Ölbäume im Herzlwald aufforderte; es wurden auch tatsächlich 10 Ölbäume gesammelt. Mähr.-Ostrau. Der hiesige jüdische Volksverein \,Zi6n" beging in besonders feierlicher Weise den 50. Geburtstag Theodor Herzls. Dank dem Entgegenkommen der Kultusgemeinde-Vorstehung, welche die Abhaltung eines Festgottesdienstes mit Predigt veranlaßt^ gestaltete sich die Feier zu einer ebenso würdigen, wie imposanten Kundgebung. Das große Gotteshaus war his auf das letzte Plätzchen dicht gefüllt, und es waren Damen und Herren aller Gesellschaftskreise anwesend. Die Mitglieder der Kultusgemeindevorstehung waren fast vollzählig mit dem Präses, Herrn Dr. Hilf, an der Spitze erschienen; ferner waren alle jüdischen Vereine von Mähr.-Ostrau und Umgebung sowie auch die Leitung des mähr.-schlesischen Distriktskomitees vertreten. In seiner ausgezeichneten, überaus wirkungsvollen Predigt gedachte Herr Rabbiner Dr. Spira der unvergänglichen Verdienste, die sich Herzl um das jüdische Volk erworben, und schilderte das Leben und Wirken des so früh heimgegangenen großen Mannes. In sehr interessanter Weise behandelte Herr Dr. Spira die Entstehung des Zionismus und seinen Zusammenhang mit den Grundsätzen der heiligen Schrift. Herr Oberkantor M. Löwy leitete in bekannt gediegener Weise den gesanglichen Teil des Gottesdienstes und brachte insbesondere die Hatikwah unter Assistenz des Chores in der vollendetsten künstlerischen Weise zum Vortrage. Ebenso wirkte das nach der Predigt dem Andenken Herzls geweihte „El mole rachamim", von Herrn Oberkantor Löwy herrlich gesungen, auf das nachhaltigste. Es war eine erhebende Feier, die wohl all den vielen Anwesenden unvergeßlich bleiben wird und die unserer Bewegung ohne Zweifel neue Anhänger zuführen dürfte. Allen Faktoren, die das Zustandekommen dieser Veranstaltung förderten,, insbesondere aber der Mähr.-Ostrauer Kultusgemeindevorstehung, gebührt herzlichster Dank. Königsberg i. Pr. Die Königsberger Zionistische Vereinigung veranstaltete am 18. Mai im großen Saale des Artushof eine Herzlgedenkfeier. Mit dem „Herzltrauermarschw von Perlzweig, den Herr Dagobert Grinzberg weihevoll zu Gehör brachte, und einem von Dr. Harry Moses mit schlichter Würde gesprochenen Prolog wurde der Abend eingeleitet. Dann ergriff Herr Eabbiner Dr. Joseph Stolp das Wort zur Gedenkrede, in welcher er Theodor Herzl als den Mann der Tat und des starken Willens feierte, der uns im Kampf um unsere heilige Sache stets Meister und Vorbild gewesen ist und es auch bleiben wird, bis wir am Ziel sind. Die \ tiefempfundenen Ausführungen lösten starken Beifall aus.___ Frankfurt a. M. Donnerstag den 19. Mai spracli hier in einer von der zionistischen Ortsgruppe einberufenen öffentlichen Versammlung der Parteisekretär Herr Blumenfeld über das Thema: Das jüdische Wirtschaftsproblem. Es gelang ihm, wissenschaftliche Tiefe mit Popularität des Vortrags in geschickter Weise zu vereinigen und aus der von ihm gezeigten wirtschaftlichen Lage des jüdischen Volkes die zionistischen Schlußfolgerungen zu ziehen. Auf die Versammlung machten seine Ausführungen offensichtlich starken Eindruck. Nürnberg. (Verband der zionistischen Ortsgruppen Bayerns.) Sonntag, den 29. Mai, 8*2 Uhr abends, findet im Restaurant Goldschmidt, Karolinenstraße 23, ein öffentlicher Vortrag des Herrn Kurt Blumenfeld, Parteisekretärs der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland", über „Jüdische Kolonisationsbestrebungen" statt. Gäste herzlich willkommen. Sitzung des Engeren Aktionskomitees Am Dienstag den 24. Mai fand im Zionistischen Zentralbureau zu Köln eine Sitzung des Engeren Aktionskomitees statt, an der sämtliche Mitglieder desselben, Präsident Wolffsohn, J. H. Kann und Prof. Warburg, teilnahmen. Außerdem wurden zu den Beratungen zugezogen der Vorsitzende des J. N. F., Herr Dr. Bodenheimer, Herr Agronom Aaronson, Herr Dr. W. Münk aus Berlin, sowie der Direktor des Zentralbureaus Herr S. Hoofien und Herr Dr. M. Rosenbliith als Sekretär. Den Hauptpunkt der Verhandlungen bildete die Vorbereitung der bevorstehenden Jahreskonferenz. Die Tagesordnung derselben wurde durchbesprochen und festgestellt. Ausführliche Beratungen fanden statt über die Neueinrichtungen innerhalb der Organisation, welche das E. A. C. der Jahreskonferenz vorschlagen wird. Das der Jahreskonferenz vorzulegende Budget für das nächste Jahr wurde durchberaten; der Jahreskonferenz werden Vorschläge für die Deckung der vorgesehenen Ausgaben unterbreitet werden. Es wurde beschlossen, die Beschlußfassung über die Presseangelegenheiten bis zur Jahreskonferenz auszusetzen. Herr Prof. VV arburg erstattete Bericht über den Fortgang der Arbeiten der Agrar-Kreditbank-Kommission. Herr Dr. Oppenheimer wird über das Projekt der Siedlungsgenossenschaft sowie über seine Reise nach Palästina der Jahreskonferenz referieren. Herr Agronom Aaronson, der nunmehr aus Amerika zurückgekehrt ist, berichtete über die landwirtschaftliche Versuchsstation in Palästina, deren Zustandekommen gesichert ist. Ferner wurden über eine Reihe organisatorischer und interner Angelegenheiten eingehende Beratungen gepflogen und Beschlüsse gefaßt. The Anglo-Palestine Company Limited Geschäftsbericht nebst Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 1909 Auch im verflossenen Jahre haben unsere Geschäfte einen recht befriedigenden Fortgang genommen. Außer den gewöhnlichen Bankoperationen, wie Diskontierung und Bevorschussung von Wechseln und Vorschußerteilung auf Wertpapiere und Waren, welche unsere sämtlichen Filialen in Palästina betreiben, hat die Jaffaer Zentrale noch ganz besondere Aufmerksamkeit ihren geschäftlichen Beziehungen zu den Kolonisten, Bodenbesitzern und Pflanzungsvereinen zugewendet und dieselben wiederholt durch Darlehen unterstützt.

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