Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 16-17 (22.4.1910)
- Date
- 1910-04-22
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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362 DIE ELT No. 16 Der zwxqz Jube ITacrj Simon S;amuel Frug Beim fampenlidit too idi bic TIacht oergaß, Im alten flhnenbudj ich alfo las: „Durch fanb unb Flut unb Sturm unb einfamkeit Schleppt er ben TDeg, fchleppt er bie 3eit Das fjerz oerglüljt bas feben leer, Den Rucken öon ben Schroären fchroer, Die Seele von ben Jllüben müb, Das feben leer, bas fjerz oerglübt es ftanben Dölker auf in TUadit unb fanken bin, Ünb taufenb fenze finb ertoacht unb fanken bin, Dod) er, oom Till gelöft/ans Sein oerfludjt, Umfonft bäs fetjte, fetjte fucbt unb fucbt Das feuer um ihn lockt unb leckt Die Flut bie firme nad] ihm fträljnt unb [treckt: Sein ganzes Seinen ftürzt er in fle bin — — Dodi "Flut unb Flamme bat ihn ausgefpien. Tlie bat, auf ben ber letzte Tlxtftreicb niebergebt Das feben fo coie er ben Tob erfleht „0 Tob, o Tob!" aus feinen irren Schreien bricht - Der Tob, ber Tob erhört ihn nid)t . . ." Beim fampenlicbt n?o ich bie Hacbt oergaß, Beim alten flhnenbudj idj finnenb faß: Da hat bas Düfter fidi zur Form geballt, Unb ettoas tpudis hcroor unb roar öeftalt, Cin Rucken krümmt fleh unter Beulenlaft - - ein flugenftieren fiebernb nad) mir faßt - - Unb fdiroeigenb fdjtpebt's heran, fo fchleppenb fdjroer, Fils kam's aus fernen 3eiten zu mir her. Unb noch finb Schrei unb feib coie Stein gebannt; Ift er fchon ba, Hegt fchon bie bag're fjanb Auf meinem Buch im fahlen ficht UnboonbenOppenkommts:„61aubsnicht! eiaubsnidjt!" Dann ftHL Wein fjerz noch kaum zu fchlagen tragt Dann hat ber ecoige Jube bies gefagt: u6n FrfeDrid) Trjfeberger „ölaub nicht toomit bas Jnärdjen mich umgab, ölaub nicht was Weife um midi ireben. ffldjt Tob! Rieht örab! Ich füdie feben, feben! ficht unb fuft ift bas Sehnen ber Seele, Frieben unb Freiheit fuche id). Hur meiner fjaffer rublofe IDut 3errt mid) in Schwerter, an TTIarterpfäble, Sie, fie fchlingen um mich Flamme unb Flut 0 fieb, n?ie mein feben in gieren IPunben perlobt! Doch fieh, roie ich feben burch feben übenranb! Denn nicht zum Tob, nein, por bem Tob, Denn nicht zum Dunkel - zum lichten fanb Fliehe ich. Das fanb, bas ich in Fernen ahne, es lenzt unb leuchtet burch mein großes feib. 0, roann blüht Wahrheit aus bem Wahne?! Gott ber Schmerzen, 6ott ber ITot, Trag ich all bies nicht feit eroigkeit? Doch roill idj's nod) zu etpigkeiten tragen, Dies Sonbergleiche, Dor ben üölkern, ben oor mir perfdjipebenben, Die mir bie IPunben unb Qualen gefdjlagen, Bis ich vs Pnbe, bis idj's erreiche: fetjte Ruhe unter feben ben. Dod) bis bahin, zu ben großen Stunben, tDenn im bunkelften feib ich auch manchesmal önabe bes Tsbes zu ahnen oermeine, Soll bennoch mein Qerz nur eines burchbeben, Aus ber Roheit ber Qual, Flus bem Stolz meiner IPunben, Jauchze meine Seele nur bies eine: feben! feben! V^'v ]x*W h ^feljrjfc Initialen, gezeichnet von J. Stark, Jerusalem (Bezalelschule; v.