Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 18 (18.5.1910)
- Date
- 1910-05-18
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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410 DIE^ELT No. 18 legungen auf die einzelnen Landsmannschaften nach Maßgabe der Schekelanzahl und der finanziellen Leistungsfähigkeit zu repartieren. Ein Beispiel: Gesamtösterreich (ohne Ungarn und Kroatien) hat z. B. 110 o der letztjährigen Schekelsumme und fast 17 °/o derNationalfondsspenden aufgebracht. Ich würde vorschlagen,Österreich 15% der aufzubringenden 50000 Frs., d. s. 7500 Frs., aufzuerlegen, ein Betrag der sehr leicht hereinzubringen-ist Hiervon müßte, bei Anwendung desselben Schlusses, Galizien 3500 Frs., die Bukowina 500 Frs. und Westösterreich gleichfalls 3500 Frs. beisteuern. In Westösterreich entfielen auf jeden Distrikt ca. 1200 Frs., die wiederum auf die Vereine aufzuteilen wären. So kämen z. B. in Mähren mit zwölf Bürgervereinen (die zwölf Studentenvereine lasse ich außer Betracht) auf jeden Verein 100 Frs., die durch Repartition auf die Mitglieder spielend aufgebracht werden können. Die Vorteile einer solchen Methode der Kontingentierung und Konskription sind klar. Zunächst würde durch eine einmalige kleine Anstrengung der Fonds in wenigen Wochen geschaffen und die Sammlungen, die jetzt furchtbar zersplittert sind, um einen Sammelzweck entlastet sein. Noch höher ist aber der moralische Effekt zu werten. Nicht nur, daß eine solche Leistung nach außen und innen imponieren und unser Kraftbewußtsein stärken würde, wir hätten außerdem ein neues und wichtiges Mittel für die Aufbringung von größeren Fonds erprobt, welches bei jedem einzelnen Zionisten das Verpflichtungsgefühl gegenüber der Organisation stärken würde. Man wird mir einwenden, daß durch dieses System verhindert werden könnte, daß größere Spenden als vorgeschrieben erfolgen, und daß die Lust am freiwilligen, spontanen Geben dadurch schwinden müsse. Das trifft aber nicht zu. Ich empfehle, das System nur für einzelne Zwecke anzuwenden, besonders dort, wo es sich um die rasche Aufbringung einer bestimmten Summe handelt, und überlasse alle anderen, namentlich den Nationalfonds, völlig der Gunst oder Ungunst freiwilliger Spenden. Außerdem will ich ja nicht den ganzen Betrag, der notwendig ist, konskribiren, sondern lasse eine ansehnliche Summe (10u/o) für größere freiwilige Spenden offen. Schließlich steht es auch jedem Verein frei, ..die Art der Aufbringung der aufgelegten Summe der freiwilligen Übereinkunft seiner Mitglieder zu überlassen. Ich denke, der Versuch ist der Probe wert. Gelingt das Experiment dann soll der vorgeschlagene Modus auch bei andern Gelegenheiten angewendet werden, aber nicht häufig, sondern nur bei besonderen Anlässen und bei Zwecken, deren Dringlichkeit und Wichtigkeit jedermann einleuchtet. Bei zu häufiger Anwendung der Konskription würde tatsächlich die Sammelfreudigkeit aufhören, im Gegenteil Klagen über die hohen Steuern, genau so wie gegenüber" dem Staate, laut werden und eine „Organisationsverdrossenheit" Platz greifen. Die große Kunst besteht hier, wie bei allen andern sozialpsychologischen Aufgaben, darin, die richtige Mitte zu finden. Ich bin aber fest überzeugt, daß gerade bei der Siedlungsgenossenschaft der Versuch glücken müßte, und empfehle dringend, ihn zu machen. Haben wir doch selbst einmal Vertrauen in uns, setzen wir unsere Organisation einer Belastungsprobe aus, dadurch stählen wir sie mehr als durch hundert Appelle! Wien. Adolf Böhm. SPENDENAUSWEIS I _,_ J Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Osterreich: (Adresse: Wien IX, Türkenstraße 9. — Publikationsorgan. „Jüdische Zeitung", Wien.) Vom 4.—11. April d. J. eingegangen und in Nr. 15 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Kr. 136.89 Selbstbesteuerung...............„ 50.90 Sammelbogen..................„ 59.38 Sammelbüchsen.................„ 135.33 Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„ 1222.97 Summe Kr. 1605.47 Jt 1356.62 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Rußland: Adresse: Dr. B. W. Tschlenow, Moskau, Mjasnitzkaja, Juschkow Per., Haus„Rossija".—Publikationsorgan: „Rasswjet", St.Petersburg.) Vom 15.—22. März d. J. eingegangen und in Nr. 13 des „Rasswjet" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden . . ........ .Rbl.186.10 Selbstbesteuerung...............„ 27.98 Sammelbogen (russische).............„ 46.43 Sammelbüchsen................ „ 250.20 Goldenes Buch (Vollzahlungen)*).........„ 100.— Ölbaumspenden.................„ 166.30 Summe Rbl. 777.01 Jt 1662.80 *) Siehe die Rubrik »Eintragungen ins Goldene Buche, Nr. 3457. Vom 22—29. März a. St. eingegangen und in Nr. 14 de s „Rasswjet" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden................Rbl.264.28 Sammelbogen...................„ 26.10 Sammelbüchsen.........< ■.......„ 222.25 Goldenes Buch (Vollzahlung)*)............„ 100.— Goldenes Buch (Teilzahlungen; . ...........„101.27 ölbaumspenden.................... 85.— Summe Rbl. 798.90 Jt 1709.64 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für England: (Adresse: Jewish National Fund Commission for England, London E 4, Fulbourne Str. 150. — Publikationsorgane: „Jewish Journal" und „Jewish Express", London.) Vom 2.—15. April d. J. eingegangen und im „Jewish Journal" und „Jewish Express" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............£ 3.17.— Goldenes Buch (Teilzahlung)............„1. 3.— Summe £ 5.— Jt 102.— Bulgarien Bei der Commission SupSrieure Banque et Fonds pour le Judaisme Bulgare, Tatar-Bazardjik, eingegangen und im „Haschofar", Philippopel detailliert ausgewiesen. Allgemeine Spenden..... Frcs. 602.35 Büchsen............ „ 181.50 Goldenes Buch (Vollzahlung)**) . „ 250.— Ölbaumspenden....... „ 170.95 Summe Frcs. 1204.80 Jt 963.84 Eingegangen beim Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln: Allgemeine Spenden: Köln: Julius Löwy gratuliert Familie Glaser, Prag, zur Geburt eines Töchterchens............Jt 1 — Bonn: Gesammelt von Frau Max Schatz bei der Verlobung von Frl. Anna Steinberg mit Herrn Willy Levy, beide z. Zt. M. Gladbach............. „ 20.30 *1 Siehe die Rubrik „Eintragungen ins Goldene Buch", Nr. 3458. **) S. die Rubrik: „Eintragungen ins Goldene Buch", Nr. 3460.