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Die Welt · 1910-02-25 · 8 (25.2.1910) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
8 (25.2.1910)
Date
1910-02-25
Page
– (sequence 19)
Language
German
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No. 8 DIE WELT 179 das Beste und Ureigenste seiner „Mütter" ausgemacht hat. Der vorliegende ist zwar davon noch entfernt, aber er weist Ansätze auf, die Schönes, Großes erhoffen lassen. Erfolg wirddieses sympathische Buch voraussichtlich haben, um so mehr, als der Held, Hans von Raule, durch seine Leiden das Interesse des Lesers, zuweilen sogar dessen Mitleid verdient. Maria Stona: Rahel. (Karl Reißner, Dresden.) Der Untertitel lautet: Roman einer Mischehe. Obwohl sich die Dichterin bemüht, uns für die Mischehe zu gewinnen, und diese selbst, allerdings in einem Einzelfalle, rosig malt, vermag sie uns für diese leider immer moderner werdende Institution nicht zu erwärmen. Ein Einzelfall als Ausnahme bestätigt eben die Regel. Gar so glücklich und harmonisch sehen die Mischehen denn doch nicht aus. Dies lehrt uns das Leben, dies lehrt uns auch ein soeben erschienener Roman von Adolf Dessauer: „Die Großstadtjuden". Allein nicht um mit der Autorin zu polemisieren ergriff ich die Feder, sondern um ihr Buch allen denen zu empfehlen, die sich unterhalten wollen. Jawohl, eine angenehme Lektüre wird uns in diesem Roman aus einer österreichischen Provinzstadt geboten. Die Figuren, die hier vorgeführt werden, sind nach dem Leben gezeichnet, und zwar mit einem Anflug von Ironie und Humor. Mir will es sogar scheinen, daß in dieser belustigenden Bildergalerie die Gestalt des Helden gleichsam untergeht oder wenigstens nicht so interessiert, wie die Verfasserin es bezweckt haben mochte. Volles Lob verdient die Schilderung des Judenhauses mit seinen Bewohnern; man merkt: die Sympathie der Dichterin für die Juden ist aufrichtig, wie der Wunsch des deutsch-nationalen Helden, der, von Kosmopolitismus und Liebe angewandelt ist, daß die jüdische Rasse in den andern völlig aufgehen möge. Warum gerade die jüdische sich auf dem Altare der so erhofften Veredlung der Menschheit aufopfern soll, darauf bleibt uns das Buch die Antwort schuldig. Es gibt eben keine. Dr. M. Scherlag. B eil man-Bre vi er, Aus Fredmans Episteln und Liedern. Deutsch von Hanns von Gumppenberg.. Umschlag und Buchschmuck von A. Woelfle. Preis geheftet 3 Mark 50 Pf., in imitiert Pergament gebunden 5 Mark, in Liebhaber-Halbfranzeinband 7 Mark. Verlag von Albert Langen in München. Schon vor Jahren hat Hanns von Gumppenberg mit verschiedenen, sein Buch „Schwedische Lyrik" eröffnenden Versübertragungen nach Carl Michael Bellman, dem „schwedischen Anakreon" des achtzehnten Jahrhunderts, in Deutschland wie in Schweden Aufsehen erregt. Die gesamte Kritik — darunter in Schweden Männer wie Gustaf af Geijerstam und Rüben Berg — begrüßte seine Verdeutschungen in glänzenden Artikeln als die erste würdige Interpretation dieser hervorragenden Meisterwerke schwedischer Lyrik; und Sven Scholander, der bekannte Wandersänger und Bellmankenner, hat seither in Deutschland wiederholt diese Lieder in Gumppenbergs Übertragung nach den Originalmelodien gesungen: gewiß ein schlagender Beweis für die Höhe der Nachdichtung. In dem vorliegenden Bellmanbuche hat Gumppenberg nun eine größere Auswahl aus des schwedischen Meisters beiden lyrischen Sammlungen veranstaltet und bietet damit ein umfassendes Bild von der Art und Kunst dieses Dichters, der, bei uns noch viel zu wenig gekannt und gewürdigt, zu den markantesten Erscheinungen der Weltliteratur zählt und viel Gemeinsames mit Liliencron, ja auch mit dem jungen Goethe hat. — Im Rhythmus und Strophenbau völlig originalgetreu, im dichterischen Ausdruck mit der Einfühlungsfähigkeit behandelt, die man an Gumppenberg kennt und schätzt, wird das „Bellman-Brevier" ohne Zweifel als eine der reizvollsten und dankenswertesten Bereicherungen unserer künstlerischen Obersetzungsliteratur begrüßt werden. — Der Verlag hat es sich angelegen sein lassen, das Buch auch äußerlich seinem Inhalt und Stil entsprechend auszugestalten. Den reichen und anmutigen Buchschmuck hat Alfons Woelfle geliefert, der junge Künstler, von dein man weiß, daß er sich mit einer Liebe und einem Glück, wie kaum ein zweiter, gerade in die Zeit Bellmans eingelebt hat. So ist ein entzückendes Ganzes entstanden, ein höchst elegantes und schönes Geschenkwerk, wie man ihm zu so wohlfeilem Preise nicht leicht wieder begegnen wird. Jules Huret, Berlin In Deutschland, dritter Teil, Umschlagzeichnung von Walter Tiemann. Geheftet 4 Mark, in Leinen gebunden 5 Mark. Verlag von Albert Langen in München. — Von den Büchern, die Jules Huret bishet über Deutschland veröffentlicht hat, wird der vorliegende Band, der von Berlin handelt, das stärkste Interesse wecken. Denn es liegt in der Natur der Dinge, daß der französische Schriftsteller bei seiner Schilderung der Verhältnisse in der Hauptstadt des Deutschen Reiches Fragen politischer und sozialer Natur berührt, die, über den lokalen Rahmen hinausgehend, für das sozialpolitische Leben des ganzen Deutschen Reiches charakteristisch sind. So wird dieser Band Berlin zum Brennpunkt aller seiner Eindrücke, die er bei uns gesammelt hat, und stellt das Werk eines Franzosen über Deutschland dar, das zu lesen wir in Deutschland uns wohl angelegen sein lassen sollten. Denn es kann uns manches lehren. Wir sehen uns und unsere Verhältnisse in dem Spiegel eines Fremden. Und das fremde Auge mag sich ja manchmal täuschen, — in vielen Dingen sieht es sicherlich schärfer und klarer als unsere eigenen. Es erblickt dort charakteristische Symptome, wo wir selbst achtlos vorübergehen. Huret ist ein scharfer Beobachter, ein klarer, offener Kopf, der sich bemüht, den Dingen auf den Grund zu sehen. Sein Buch über Deutschland muß jedem Vorurteilsfreien als ein wertvolles Dokument über uns selbst willkommen sein, ganz abgesehen davon, daß man sich kaum ein unterhaltenderes Buch denken kann. Huret bewährt darin wieder glänzend den alten Ruf der Franzosen, daß kein anderes Volk der Welt es so gut versteht, selbst Materien, die auf den ersten Blick trocken erscheinen könnten, in graziösem Plauderton so zu behandeln, daß die Lektüre zu dem kurzweiligsten Vergnügen wird. H Abraham Reinhardt und Frau % Sara geb. Loeb H zeigen die Geburt ihres Töchterchens & hocherfreut an. Mirjam Köln, im Februar 1910. $S SS & % 1 •1 Klara Bienstock Leopold Scharf Zydaczow Kolomea empfehlen sich als Verlobte im Adar Rischon 5670 (Februar 1910). (?= =fl THE PALESTINE LAND DEVELOPMENT COMPANY LTD. Sie bezweckt auf kommerzieller Basis unter Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. den Erwerb, die Ameliorierung und Parzellierung größerer Grundstücke in Palästina für eigene und für fremde Rechnung behufs Schaffung neuer Siedlungen (Kolonien); 2. die Anlage und Pflege extensiver und intensiver Kulturen für eigene und für fremde Rechnung; 3. die systematische Ausbildung und allmähliche Seßhaftmachung jüdischer Landarbeiter in Palästina. 1 Gründeraktie kostet £ 50.—.— Ji 1025.— 1 Namensaktie „ „ 1.—.— „ 20.50 1 Vorzeigeraktie „ „ 1.1.6. „ 22.— Zahlungen für Rechnung der P. L. D. C. nehmen folgende Banken entgegen: The Jewish Colonial Trust Ltd., London E. C, Walbrook, Brook House. A. H. Heymann & Co., Berlin N.W. 7, Unter den Linden 59. Die Gesellschaft ist laut ihren Statuten zur Annahme von Teilzahlungen nicht berechtigt. Die Gesellschaft steht im ersten Betriebsjahr. Nähere Auskünfte erteilt das Bureau der P. L. D. C, Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35. 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