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Die Welt · 1910-08-12 · 32 (12.8.1910) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
32 (12.8.1910)
Date
1910-08-12
Page
– (sequence 18)
Language
German
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DIE^ELT No. 32 JUeDISCHfR MATIQHAL-FOMDS)fJf Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, in Palästina Grund und Boden als unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes zu erwerben. Vom V. Zionistmkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hat er bereits die Höhe von über 2 Millionen Mark erreicht- MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Gesinnungsgenossen! Agitiert am TISCHOH-BEAW eifrig für den Jüdischen Nationalfonds! Sammelt für die LANDSPENDE! (1 Dunam 50 Frcs., 40 Mark, 10 Dollar, 2 £ usw.) Jeder Jude sollte sich einen Anteil am Lande der Väter sichern! Moses Montefiore Das jüdische Volk hat es von jeher vermieden, das Bild seiner Großen in Erz und Marmelstein aufzustellen. Es hielt die Denkmäler, die sich die Toten in den Herzen des Volkes errichtet hatten, für würdiger und dauernder. Von diesem Brauch ist der jüdische Stamm bis heute nicht abgewichen, und seine Großen leben in seinem Andenken fort, und das Andenken dieser Gerechten bleibt zum Segen. Am siebenten des Monats Ab 5670(12. August 1910) ist ein Vierteljahrhundert verflossen, seitdem ein Mann im allerhöchsten patriarchalischen Alter uns entrissen wurde, den unsere Väter und Großväter für das jüdische Volk haben rastlos wirken sehen, und dessen segensreiche und unermüdliche Arbeit für unsern unsteten Wanderstamm bis weit hinein in unsere Tage reichte. Moses Montefiore, der Sprößling einer hochangesehenen Adelsfamilie aus dem spanischen Galuth, der am 8. Cheschwan 5545 (24. Oktober 1784) seinem Volke geschenkt wurde, und der länger als ein Jahrhundert lebte, hat sein ganzes langes und unermüdlich tätiges Leben der nationalen Arbeit für das jüdische Volk gewidmet. Wo es galt, für die unterdrückte Nation einzutreten, da war Montefiore zur Stelle, bald im eisigen Rußland, bald unter der glühenden Sonne der Berberei, heute in seiner freien englischen Heimat, morgen in dem von Krisen und Kriegen durchwühlten arabischen Orient. Die Macht seines Namens, der große Einfluß, sein hohes Ansehen und seine rastlosen Bemühungen waren oft genug von Erfolg gekrönt, und selbst die erfolglos verlaufenen Versuche hatten als Achtungserfolge erheblichen Wert. Montefiore war im vollsten Sinne des Wortes ein Nationaljude. Ihm ging die Ehre und die Wohlfahrt seines Stammes über alles. Selbst seine Heirat muß in diesem Sinne betrachtet werden. Als er Judith Cohen heimführte, durchbrach er das Vorurteil der sephardischen Juden Nordeuropas, die es bis dahin verschmähten, mit aschkenasischen Juden eheliche Verbindungen einzugehen. Er hatte es nicht zu bereuen. Denn Judith Montefiore war die würdige und gleichwertige Gattin, die ihm fünfzig Jahre lang eine h;jd ny, eine ihm gleichstrebende Gefährtin war. In seinem Vaterlande England war er an der Erringung der Bürgerrechte für die dortigen Juden voll beteiligt. Die Würden, die ihm zuteil wurden, — er wurde bereits 1837 Sheriff von London und Middle-Sex — übernahm er, indem er nicht bloß sein Judentum nicht versteckte oder gar verleugnete, sondern indem er gerade als Jude diese Ehren annahm, durch die er weniger sich selbst als seinen Stamm geehrt sehen wollte. Im Jahre 1845 eilte er nach Rußland, um sein gewichtiges Wort für unsere Brüder in die Wagschale fallen zu lassen. Er erreichte einen Ukas, wonach den Juden gestattet wurde, Liegenschaften, Grundeigentum zu erwerben und in die Handelsgilden einzutreten.

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