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Die Welt · 1909-12-31 · 53 (31.12.1909) · page 52

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
53 (31.12.1909)
Date
1909-12-31
Page
– (sequence 52)
Language
German
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ins Holländische übersetzt. Stark verbreitet wurde auch das Buch des Herrn Kann „Erez Israel". Herr Dr. Hen schrieb eine Broschüre „Der Zionismus", einen beachtenswerten Erfolg hatte auch das „Zionistische Studentenjahrbuch". Die innere Organisation des Bundes wurde weiter ausgebaut und arbeitet zufriedenstellend. Die Sammlungen zeigen gleichfalls einen befriedigenden Stand. In den abgelaufenen beiden Jahren wurden für den Nationalfonds insgesamt rund M 5500.— gesammelt. 13 Südafrika Südafrika war von Beginn der zionistischen Bewegung an eines der für die zionistischen Bestrebungen empfänglichsten Länder. Die zionistische Organisation stand in Südafrika immer auf einer ganz besondern Höhe. Auch in der Berichtszeit war die Entwicklung der Organisation in Südafrika sehr erfreulich. Die Zahl der Vereine ist ständig gewachsen und beträgt zurzeit 91, gegen 65 im Jahre 1908 und 58 im Jahre 1907. Die Organisation erstreckt sich auf das ganze Gebiet des englischen Südafrika (Kap-Provinz, Transvaal, Oranjekolonie, Natal, Rhodesia usw.) und umfaßt auch einen Verein in Deutsch- Südwestafrika. Die Vereine sind durchweg sehr rührig und bilden an vielen Plätzen den Mittelpunkt des jüdischen Lebens. Die Ergebnisse der vorgenommenen Sammlungen sind recht beträchtlich und erreichen in den Jahren 1907/08 die Summe von rund 62 000 J$. Diese Zahl redet, wenn man in Betracht zieht, daß Südafrika überhaupt nur einige 50 000 jüdische Einwohner zählt, eine beredte Sprache und ist ein Beweis für den unermüdlichen Eifer, mit dem die Organisation in Südafrika ihrer Arbeit nachkommt. Die Federation gibt seit dem Vorjahre eine monatlich einmal erscheinendeZ ei tun g heraus, den„ZionistRecord". Es besteht die Absicht, diese in englischer Sprache erscheinende Zeitschrift, die für die Ausbreitung der Bewegung in Südafrika von hohem Wert ist, durch eine in jüdischer Sprache erscheinende Beilage zu ergänzen. Eine eifrige Propaganda, die sehr gepflegt wird, hat es zu Wege gebracht, daß auch im abgelaufenen Jahr die Organisation ständig gewachsen ist und die Sammlungen fortwährend steigende Erträgnisse erbringen. Ein lebhaftes Interesse besteht insbesondere für die Institutionen in Palästina: Bezalel usw\ Es bestehen sowohl Frauenwie auch Jugendvereine. In ihnen wird mit Eifer jüdische Geschichte, Hebräisch usw. gelehrt. Diesem Zwecke dienen auch besondere Unterrichtskurse. Die Federation gilt in verschiedener Hinsicht den Behörden gegenüber als die autorisierte Vertretung der jüdischen Bevölkerung und ist daher auch in der Lage, jüdischen Einwanderern bei Naturalisationsgesuchen usw. behilflich zu sein. Zu Fragen allgemein-jüdischen Interesses nimmt die Federation regelmäßig Stellung und vermag einen nicht unbeträchtlichen Einfluß in dieser Hinsicht auszuüben. 14 Misrachi Nachdem der VIII. Kongreß durch seine Beschlüsse zum Organisations-Statut die Möglichkeit der Bildung von Föderationen erleichtert hatte, erachteten es die Anhänger des Misrachi als eine Pflicht, ohne Verzug die Bildung einer eigenen Föderation zu erstreben. Im ersten Schekeljahr der Berichtsperiode stellten sich diesen Versuchen unüberwindliche äußere Schwierigkeiten entgegen. Nachdem diese Schwierigkeiten beseitigt waren, gelang es im zweiten Jahre, die zu der Bildung einer eignen Föderation erforderliche Zahl von Schekeln und sogar noch beträchtlich mehr aufzubringen. Demgemäß bestätigte das Große Actions-Comite in seiner Sitzung vom 14. Oktober den Misrachi als selbständige Föderation. Bis zum Schluß des Berichtsjahrs und der Berichtsperiode hat der Misrachi Mk. 4400.— für Schekel abgeliefert. In der Hauptsache verteilen sich die Schekelzahler auf Deutschland, Frankreich, Belgien, Holland, Galizien, Rußland, Ungarn und Palästina. Während des VIII. Kongresses verkündeten die Misrachi-Delegierten ihren Entschluß, in Palästina eine nach modernen pädagogischen Grundsätzen geleitete, den Anschauungen des traditionellen Judentums Rechnung tragende Mittelschule zu errichten. Von verschiedenen Orten Palästinas gelangten daraufhin Petitionen um Errichtung der Schule an den Misrachi. Nach eingehender Prüfung erschien es jedoch am zweckmäßigsten, von der Errichtung einer neuen Anstalt abzusehen, vielmehr die in Jaffa bereits bestehende Tachkemoni-Schule zu übernehmen und in eine modernen Anforderungen entsprechende Schule umzuwandeln. Nach Erledigung der langwierigen Vorarbeiten wurde zur selbständigen und unabhängigen Verwaltung der Schule ein Komitee gebildet, dem auch mehrere nichtzionistische Mitglieder angehören. Es erübrigt zu erwähnen, daß die Schule selbstverständlich vollständig in dem von den Initiatoren der Misrachischulidee ursprünglich geplanten national-religiösen Sinne geleitet wird. Mit Genugtuung kann verzeichnet werden, daß sich die Schule in der kurzen, seit ihrer Reorganisation verflossenen Zeit sehr günstig entwickelt hat. Die Organisation des Misrachi während der Berichtszeit war derartig, daß die allgemeine Leitung vom Bureau des Misrachi für Westeuropa besorgt wurde, das auch die internen Angelegenheiten der westlichen Länder erledigte; für die internen Angelegenheiten der übrigen Länder waren Bureaus in Lida, Kolomea und Budapest eingerichtet. Zur Besprechung der allgemeinen Aufgabe des Misrachi und zur Ordnung wichtiger interner Angelegenheiten fand am 24 und 25. August 1908 eine Konferenz in Frankfurt a. M. statt, die sich eines sehr zahlreichen Besuchs zu erfreuen hatte, und die der Vorbereitung für die Propaganda im zweiten Schekeljahre sehr schätzbare Dienste geleistet hat. 15 Die kleineren Organisationen Das, was den Grundzug der Berichte der großen Organisationen bildet, geht auch als roter Faden durch die Berichte der verschiedenen kleinern Organisationen. Fast überall ist ein Wachstum der Bewegung, ein Erstarken der Organisationen zu verspüren, und überall drückt sich dies am augenfälligsten in der Vermehrung der Sammlungsergebnisse aus. Die Tätigkeit der verschiedenen Organisationen ist allenthalben eine rege. Gerade in den Ländern mit geringer jüdischer Bevölkerung bilden sie oft das eigentliche jüdische Zentrum, den Schwerpunkt, nach dem das jüdische Leben in dem betreffenden Lande gravitiert. XXX

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