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Die Welt · 1910-04-22 · 16-17 (22.4.1910) · page 23

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
16-17 (22.4.1910)
Date
1910-04-22
Page
– (sequence 23)
Language
German
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No. 16 DlE^Ki ELT 373 An unsere Leser! Die heutige Passah= Ausgabe der „Welt" erscheint als Doppelnummer 16/17. Die Nummer vom 29. April fällt infolge des Passah»Festes aus. Die nächste Nummer gelangt am 6. Mai a. c. zur Ausgabe. Diejenigen Abonnenten, die mit der Einzahlung des Abonnementsbetrages noch im Rückstände sind, werden dringend ersucht, den Abonnementsbetrag umgehend einzusenden, damit in der Zustellung der Blätter keine Unterbrechung eintritt. Der besonderen Aufmerksamkeit unserer geehrten Leser empfehlen wir den Aufruf auf Seite 377. Die Expedition der „Welt". 0000000 1 0000000 7 AUS DER BEWEGUNG Präsident Wolffsohn in England London, 17. April (Eig. Ber.) Im Pavilion-Theater, Mite End, begrüßten heute nachmittag die Londoner Zionisten den Präsidenten Wolffsohn. Die Federation hatte ein Massenmeeting veranstaltet, das einen ungeheuren Bestich aufwies und unter großem Enthusiasmus verlief. Sir Francis Montefiore führte den Vorsitz. Er teilte der Versammlung mit, daß Herr Co wen wegen des Ablebens seines Vaters der Versammlung fernbleiben müsse. Auch Herr Qreenberg sei durch Unwohlsein am Erscheinen verhindert. Sir Montefiore sprach im Namen der Versammlung dem Führer der Bewegung Herrn Wolffsohn die herzlichsten Willkommgrüße aus. Die Anwesenden seien von Dank erfüllt, daß ihnen die Gelegenheit geboten werde, von dem Präsidenten der Organisation einen Bericht über die gegenwärtige Lage der Bewegung entgegen zu nehmen. Herr Charles Dreyfus schlug sodann folgende Resolution vor: „Diese Massenversammlung von Zionisten anerkennt die zionistischen Ideen als den einzigen Weg zur endgültigen Lösung der Judenfrage und zur Wiedergeburt des jüdischen Volkes in seiner historischen Heimstätte in Palästina, spricht ihre unverrückbare Treue zu den Grundsätzen des Zionismus aus und drückt Herrn David Wolffsohn ihr festes Vertrauen 2U seiner Führerschaft und zu seinen unermüdlichen Bestrebungen, die Zwecke der Bewegung der Verwirklichung näher zu führen, aus. Diese Versammlung appelliert ferner an die jüdischen Bewohner des Vereinigten Königreichs, die zionistische Organisation als die einzige Körperschaft, welche für die Realisierung des alten hehren Ideals des jüdischen Volkes wirkt, materiell und moralisch zu unterstützen." Herr Dreyfus begründete diese Resolution in einer Rede, in welcher er auf die Schwierigkeiten hinwies, mit welchen Herr Wolffsohn auf dem letzten Kongreß zu kämpfen hatte, wo er allein mit einer geschlossenen Opposition zu tun; hatte. Die englischen Zionisten wünschten keinen Kampf mit den russischen Brüdern. Sie wünschen, daß diese im Großen A. C. und im E. A. C. vertreten seien, aber sie wünschen auch, daß die russischen Zionisten mit den gehörigen konstitutionellen Mitteln arbeiten. Die verschiedenen Verbesserungsvorschläge seien nicht auf einmal durchzuführen. Ein solcher sei ihm eben von Herrn Nor mann Bentwich mitgeteilt (fF7 OOOOO j OOOOO worden. Er könne versprechen, daß die Federation diesen Vorschlag mit Ernst in Erwägung ziehen werde. Redner lehnt es ab, Personalfragen in die zionistische Diskussion hineinzuziehen. Rev. Dr. J. Strauß (Bradford) unterstützte die Resolution, welche hierauf einstimmig angenommen wurde. Die Rede des Präsidenten. Herr David Wolffsohn (mit enthusiastischem Beifall, Hüte- und Tücherschwenken begrüßt) führte aus: „Meine Damen und Herren! Ich danke Ihnen für die Resolution, die Sie soeben angenommen haben. Es ist manchmal sehr gut, wenn man auch ein derartiges Vertrauensvotum entgegennehmen kann. Mein verehrter Herr Vorredner, Dr. Strauß hat vorhin von Chomez gesprochen. Ich möchte zunächst das Chomez unter uns, das Fremde, wegräumen, bevor ich zu der Hauptsache komme. Ich möchte etwas über unsere Gegner sagen. Ich glaube, es ist notwendig, daß wir einmal auch darüber sprechen. Gegner hatten wir immer. Von der ersten Minute an, als Dr. Herzl den Ruf an uns hatte ergehen lassen, bevor wir noch zum ersten Kongreß nach Basel gingen, hatten wir schon Gegner, die uns bekämpften. Es waren Juden, die fürchteten, daß der Zionismus ihnen schaden könnte. Sie fürchteten die öffentliche Diskussion über jüdische Angelegenheiten. Das war früher; heute scheint die Gegnerschaft allmählich nachgelassen zu haben. Wir haben auf dem letzten Kongreß in Hamburg die Freude gehabt, daß die Synagogengemeinde Hamburg sowie die Nachbargemeinden ihre Vorstände zum Kongreß schickten, um ihn zu begrüßen. Wir haben heute nicht mehr so viel Gegner. Bei den Nichtjuden haben wir nie eigentliche Gegnerschaft gefunden, im Gegenteil, wir haben uns überall Sympathien erworben, besonders hier in England, wo das größte, älteste und beste zionistische Buch gelesen und studiert wird, die Bibel, die hier im englischen Volke heimisch geworden ist. Diese Nation hat uns von vornherein große Sympathien entgegengebracht und wir werden es niemals vergessen, daß es die englische Regierung war, die uns zuerst ein Land angeboten hat, Ost-Afrika, wenn auch nicht Palästina; daß die englische Regierung es war, die den zionistischen Gedanken praktisch -staatsniännisch anerkannt hat. (Lebhafter, langanhaltender Beifall.) Aber gerade hier in England, und aus unserer Mitte heraus ist jetzt die schärfste und einzige Gegnerschaft erwachsen. Ich meine Mr. Israel Zangwill. Es ist das erstemal, daß ich mich öffentlich mit Mr. Zangwill beschäftige. Ich habe mich niemals in derartige Diskussionen eingelassen und ich hätte auch diesmal davon nicht gesprochen, wenn Mr. Zangwill nicht in die große Öffentlichkeit hinausgegangen wäre. Früher hat er gegen uns in jüdischen Zeitungen und jüdischen Versammlungen gekämpft, jetzt geht er in die Öffentlichkeit hinaus. Es wird Ihnen ja bekannt sein, daß er im „Fortnightly Review"

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