Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 13 (1.4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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No. 13 DIE^ELT 297 Jüdischen Nationalfonds gespendet hätten. Falls das Buch nicht dagewesen wäre, schreibt der Kommissär, wäre kaum die Hälfte erzielt worden. Wir möchten nun allerdings nicht jeder Nationalfondskommission ohne weiteres empfehlen, ein solches Buch anzuschaffen. Die lokalen Verhältnisse, die Sitten und Gebräuche sind in den verschiedenen Orten gar mannigfaltig, und in vielen großen Städten wäre das Herumreichen eines solchen Buches vielleicht für den Nationalfondskommissär wie für die Spender etwas recht Peinliches. In kleinern Orten dagegen dürfte sich fast überall die Einführung dieses Sammelmittels empfehlen und damit die größten Erfolge erzielen lassen. Wichtig ist hierbei nur zweierlei: Erstens muß das Spendenbuch ein ansehnliches Aussehen haben. Es sollte womöglich ein Buch mit gutem .Ledereinband und echten Beschlägen sein, ^y^L, <Z^Co*-*^ ^z^e^^? r~^> ar e/ytafft**. 31. tsfecU^/'' -ff'<f. <%foj*jf6i. (32^^,^^^^^^ Ä 3j&u?**?*9: o $Uc^ ■ S^cJL^ '' ^Ot^^t &/c^vt^y ZL^/csi- » fayA^} * /^^J^t^-y iJ^r r^r fifLr - . * " <r- - j~ - + <p - „ , eT- J /e>. _ sffc J~-- / — £ ■ welches schon an sich so wirkt, daß es den Spendern begehrlich erscheint, in diesem Buch eingetragen zu sein. Zweitens, — und das ist nicht das Unwichtigste, — soll dieses Buch nur von angesehenen, repräsentabeln Mitgliedern der Kommission vorgezeigt werden. Keinesfalls ist es einem angestellten Vereihsdiener mitzugeben. Die Abbildung zweier Seiten aus dem Troppauer Spendenbuch, die wir vorstehend bringen, illustriert vielleicht besser als diese Ausführungen, in welcher Weise dieses Mittel den Sammlungen für den Jüdischen Nationalfonds dienstbar gemacht werden kann. Von dem Umschlag des Buches kann hier leider eine Abbildung nicht gebracht werden; dagegen hat das Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds von dem ganzen Buch eine Photographie herstellen lassen und diese mit einem Begleitschreiben an sämtliche Sammelstellen weitergesandt, um zu veranlassen, daß das Spendenbuch auch von andern Nationalfondskommissionen als Mittel zur Vermehrung der Einkünfte des J. N. F. eingeführt werde. Agitation bei den Kultusgemeinden „Erobert die Kultusgemeinden!" war die Parole, die Dr. Herzl ausgegeben hatte. „Gewinnet die Kultusgemeinden!" sollte ein Programmpunkt aller unserer Sammelstellen sein. Jene Herzische Kampfparole hatte und hat noch heute mit Bezug auf einen Teil, insbesondere der Großgemeinden, gewiß ihre volle Berechtigung. Allein, es ist nicht daran zu zweifeln, daß die zionistischen Institutionen bei denmeisten jüdischen Gemeinden Sympathien und tatkräftige Unterstützung fänden, wenn die Gemeinden über deren segensreiches Wirken und Arbeitsprogramm entsprechend unterrichtet würden. In der vorigen Nummer der Welt haben wir ein Zirkular unserer rührigen österreichischen Sammelstelle publiziert, in dem die Vertrauensmänner angewiesen werden, heuer wieder an dieKultusgemeinden mit der Bitte um Subventionierung des Nationalfonds heranzutreten. Hierbei wird auf die beachtenswerte AnzahljüdischerGemeindenhingewiesen,die im vorigen Jahre denNationalfondsmit einer Subventionbedachten. War das Gesamtergebnis auch kein sehr großes, so war es doch immerhin ein moralischer Erfolg, der zu einem Weiterarbeiten auf diesem Gebiete ermutigt. Es wäre nun sehr wünschenswert, daß alle Sammelstellen dem österreichischen Beispiel folgten und eine Aktion nach dieser Richtung energisch in Angriff nähmen. Dieselbe sollte unseres Erachtens nicht nur auf die jüdischen Gemeinden beschränkt, sondern auf alle jüdisch-philanthropischen Institutionen, wie Stiftungen usw., ausgedehnt werden. Es kommt hierbei sehr viel auf die persönliche Intervention angesehener Gesinnungsgenossen an, wovon bereits einzelne erfolgreiche Versuche Zeugnis ablegen. Von den Einnahmequellen, die dem Nationalfonds im Sinne der zahllosen Anregungen seiner Freunde in aller Welt erschlossen werden können, erweisen sich immer deutlicher die folgenden zwei Arten als die aussichtsreichsten: 1. die Büchse als Sammelmittel beiden breiten Volksmassen, und 2. die größern Zuwendungen seitens jüdischer Institutionen und einzelner wohl-