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Die Welt · 1910-04-22 · 16-17 (22.4.1910) · page 28

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
16-17 (22.4.1910)
Date
1910-04-22
Page
– (sequence 28)
Language
German
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378 --^_ DIE des K. Z. V. die Sache der Opposition verficht. Im übrigen ist auch der erste Teil der Behauptung nicht richtig. Vielmehr gehört von den Mitgliedern des K. Z. V. nur eine Minorität zur Opposition, insbesondere von den alten Herren unseres Wissens nur 3 oder 4. Allerdings lehnt das K. Z. V., wie bereits zur Zeit des Ugandastreites, so auch diesmal ab, auf seine Mitglieder nach irgendeiner Richtung hin einen Druck auszuüben, und es zeigt sich wiederum, daß dank dieser Haltung auch die größten parteipolitischen Meinungsverschiedenheiten innerhalb des K. Z.V. nicht das herzliche Gefühl der Zusammengehörigkeit und Kameradschaftlichkeit unter den K. Z. Vern, mögen sie Aktive oder alte Herren sein, zu trüben vermögen. Bei dieser Gelegenheit möchten wir auch die seltsame Vermutung zurückweisen, daß die kürzlich von der „Hasmonaea" in Gemeinschaft mit dem „Freien zionistischen Diskussionsklub veranstalteten Debattierabende eine „Festlegung des K. Z. V. in oppositioneller Richtung" hätten demonstrieren sollen. Diese Abende sind lediglich zu dem Zwecke veranstaltet worden, das durch Oppenheimers Artikel wieder „aktuell gewordene" Problem des jüdischen Nationalismus in einem nicht gar zu großen Kreise theoretisch zu erörtern, und sie haben diesem Zwecke auch, wie wir glauben, durch ihr erfreulich hohes Niveau einigermaßen gedient. Das von irgendeiner, von uns leider noch nicht namhaft gemachten Persönlichkeit ausgesprengte Gejücht, es sei für den ersten dieser Abende die Annahme einer gegen das engere A.-C. gerichteten Resolution geplant gewesen, ist demnach nichts als eine törichte oder böswillige Erfindung. Wenn aber geäußert worden ist, daß schon die bloße Talsache einer gemeinsam mit dem „Freien zionist. Diskussionsklub" erfolgten Veranstaltung eine Feindseligkeit gegen die Leitung der Bewegung darstelle, so müssen wir das energisch zurückweisen als eine häßliche und kleinliche Gesinnungsriecherei, die sicherlich eine Persönlichkeit, wie sie der von uns K. Z. Vern aller Richtungen hochverehrte Präsident des E. A. C. ist, am wenigsten sympathisch anmuten dürfte. Das Präsidium des K.2. V. I. A.: Conrad Kaiser (A. H. der Verbindung im K. Z. V. Hasmonaea). England Jahresversammlung des Order of Ancient Maccabeans (Schluß aus Nr. 15.) Es wurden folgende Resolutionen einstimmig angenommen: 1. Die Jahresversammlung beschließt, ein Komitee einzusetzen zur Ausarbeitung eines Entwurfes für die Gründung von Vereinen, welche speziell die Inangriffnahme von landwirtschaftlichen, industriellen oder kommerziellen Unternehmungen in Palästina durch die Mitglieder dieser Vereine und für ihre Rechnung bezwecken sollen. (In das Komitee, das im Sinne obiger Resolution eingesetzt wurde, wurden folgende Mitglieder gewählt: Rev. J. Rafalovich, J. Morris und Sol. Cohen, Liverpool, E. W. Rabbinovicz, London, B. Turtledove, Manchester, J. P. Torlowsky, Nottingham, und Sol. Goldberg, Leeds.) 2. Palästina ist und soll im Sinne des Ordens immer bleiben die einzige Stätte der nationalen Wiederaufrichtung. Und da es wesentlich ist, daß diese nationale Regeneration in Palästina öffentlich-rechtlich anerkannt werde, müssen im Sinne der Kongreßbeschlüsse alle Gelegenheiten wahrgenommen werden, die sich dem jüdischen Volke von Zeit zu Zeit darbieten, um den Boden, die Industrie und die kulturellen Kräfte des Landes, soweit als möglich, den Interessen des jüdischen Volkes dienstbar zu machen. Demgemäß sollen die zionistischen Fonds des Ordens zur Förderung dieser Zwecke nach Maßgabe der Beschlüsse des Hohen Rats und der Exekutive verwendet werden. 3. Die Jahresversammlung fordert sämtliche Mitglieder des Ordens auf, den Beschluß des neunten Kongresses betr. die Erwerbung von mindestens 1 Dunam Land in Palästina auszuführen. Der Ankauf der einzelnen Parzellen soll durch Vermittlung des Ordens erfolgen, und es soll, sobald genügendes Areal erworben ist, eine landwirtschaftliche Kolonie in Palästina begründet werden, die den Namen des Order of Ancient Maccabeans trägt. 4. Es ist Pflicht eines jeden Ordensmitgliedes, die Palestine Land Development Company sowie die „Ivria" zu unterstützen. Die Jahresversammlung beschäftigte sich sodann mit den Bestrebungen des Ordens betr. seiner Anerkennung als unabhängige Federation und faßte nach längerer Debatte folgende durch den Mt. Hermon Beacon (Liverpool) vorgeschlagene Entschließung : Die Jahresversammlung hält an der Stellung des Ordens als einer unabhängigen zionistischen Organisation fest, fordert die Leitung des Ordens auf, diese Unabhängigkeit unverbrüchlich zu wahren, [ELT — No. 16 und ermächtigt den Großen Rat, alle notwendigen Schritte zu unternehmen, um die Anerkennung der Selbständigkeit des Ordens beim Aktionskomitee zu erwirken. Nach Schluß der Jahresversammlung fand in der Banquetting Hall des Viktoria Hotel ein von den Joint Manchester Beacons veranstaltetes Festessen statt, das einen sehr angeregten Verlauf nahm. Ein hebräisches Herzl=Qedenkbuch Der Verlag „Tuschijah" wird demnächst anläßlich der 50. Wiederkehr von Herzls Geburtstag ein hebräisches Herzl-Gedenkbuch herausgeben. Mit der Redaktion dieses Buches, das auch zahlreiche Illustrationen enthalten wird, ist Herr Dr. Jakob Klatzkin betraut worden. Druckfehlerberichtigung In der Nummer 15 der „Welt" vom 15. April muß es~ in dem Aufsatz von Dr. Max Nordau, S. 328, Spalte 1, statt: „Soll unsere Leitung Private in beiden Welten aufsuchen und sie von Rechts wegen überreden, in Palästina Land zu kaufen?" heißen: „ . . . und sie von Amts wegen überreden, . . ." Rußland Ein „Pogromantrag" vor der Duma Der Abgeordnete Nisselowitsch wird in den nächsten Tagen dem Präsidenten der Reichsduma Gutschkow einen von vielen Mitgliedern der Opposition und der Mitte unterschriebenen Entwurf über die Aufhebung des jüdischen Ansiedelungsrayons einreichen. Daraufhin hat die extreme Rechte beschlossen, dem Beispiel des Adelskongresses zu folgen und einei Gegenentwurf zur Beratung zu stellen! Dieser bezweckt die Veranstaltung eines moralischen Pogroms größten Stils; er hat die völlige Entrechtung der Juden zum Ziel. In dem Entwurf wird den Juden der Besuch aller privaten wie staatlichen Mittel- und Hochschulen untersagt. Nach den weitern Vorschlägen sollen Juden kein ärztliches, kein Advokaten- und Lehrerdiplom besitzen, keinen Handel betreiben, keine Gilde zahlen, keine Immobilien besitzen dürfen. Es soll ihnen weder erlaubt sein, Herausgeber oder Redakteure von Zeitungen zu sein, noch Fabriken oder Druckereien zu besitzen oder irgendeinen öffentlichen Dienst zu bekleiden; vom Heeresdienst sollen sie unter allen Umständen ausgeschlossen werden. Es wäre genau dasselbe und einfacher, wenn vorgeschlagen würde, den Juden einfach das Leben zu verbieten. Der finnländische Senat und die Schechitahfrage Auf Verlangen des General-Gouverneurs Seijn übermittelte ihm der finnländische Senat das Protokoll über die Schechitahfrage in Finnland. Der Senat machte bei dieser Gelegenheit dem General - Gouverneur die Mitteilung, daß die Majorität des Senats die Bitte des Helsingforser Rabbiners, das Schächten in Finnland zu gestatten, ablehnen wird. Brief aus Konstantinopel (Von unserm Berichterstatter) Wieder die Blutlüge Die Juden von Parsa, einem kleinen Städtchen unweit von Smyrna, standen jüngst unter dem Schrecken der Verleumdung des Ritualmordes; sie waren beschuldigt, ein drei Monate altes Kind geraubt zu haben. Der sofort angerufene Generalgouverneur von Smyrna gab glücklicherweise sofort die nötigen Orders zum Schutze der Juden. Auch der griechische Metropolit versprach, unverzüglich das Seinige zur Beruhigung der erregten Christengemüter zu veranlassen. Ottomanische Bodenkreditinstitute Die vereinigten Sektionen des Staatsrates studieren gegenwärtig die folgenden beiden Konzessionsgesuche: 1. Der Herren Menasche und Fernandez, Vertreter der Gruppe der „Banque francaise", um Erlaubnis zur Gründung eines „Credit foncier Ottoman" mit einem Kapital von einer Million türkischer Pfund, 2. des Me. Salem, Vertreters der Gruppe der „Banque de Paris" und der „Societe nationale ottomane", um Erlaubnis zur Gründung einer Hypothekenbank mit einem Kapitale von zwei Milionen türkischer Pfund.

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