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Die Welt · 1910-02-04 · 5 (4.2.1910) · page 1

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Journal
Die Welt
Volume
14 (1910)
Issue
5 (4.2.1910)
Date
1910-02-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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KÖLN AM RHEIN, KAROLINGERRING 31 V/ ERSCHEINT JEDEN FREITAG ZENTRALORGAN DER ZIONISTISCHEN BEWEGUNG XIV. JAHRQ. KÖLN, 4. Februar 1910 i^inS Nö'nn'N ri'l in©. 5. An die Landesorganisationen und Föderationen Gesinnungsgenossen! Nachdem jetzt der Kongreß vorüber ist, ergeht aufs neue an Euch der Ruf zur Arbeit. Was uns der Kongreß gebracht hat, die Meinungen, die er wiedergespiegelt, die Fragen, mit denen ersieh beschäftigt, die Aufgaben, die er uns hinterlassen hat, das alles ist in zahllosen Versammlungen, Vorträgen und Zeitungsartikeln hinlänglich erörtert und, wie wir annehmen, geklärt worden. Jetzt gilt es, wieder zur Tagesarbeit überzugehen, zu der unaufhörlichen Intensivität, die die Grundlage all unseres Wirkens und recht eigentlich das Bindeglied bildet, das zwischen all den verschiedenen Anschauungen und Gesichtspunkten vermittelt, die die zionistische Organisation ausmachen und in unserer nationalen Bewegung nach Palästina ihren tiefsten Grund haben. Die Tagesarbeit — das ist vor allem das Einsammeln der Schekel. Wir wissen sehr wohl, daß man viel darüber geklagt hat, all unserer Mahnungen Quintessenz sei der Ruf nach den Schekeln. Wir wissen es, und wir wiederholen diesen Ruf aufs neue, lauter, dringender noch, als zuvor. Es sollte nicht darüber geklagt, es dürfte nicht darüber gespottet werden, wenn die Leitung verlangt, daß man sich mit verdoppelter Energie der Sammlung der Mittel widme. Und umsoweniger ist dies jetzt am Platze, nachdem der Kongreß den Antrag der Leitung, ihr durch Besteuerung der Institutionen die erforderlichen Mittel zur Verfügung zu stellen, abgelehnt hat. Jetzt muß also der Schekel allein ausreichen, um die Bedürfnisse zu decken, und zu diesem Zwecke muß sein Erträgnis vervielfacht werden. Die Bewegung kann eben ihren großen Aufgaben nicht nachkommen, und wird es nie können, wenn ihr nicht die materiellen Grundlagen zur Verfügung gestellt werden, wenn nicht ihre Anhängerzahl durch unablässige Werbearbeit ständig vermehrt und zur tätigen Pflichterfüllung angehalten wird. Sammelt den Schekel ein! Jetzt ist die Zeit! Wie immer man den Kongreß beurteilen, wie man sich zu seinen Ergebnissen auch stellen mag: er war eine mächtige Demonstration des zionistischen Gedankens und bildete in seiner imposanten Wucht ein unwiderstehliches Propagandamittel. Benutzen wir diesen Faktor! Nicht als ob wir verlangten, daß die Debatten jetzt ruhen, daß die Auseinandersetzungen jetzt eingestellt werden sollen. Im Gegenteil! Je eingehender die Aussprache erfolgt, um so mehr werden die Meinungen sich klären, um so besser wird dem nächsten Kongreß vorgearbeitet sein. Aber versäumen wir darüber nicht unsere wichtigste Pflicht, die Bewegung - materiell zu kräftigen und auszubauen, den Schekel einzuziehen. Wenn jetzt aller Orten mit dem genügenden Eifer gearbeitet, wenn jetzt überall das rege Interesse, mit dem die Öffentlichkeit unsere Verhandlungen verfolgt hat, in der richtigen Weise ausgebeutet wird, dann kann es nicht daran fehlen, daß die Schekelsarnmlung dieses Jahres ein glänzender Erfolg wird. Es ist die Aufgabe der Landesorganisationen und Föderationen, jetzt die Vereine durch ununterbrochene Mahnung zur schleunigen, tatkräftigen Einziehung des Schekels, zur Veranstaltung von Schekel-Versamrnlungen und -Demonstrationen anzuhalten. Es ist die Aufgabe der Vereine, jetzt überall mit nie versagendem Eifer und unermüdlicher Hingabe dem Rufe der Organisationsvorstände zu folgen. Es ist die Aufgabe der einzelnen Gesinnungsgenossen, jetzt selbst den Schekel sofort zu entrichten und mit aller Kraft darauf bedacht zu sein, andere zu veranlassen, durch die Schekelzahlung ihrer Zugehörigkeit zur zionistischen Organisation, ihrer Sympathie für unsere nationale Sache den einzig unwiderleglichen Ausdruck zu geben. Und wenn so überall sich das richtige Verständnis für diese Forderung des Tages geltend macht, dann kann niemand mehr daran zweifeln, daß dieser Kongreß eine mächtige Wirkung hinterlassen hat: Die neuerwachte Arbeitslust unserer Freunde, die allgemeine Stärkung unserer Organisation. Sammelt darum den Schekel ein! Das Actions-Comit£ David Wolffsohn 1*

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