Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 13 (1.4.1910)
- Date
- 1910-04-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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No. 13 DIE^ELT 295 Eine Aufführung des „Neuen Ghetto* in Amsterdam Aus Amsterdam wird uns geschrieben: Ein erfreuendes Zeichen vom Erwachen jüdischen Lebens in den Kreisen, wo man es hier schon längst ganz ausgestorben hielt, ist die Aufführung von Herzls „Neuem Ghetto" durch Zionistische Studenten und Studentinnen der Amsterdamer Universität am 23. März d. J. Eines der grössten hiesigen Theater, die „Hollandische Schomoburg", war beinahe ganz gefüllt von einem distinguierten Publikum aus den besten jüdischen Kreisen Amsterdams. Das offene Bekenntnis national jüdischer Gesinnung seitens der hiesigen zionistischen Studentenschaft wird hoffentlich auch auf die assimilatorischen Kreise, die hier in Amsterdam, gerade unter den Akademikern und Jntellektuellen stark " vertreten sind, seine Wirkung nicht verfehlen. Eine Auszeichung Pilichowskis Auf der internationalen Gemäldeausstellung in Seattle (Nordamerika) erhielt unser Freund L. Pilicho wski, der in der französischen Abteilung zwei Bilder jüdischen Inhalts ausgestellt hatte, eine Ehrenmedaille. Eine gerichtliche Klage gegen Geiger und Lessing Wie „Hamicpe" berichtet, hat die israelitische Kultusgemeinde «in Krakau bjschlossen, wegen des bekannten antisemitischen Artikels in der „AUg. Ztg. des Judent." über die galizischen Juden die Klage gegen die Redaktion dieser Zeitschrift und gegen den Verfasser Dr. Theodor Lessing einzureichen. Gedenkfeier für Baron Horace Günzburg In der Petersburger Großen Synagoge fand am 20. d. M. eine Trauerfeier für den um das russische Judentum hochverdienten Baron Horace Günzburg statt. Der Moskauer Rabbiner Mose, unser Gesinnungsgenosse W. Temkin und Rechtsanwalt Sliosberg würdigten die mannigfachen Verdienste des Verblichenen als Vorsteher der Petersburger jüdischen Gemeinde, als Förderer der Wissensehaft des Judentums und als Vorkämpfer für die kulturelle und politische Hebung der russischen Judenheit. Erste Jahresversammlung der New-Yorker „Kehilla« Die im vorigen Jahre begründete neue jüdische Gemeindeorganisation in New-York (The Jewish Community of New-York) hielt am 26. und 27. Februar d. J. ihre erste Jahresversammlung ab, an der die Vertreter von über 500 religiösen und philanthropischen Vereinen New-Yorks teilnahmen. Unter anderm wurde die Schaffung einer Rabbinerkommission (Board of Rabbis) beschlossen, die als oberste Instanz in allen religiösen Fragen gelten und die Regelung der vielfach zerfahrenen, jüdisch-rituellen Verhältnisse New-Yorks in die Hand nehmen soll. Ein ungenannter Spender hat der Kehilla für die Dauer von fünf Jahren einen Betrag von 10 000 Dollar jährlich für Erziehungs- und Unterrichtszwecke zur Verfügung gesteilt. Nach Schluß der Jahresversammlung hielt das neugewählte Exekutivkomitee der Kehilla am 8. März d. J. seine erste Sitzung ab. Zum Vorsitzenden des Exekutivkomitees wurde unser Gesinnungsgenosse Dr. J. L. Magnes, zum Schatzmeister Mr. Harry Fische 1 und zum Schriftführer Mr. Bernard G. Richards gewählt. Zu Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse wurden folgende Herren gewählt : Ritualkommission: Dr. H. Pereira Mendes; Unterrichtskommission: Prof. Dr. J. Friedlaender; Kommission für soziale Arbeit und Wohlfahrtspflege: Mr, Cyrus L. Sulzberg er; Propaganda- und Organisationskommission: Dr. Joseph Silverman; Preßkommission : Mr. Leon Kamriky. Letzte Nachrichten Eine Abordnung der ungarischen Zionisten beim Ministerpräsidenten Khuen-H£derväry Am 28. März d. J. erschien eine 14-gliedrige Abordnung der ungarischen Zionisten unter Leitung des L. K.-Präsidenten Qr. Bela Österreicher beim Ministerpräsidenten Grafen Khuen-Heder väry. Dr. Österreicher hielt an den Ministerpräsidenten eine längere Ansprache in der er darauf hinwies, daß die bisherigen Regierungen den Statuten der ungarländischen zionistischen Organisation ohne jeden stichhaltigen Qrund die Genehmigung versagt haben. Redner ersuchte den Ministerpräsidenten, den ungarischen Zionisten endlich Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Graf Khuen-Hederväry führte in seiner Antwort aus, er begreife eigentlich nicht, warum den Statuten der zionistischen Bewegung die Genehmigung seitens der bisherigen Regierungen versagt worden sei. Der Ministerpräsident sagte schließlich der Deputation zu, sich sofort zu informieren. Er hoffe, ihr schon in den nächten Tagen seinen bestätigenden Bescheid geben zu können. Die Gründung der Association der anciens Steves der A. J. U. Konstantinopel. Am Sonntag den 27. März wurde die Vereinigung der ehemaligen Allianzschüler endgiltig konstituiert. Es wurde ein 12gliedriges Präsidium gewählt, in welchem sich neun Zionisten befinden. BQBDBDBDBElBBIlflEIBDBIlBDBIlBElBElBDBDBDBIlflDBDfl D D ■ D ■ D □ ■ □ ■ D ■ □ D ■ D Palästina-Weine nDD hy ibo liefern Julius Schmidt & Co. Altona a. Eibe Breite Straße 170 :: Tel. Altona 3045. § D ■ □ B D Erstklassige Weine unter Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Dr. M. LERNER, ALTONA. D ■ Q ■ O □ Ausführliche Preislisten erfolgen gratis u. franko. □ ■ ■ O D ■□■□■□■□■□■■□■□■OHDHDBDIDHDBDIOBnBDHOBDH THE PALESTINE LAND DEVELOPMENT COMPANY LTD. Sie bezweckt auf kommerzieller Basis unter Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. den Erwerb, die Ameliorierung und Parzellierung größerer Grundstücke in Palästina für eigene und für fremde Rechnung behufs Schaffung neuer Siedlungen (Kolonien); 2. die Anlage und Pflege extensiver und intensiver Kulturen für eigene und für fremde Rechnung; 3. die systematische Ausbildung und allmähliche Seßhaftmachung jüdischer Landarbeiter in Palästina. 1 Gründeraktie kostet £ 50.—.— Jt 1025.— 1 Namensaklie „ i—.— „ 20.50 1 Vorzeigeraktie „ „ 1.1.6. „ 22.— Zahlungen für Rechnung der P. L. D. C. nehmen folgende Banken entgegen: The Jewish Colonial Trust Ltd., London E. C, Walbrook, Brook House. Ä. H. Heymann & Co., Berlin N. W. 7, Unter den Linden 59. Die Gesellschaft ist laut ihren Statuten zur Annahme von Teilzahlungen nicht berechtigt. Die Gesellschaft steht im ersten Betriebsjahr. Nähere Auskünfte erteilt das Bureau der P. L. D. C, Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35.