Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 20 (20.5.1910)
- Date
- 1910-05-20
- Page
- – (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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464 DlE^ELT No. 20 drücken, daß das glänzende Dreigestirn: Ludwig Hevesi, Max Nordau und Theodor Herzl allesamt jüdische Kinder der ungarischen Donau sind. (Scheint es doch überhaupt, als ob dieser mächtige Strom in der Erweckung und Aufzucht der speziell feuilletonistischen Rasse von Belang ist.) Mein jugendlicher Freund wuchs zusehends. Und wenn er mir, wie ja §o oft, gar zu schön kam, konnte ich's nicht verwinden. Da eilte ich denn an meinen Arbeitstisch, um ihm zu sagen, wie ich ihn für seine jüngste Arbeit gar so gern umarmen möchte. In seiner liebwerten Weise nannte er sich dann „meine HÖTEL EDLA(£1ERHOF IN EDLACH, N.-ö. Sfldbahnstation Payerbach-Reichenau. EOlACHERMOF. KOLACH. INTERURBAN. TELEPHON EDLACH Nr. I. *. *. Potlv«4 T«(«imp»t<i.»i»l EdUt». edlachcrhof, f 1 4**>frv6L~ fL^j^, k^^, U^jU <cu. pZtk. y^a^udt fU^JJ- , ^^-JuA- ■v~0-ryZ<^-^<Ai f , l^-^^i^JUL —'^Jf- «^-W CUui. -T*^, -^Ct^^ ^U^^/^ ^^>i^^^ <4^U~^y^ t^f^AL ^'^C ^Lm Zucht" und verlieh mir in devot-souveräner Machtfülle den Titel „Meister". (Ich erwähne diese Details als Kennzeichen seiner herzgewinnenden Bescheidenheit und Anhänglichkeit, und will damit gewiß nicht geflunkert haben.) Sie waren ihrer zwei: Bruder und Schwester. Diese um fünf Jahre jünger. Er, ein Ebenbild des schönen, stattlichen Vaters. Sie, das Konterfei der — ich kann's wohl sagen — hinreißend schönen Mutter. Denn ich kannte sie, die herrliche Frau, als sie noch Frl. Nancy Diamant hieß. Himmel! Ist das ein süßes und stolzes Mädchen gewesen! Im ästhetisch-chemischen Laboratorium der Schöpfung hat eine glückliche Mischung diese beiden meist gegensätzlichen Reize in Eins verschmelzt. Ich bin ihr gar oft noch als unreifer, jedoch schwärmerischer Junge, vom Stadtwäldchen bis an ihr Haus, weit oben an der langen Königsgasse nachgelaufen. In meiner Begeisterung nannte ich sie bald Judith, bald Königin von Saba, bald wieder Noemi oder Rachel. Sie muß auch heute noch die schönste Matrone aller fünf Weltteile seih. Nun weint sie auf dem Qrabe des geliebten Gatten, der angebeteten Tochter, des vergötterten Sohnes. Diese seine, in der verheißenden Blüte ihrer Jugend dahingegangene Schwester auf dem Gottesacker an der Kerepeser-Straße zu besuchen, erschien er jedes Jahr in Budapest und sprach nach seinem traurigen Gang auch bei mir vor. Da rang er die schmalen Hände, und es rannen die Tränen in seinen dunkelwallenden, seidenweichen Vollbart. Ich kann mir kein zutreffenderes Bild eines jugendlichmächtigen Moses denken, als diesen herrlichen Mann, . J?fc#Wdr Rcdaction «nd Administration Witt, /X„ Tätk€HStrass( 9. ^föievi, den 21t 190 3 kuU^ tiJU _ «^~~o^A~ «NtKU JI^^AL^M. "v^W ^U^yt q^T^ j0~uZjL / cLo-oU. 4«-* mä-Ciaav" 7<****jt-* ^Jh « , 4. o * fra^seU^ <*><^L -e~~-*-u n^jjh 'V^. 7^^^^ f^-* ^»^*-*-*^^* y cdUU^JL tJ^ - - T: "SJUj^ , *~ ^*u— jCicjL . *V^tJ< . J<- *frlJU« 0<xA^f EU- M f***v~--\ *£**T% Ivb- MyQ-f-JL**. ^^a-**-**-*-** «4 Ai^ JoU. UU fi^ — ^,"3 . Y+^bkf* ■oJ(. V^'^ ^Zw^— A+Jta-r £T~^**~2> oC^. JUu. aJf 4*^ *T '717t -< cu++ j^jjprtu^ •^—t^V '-/tzL ^^V^w s. -vä^ — su^u. , U~ tUU J--^Jt -^U^ruA- «a^v-C*- - e jj> . yw-ea ~* Aus einem Brief an Frau Rosalie Rosenfeld in Groß-Becskerek. der ja auch in manch anderm Betracht die Sendung des Gewaltigen antreten sollte. Ein Jahr vor seinem Tode war ich sein Gast in Wien. Sein begeisterter Jünger, der inzwischen auch heimgegangene begabte Baukünstler Marmorek, war mit geladen. Ober Tisch wurde der Zionismus als Gesprächsstoff ausgeschaltet. Um so reichlicher floß der von jüdischen Händen gekelterte palästinensische „Haute-Sauterne", den ihm die Getreuen aus dem Lande Mizraim als „Schlachmones" eingeschickt hatten. Nach Tisch führte er uns in die Kinderstube. Ein prächtiger Knabe stürmte uns entgegen, und zwei süße kleine Mädchen flogen in den Schoß des glücklichen Vaters und herzten ihn. Versonnen saß er da, um dann über die Lebensäußerungen des Kindes mit philosophischer Tiefe, mit rührender Poesie und einem Reichtum an überquellender Liebe zu sprechen, so daß wir alle, Tischgenossen und Freunde, begeistert aufhorchten.