Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 14 (1910)
- Issue
- 3 (21.1.1910)
- Date
- 1910-01-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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60 i I 1 } I S!*- I' o o o o o o o 1 o o o o o o o JJ die^elt -- AUS DER BEWEGUNG No. 3- Versammlungsberichte und Kundgebungen zum IX. Kongreß Köln. Die letzten Samstag von der zionistischen Ortsgruppe Köln einberufene Versammlung befaßte sich mit den Verhandlungen des IX. Zionistenkongresses in Hamburg. Der Vorsitzende Herr Max Goldreich gab einen kurzen Überblick über die in Hamburg gefaßten Beschlüsse und bedauerte, daß die Meisten immer nur das Negative und nicht das Positive sehen wollen. Herr Dr. Boden hei in er berichtete über die bekannten Vorgänge auf dem Kongreß in objektiver Weise und erntete für seine Ausführungen lebhaften Beifall. Herr Abr. Reinhardt schilderte die Verhandlungen in der deutschen Landsmannschaft und erklärte die Stellungnahme der westeuropäischen Landsmannschaften zur gegenwärtigen Leitung. Herr Adolf Hofmann gab ein Bild über die in Hamburg anläßlich des Kongresses siattgefundenen Veranstaltungen. In der Diskussion sprachen die Herren Schnelling und Monossohn, letzterer bekannte sich zum oppositionellen Flügel und verteidigte sehr lebhaft das Vorgehen der russischen Landsmannschaft. Nach einer Erwiderung der Herren Dr. Bodenheirner und Reinhardt gelangte folgende Resolution (gegen 1 Stimme) zur Annahme: Die Versammlung erklärt sich mit der Haltung ihres Delegierten bei den Verhandlungen des Kongresses einverstanden und "beauftragt den Vorstand, Herrn Wolffsohn für seine Haltung auf dem Kongresse und für das Opfer, daß er durch erneute Übernahme der Leitung für die Bewegung gebracht hat, den Dank der Versammlung auszusprechen. In später Stunde schloß der Vorsitzende die sehr zahlreich besuchte Versammlung. Hannover Auf der Rückreise vom Kongreß hielt der Delegierte Ira Keis aus Jassy (Rumänien», Redakteur der Zeitung „Die richtige jüdische Zukunft", im hiesigen Verein „Dorsche Schlom Zion" vor dichtgedrängter Hörerschar an zwei Abenden Referate in jüdischer Sprache» Der Redner sprach in begeisterter und begeisternder Weise über die Ideale und Erfolge des Zionismus, und hob hervor, daß wir in die Leitung der Bewegung, insbesondere in unsern Präsidenten Wolfsohn, das größte Vertrauen setzen könnten. Dreizehn neue Schekelzahler wurden gewonnen. Posen Am 15. Januar fand eine Ortsgruppenversammlung statt. Die Delegierten erstatteten Bericht über den Kongres. Die große Zuhörerschaft folgte den sehr eingehenden Referaten mit großer Spannung. Herr Lehrer Guttmann beantragte folgende Resolution: Die zahlreich besuchte Versammlung der zionistischen Ortsgruppe Posen spricht nach Anhörung der Kongreßreferenten ihren Delegierten, dem Aktionskomitee und seinem Präsidenten David Wollfsohn ihr unbegrenztes Vertrauen und ihre unerschütterliche Treue aus und gelobt ständige Mitarbeit an allen zionistischen Arbeiten. Diese Resolution fand einstimmige Annahme. Nürnberg. Nach Anhörung des Kongreßberichts ihres Delegierten spricht die Ortsgruppe Nürnberg-Fürth dem Präsidenten, Herrn David Wolffsohn, ihr vollstes Vertrauen und Dank für bisherige erfolgreiche Mühewaütung aus, und wünscht ihm Kraft und Gesundheit zur weitern Arbeit im Interesse des Zionismus. Duisburg. Am 12. d. M. berichtete unser Delegierter, Rechtsanwalt Dr. Weinberg, Dortmund, über den IX. Kongreß. Er gab eine ausgezeichnet klärende und ermutigende Darstellung der jetzigen Lage des Zionismus. Der Vortrag fand so herzlichen Beifall, daß allgemein der Wunsch ausgesprochen wurde, ihn durch Veröffentlichung weitern Kreisen zugänglich zu machen. Breslau. Am Mittwoch den 12. er. erstatteten in einer von etwa 150 Schekelzahlern besuchten Versammlung der Breslauer Ortsgruppe die beiden Kongreßdelegierten der Gruppe, die Herren Hugo Schachtel und Dr. Sandler, eingehend Bericht über den Kongreß, die Fragen, die ihn beschäftigt, ihre oppositionelle Stellungnahme und deren Veranlassung, wobei Dr. Sandler insbesondere auf die Aufgaben einging, die jetzt unser in Palästina harren und von deren Erfüllung soviel für uns und die Zukunft des Judentunis abhänge. Nach den etwa l3 4 Stunden währenden Referaten setzte sogleich eine eingehende sachliche Diskussion ein, die erst gegen 2 Uhr nachts ihien Abschluß fand. Mit überwältigender Majorität wurde alsdann von den noch fast vollzählich Anwesenden folgende Resolution angenommen: „Die am 12. Januar er. zahlreich versammelten Zionisten Breslaus sprechen nach Kenntnisnahme des Berichts ihrer Kongreßdelegierten, den Herren Zahnarzt S chachtel und Dr. Sandler, unter ausdrücklicher Billigung ihrer Stellungnahme zu den Fragen des IX. Kongresses ihr vollstes Vertrauen aus." Minsk. Am 9. Januar referierte in der hiesigen Gruppe Herr A. Kaplan über den IX. Kongreß, Nach dem Referat wurde einstimmig eine Resolution angenommen, worin Herrn D. Wolffsohn, als dem Führer der zionistischen Organisation, das vollste Vertrauen ausgedrückt und der Wunsch ausgesprochen wird, daß er > noch lange seine große Tätigkeit zum Wohle des jüdischen Volkes fortsetzen möge. Herr S. Rosen bäum, Mitglied des A.C., der der Versammlung präsidierte, wurde beauftragt, diesen Beschluß Herrn Wolffsohn zu übermitteln. Lemberg. (Resolution) Die am 15. Januar im Verein TikwasZion versammelten Schekehahler haben nach dem Referat ihres Delegierten, Dr. Samuel Rappaport, einstimmig beschlossen, demselben ihre Zustimmung für sein Verhalten am Kongreß auszudrücken, sowie dem hochgeehrten Präsidenten Wolffsohn ihr Vertrauen und Anerkennung für seine Leitung kundzugeben mit dem Wunsche, er möge an der Spitze unserer Partei auch künftighin zum Segen unserer Id°ale stehen, sowie vereint mit Herrn Professor Warburg seine bewährte Kraft in den Dienst einer fruchtbaren Arbeit in Palästina zu stellen. Sanok, 5. 1. 1910. An das löbliche Engere Aktionskomitee! Wir unterfertigten Zionisten (Schekelzahler) Sanoks erklären hiermit: I. Daß wir uns mit dem Vorgehen des größern Teils der galizischen Landsmannschaft auf dem letzten Kongreß in Hamburg nicht solidarisieren und jede Verantwortung dafür aufs entschiedenste ablehnen; II. daß wir die Art und Weise, wie manche von den Herren ihre Kritik übten mit der Würde des Kongresses nicht vereinbar halten und aufs schärfste verurteilen, und III. daß wir zum Engern Aktionskomitee das vollste Vertrauen haben und besonders für die Person unseres allverehrten Präsidenten Herrn David Wolffsohn mit Bewunderung und Dank erfüllt sind. — Da unser Delegat auf dem Kongresse nicht anwesend war, erlauben wir uns, obige Erklärung ohne Vermittlung desselben dem lob!. Aktionskomitee zu überreichen, und bitten, dieselbe zur Kenntnis nehmen zu wollen. — Wir bitten ferner, dieselbe in der „Welt" gefälligst mitteilen zu wollen. Stow. „Syon" Sanok: Bernard Schildkraut, Abr. Teicher, James Tym jun., Dr. Isak Nehmer, Salomon Schiff, M. Schildkraut, Simon Schildkraut, Lenard Schildkraut, Markus Günzberg, Jacob Siegel, Osias Berger, Chiel Greber, Dawid Ekstein, Hirsch Abt, Lipa Ewenschajisch, Isaak Schiff, Majer Seidenfeld, Josef Silberrnann, Jeffer Herman Poale Zion, Chaim Tym, Samuel Herzig, Dawid Roth, Schönbeck, Dr. Isaak Krüger, Stefanie Krüger, Ch. Krämer, A. Schönfeld, Jakob Werner, Josef Feder, Dr. Samuel Omitz, Dr. Isak Nehmer, Fanny Nehmer, Regina Schildkraut, Aaron Schildkraut, Sal. Krämer, M. Fisch, Rosenzweig. Arnheim. Am Sonntag den 16. Januar d. J. fand hier ein außerordentlicher Delegiertentag des Niederländischen Ziomstenbundes statt. Obgleich diese Versammlurg die zweite innerhalb von vier Monaten war, so war sie doch von 60 Delegierten und Mitgliedern des Bundesvorstandes usw. beschickt. Die Debatten waren sehr lebhaft und durchdrungen von einem tiefen Interesse an der Sache. Den Hauptgegenstand der Tagesordnung bildete der Bericht der Delegierten beim Neunten Zionistenkongreß. Herr Dr. Franzie Berenstein erstattete seinen Bericht, zugleich im Namen der Delegierten L H. Kann und Dr. Omstein; Herr Pool, der eine abweichende Stellung einnahm, gab keinen Bericht. Auf Antrag der Herren Gomperts, Dr. Ornstein und de Lieme wurde folgende Resolution mit 35 gegen 9 Stimmen angenommen: Der Delegiertentag des Niederländischen Zionistenbundes in Arnheim erkennt an, daß das E. A. C. für die Lösung der Krisis auf dem Hamburger Kongresse den Dank der Bewegung verdient und spricht den Wunsch aus, daß die definitive Lösung derart sein soll, daß von Gegensätzen zwischen west- und osteuropäischen iLk