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Die Welt · 1910-08-12 · 32 (12.8.1910) · page 15

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
32 (12.8.1910)
Date
1910-08-12
Page
– (sequence 15)
Language
German
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der vorigen Nummer der „Welt" jenen bezüglich der Ansiedlung von Arbeitern des Filigranateliers am Bezalel auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds mitgeteilt. Ein zweiter, vom Palästinaamt herrührender Antrag, der gleichfalls den Bezalel betrifft, ging dahin, einen Anbau an die Bezalelhäuser aufzuführen, der maximal bis zu 12 000 Frcs. kosten dürfte. Das Teppichatelier des Bezalel sei nämlich, wie das Palästinaamt berichtet, für die sich ständig vergrößernde Zahl der Arbeiterinnen (gegenwärtig ca. 100) zu klein geworden. Da die Bezalelhäuser dem J. N. F. gehören, handle es sich um eine Amelioration, bzw. um Ausbau seines Besitztums. Überdies sei der Bezalel bereit, sich mit einem Drittel an den Kosten zu beteiligen. Es wurde beschlossen, den Anbau unter der Bedingung aufzuführen, daß die Qesamtkosten von 12 000 Frcs. nicht überschritten werden und daß der Verein Bezalel sich an den Kosten mit einem Drittel, zahlbar in drei Jahresraten, beteilige. Arbeiterheinistätten Die Frage der Arbeiterwohnungen, welche ein Haupthindernis der Seßhaftrnachung jüdischer Arbeiter in den Kolonien bildet, beschäftigt seit langem die Leitung der zionistischen Organisation sowie die N. F. -Verwaltung. Der letzte Kongreß hat bekanntlich zu der Frage in der Weise Stellung genommen, daß er folgenden Antrag des Herrn Dr. Pasrnanik angenommen hat: „Der Nationalfonds wird beauftragt, bei Wahrung seiner statutarischen Bestimmungen noch in diesem Jahre mit dem Bau von Arbeiterwohnungen zu beginnen in allen denjenigen Kolonien, wo eine größere Anzahl von jüdischen Arbeitern schon vorhanden ist." Die letzte Sitzung hat nun über diese Frage eingehend beraten, insbesondere im Hinblick darauf, daß jetzt Aussicht vorhanden ist, auch andere in Palästina interessierte Gesellschaften zu veranlassen, sich an der Bildung eines Arbeiterheimstättenfonds zu beteiligen. Das Direktorium beschloß, 20 000 Frcs. als Beitrag des Nationalfonds zur Gründung eines Arbeiterheimstättenfonds zu bewilligen. Der vom Nationalfonds geleistete Beitrag soll jedoch, ohne die Beteiligung von anderer Seite abzuwarten, sofort zur Verfügung gestellt und zur Erbauung eines Hauses für ledige Arbeiter in Petach Tikwah verwendet werden können. Sämtliche Häuser und Baulichkeiten sollen unter gewissen Bedingungen Eigentum des J. N. F. werden. Es wurde weiter in Aussicht genommen, daß auch die Gelder der David und Fanny Wolffsohn-Stiftung dem gemeinsamen Arbeiterheimstättenfonds zufließen. Diese Stiftung soll jedoch innerhalb des allgemeinen Fonds in einer noch zu bestimmenden Form weiter bestehen bleiben. Landspende Der Vorsitzende berichtete über Ansuchen amerikanischer Vereine betreffs Überlassung, beziehungsweise Verpachtung von zusammenhängenden Parzellen für Mitglieder der erwähnten Vereine, welche mindestens eine Summe für 50 Dunam zu der Landspende beitragen. Das Direktorium beschloß, den Vorsitzenden zu ermächtigen, ein Statut auszuarbeiten, auf Grund dessen, Vereinen, welche eine gewisse Summe aufgebracht haben, zusammenhängende Parzellen in Erbpacht gegeben werden sollen. Es wurde ferner beschlossen, gemäß den von verschiedenen Sammelstellen geäußerten Wünschen, Ratenzahlungen für die Landspende entgegen zu nehmen, jedoch nicht in kleinernTeilbeträgen als von einem Zehntel Dunam, das sind: ein Dollar, vier Mark, fünf Francs usw. Es wurde noch eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, die sich auf die Verbesserung von Nationalfondsboden durch Anlegung von Brunnen und Wasserleitungen beziehen, und ferner bezüglich solcher Angelegenheiten, die sich vorläufig der öffentlichen Erörterung entziehen, Es sei zum Schluß im allgemeinen hervorgehoben, daß die Nationalfondsverwaltung wieder eine Reihe von Schöpfungen inauguriert *hat, die von höchster Bedeutung für unsre Kolonisation zu werden versprechen, die aber unsere Mittel dermaßen in Anspruch zu nehmen geeignet sind, daß wir an alle Freunde desNationalfonds den dringenden Appell richten, mit noch größerer Energie als bisher bei jeder Gelegenheit für den Fonds zu agitieren. Wir sind fest überzeugt, daß es keines besondern Rednertalentes bedarf, um, im Hinblick auf die bereits geleistete und noch in Zukunft zu leistende Tätigkeit des Nationalfonds in Palästina auch die bisher indifferenten Juden für unsere Institution zu gewinnen und zu reichen Spenden zu veranlassen. Die Aufforstung Palästinas Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, hat die Israelitische Kultusgemeinde zu Dessau mit Unterstützung der von ihr verwalteten Fonds der Baronin Cohn von Oppenheim-Stiftung der P. L. D. C. den Auftrag gegeben, für ihre Rechnung einen Olivenwald am Tiberiassee anzulegen. Es ist vereinbart worden, daß für die Zeit von 98 Jahren die israelitische Kultusgemeinde zu Dessau die alleinige Nutznießerin dieser Pflanzung sein soll, während nach Ablauf von 98 Jahren die Pflanzung dem Jüdischen Nationalfonds anheimfallen soll. Die Dessauer Gemeinde, die den Anregungen unserer dortigen Gesinnungsgenossen und ganz besonders des Herrn Kantors Blitz Folge gab, hat sich hierbei von dem Wunsche leiten lassen, zur Aufforstung des Landes der Väter beizutragen und gleichzeitig den Juden neue Erwerbsgelegenheit in Palästina zu verschaffen. Neben diesen Erwägungen dürfte für den Entschluß der Dessauer Gemeinde gewiß auch der Umstand maßgebend gewesen sein, daß der Olivenwald seiner Nutznießerin erhebliche Erträgnisse abwerfen wird. Das Vorgehen der israelitischen Kultusgemeinde zu Dessau wird voraussichtlich auch andere Gemeinden innerhalb und außerhalb Deutschlands zur Nachahmung anspornen und dadurch der Kolonisation Palästinas neue Kräfte zuführen. Österreich Karlsbad. Am 21. Juli fand im Saale des Restaurant Lincoln die Herzlfeier vor einem sehr zahlreichen Publikum statt. Die Gedenkrede hielt Herr Rechtsanwalt Lach mann aus Königshütte. Die tief ergreifenden Worte des meisterhaften Redners über Herzls Leben und zionistisches Wirken übten ungemeine *Wirkung. Eingeleitet wurde die Gedenkfeier durch einen von M. U. C. Waither Kohner schön gesprochenen Prolog. — Am 1. August fand im großen Kurhaussaale eine ebenfalls vom hiesigen Verein Zion veranstaltete Versammlung statt, die der Propagierung des Histadruth Ibrith, des neugegründeten Vereins zur Pflege und Verbreitung der hebräischen Sprache und Kultur, diente. Der Chachambaschi von Saloniki, Rabbi Jacob Meir, der hebräische Schriftsteiler

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