Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 51 (17.12.1909)
- Date
- 1909-12-17
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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dem Kongreß in Hamburg zur Besprechung» kommen werden, halte ich die Erhöhung'!des Schekels für das wichtigste, in keiner Partei, die sich auf die großen Volksmassen siützt, in keiner Organisation, die sich dem Wohle gerade der .'Minderbemittelten widmet, ich erinnere nur an die sozialdemokratischen Parteien aller Länder und an die Gewerkschaften in Deutschlands .ist nder Beitrag' so Biberaus, ja, erschreckend niedrig, wie bei der zionistischen Organisation. Da hilft kein Schreien über Belastung der Minderbemittelten, ja, der ganz Armen, kein Faseln über Verlassen des demokratischen Prinzips, ob der allgemein-gleiche Schekel für arm und reich überhaupt demokratisch ist, lasse ich dahingestellt, — sondern da heißt es in die Tasche greifen, so bitter es auch manchem ankommt. Denn mit Worten allein können wir wohl schöne Ideen aussprechen, aber unser Engeres Aktionskomitee nicht in die Lage versetzen, diese Ideen in die Tat umzusetzen. Und wenn nichts getan wird, dann hört es sich in der Presse natürlich sehr heldenhaft an, wenn dann Vorwürfe gegen das Engere Aktionskomitee geschleudert werden. Und die lautesten Schreier sind stets diejenigen, die am wenigsten Geld für unsere Sache übrig haben. Wenn der sozialdemokratische Arbeiter 20 Mark jedes Jahr für seine Partei übrig hat, dann müssen wir für unsere große Volksache verlangen können, daß jeder Zionist pro Jahr zwei Mark oder entsprechende Landeswährung mindestens bezahlt, das ist das Doppelte als bisher, wobei ich daran erinnere, daß der Schekel als Geldmünze früher tatsächlich ungefähr diesen Wert hatte. Von dieser Summe darf aber nichts abgezogen werden, da sonst der Zweck der Erhöhung wieder illusorisch wird. Nun könnte es für manchen, besonders in wirtschaftlich schwach gestellten Gebieten, schwer werden, auch diese kleine Summe von 2 Ji. neben den sonstigen Abgaben für zionistische Zwecke bei der heutigen allgemeinen Steuerbelastung und den hohen Lebensmittelpreisen auf einmal aufzubringen, und da wir alle wollen, daß auch der Ärmste freudig seinen Schekel zahlt, so komme ich hier mit einem Vorschlag, der es ermöglicht, diese Summe in Raten zu zahlen, so daß die Belastung nur eine geringe ist. Ich gehe dabei auch von dem Prinzip aus, das das Deutsche Reich bei. den Beiträgen zur Invalidenversicherung anwendet. Daher schlage io-h vor, daß von dem Engeren Aktionskomitee besondere Schekelblöcks:; ausgegeben werden, auf deren Blättern rückseitig im Beginn und in der Mitte jedes Quartals eine besonders hergestellte Schekelmarke für 25 $ oder der entsprechenden Landeswährung, also 8 Marken im Jahr, aufgeklebt werden. Diese 25 ^-werden naturgemäß leichter von manchem bezahlt, als die 2 -M auf einmal. Es bleibt natürlich)! niemandem benommen, die 2 Ji auch auf einmal zu zahlen. Die Kosten des ganzen Verfahrens sind nicht höher als bisher. Die Kosten des xMarkendrucks sind äußerst gering, die Ausgabe der- , selben erfolgt wie bisher durch die Kassierer der Ortsgruppen oder sonstige ehrenamtliche Personen. Es ist hier nicht der Platz, das Technische der Ausführung meines Vorschlags, die Kontrolle, die Ausgabe der Marken und die Abrechnung genau auszuführen, das ist nachher Verwaltungssache. Mir kommt es nur darauf an, zu zeigen, daß es wohl möglich ist, ohne allzu große und plötzliche Belastung den Schekel auf das Doppelte zu erhöhen, und daß der geeignete Weg dazu die Zahlung durch besondere Schekelmarken in Raten und in kleinen Zeitabschnitten ist. Ich hege die sicherste Erwartung, daß jeder wahrhafte Zionist einsehen wird, daß die Erhöhung des Schekels eine der wichtigsten Aufgaben der Verbesserung unserer Finanzen ist. Verehrliche Redaktion! Zu der Erklärung des Präsidenten des zionistischen Distriktskpmitees für Böhmen, die in der vorletzten Ausgabe Ihres Blattes enthalten war, bitten wir Sie, folgendes bemerken zu dürfen: Die Form der Erklärung, in der ganz allgemein und oberflächlich, ohne Anführung konkreter Tatsachen erzählt wird, daß „verschiedene Rekrirriinationen und Anfragen von Gesinnungs- . genossen, darunter auch von solchen in hervorragender und verantwortlicher Stellung, wegen gewisser Vorkommnisse und Publikationen in der ,Selbstwehr'" an den Herrn Präsidenten gerichtet wurden, macht uns eine Polemik oder Widerlegung unmöglich. Es hat nie in der ,Selbstwehr' seit dem Tage jfires Erscheinens bis zum heutigen Datum ein Wort oder eine Notiz oder ein Artikel gestanden, es ist nie in unserm Blatte etwas geschrieben worden, was eine Stellungnahme irgendeiner offiziellen zionistischen Körperschaft oder Persönlichkeit hätte hervorrufen können. Das konnte jeder Zionist und jedes zionistische Organ kontrollieren. Es ist uns deshalb unerfindlich, was den Herrn Präsidenten veranlaßt hat, gerade jetzt und in einer solchen Form über das Distriktskomitee hinweg, und ohne die Mitglieder desselben zu befragen, eine Erklärung abzugeben. Es ist dies schon aus dem Grunde unverständlich, weil dem Redaktionskomitee der ,Selbstwehr' nur Zionisten — einer davon ist Mitglied des Distriktskomitees — angehören. Wir erkennen selbstverständlich ein Recht der Kritik an. Wir verwahren uns aber ganz entschieden gegen eine derart ungerechtfertigte, unbegründete, öffentliche Erklärung, die in Ton und Inhalt ganz darauf angelegt ist, die ,Selbstwehr' vor der zionistischen Öffentlichkeit zu verdächtigen und herabzusetzen. Wir weisen schließlich die Worte in der Erklärung: „Die Leitung der zionistischen Partei übt -keinerlei Einfluß auf die Redaktion des genannten Blattes aus, und ich muß daher auch jegliche Verantwortung für die Richtung des Blattes urfd für dort erscheinende/Publikationen entschiedenst und in aller Form ablehnen, und mich dagegen verwahren, unsere Partei oder mich mit diesem Organ irgendwie identifiziert zu werden," als jeder Voraussetzung entbehrend zurück. Es ist unmöglich richtig, daß irgend jemand das böhmische zionistische Distriktskomitee oder dessen Präsidenten mit unserm Blatte jemals identifiziert hat. Es steht ja auf der Titelseite unseres Blattes „Unab-, hängige jüdische Wochenschrift", was wohl für jeden klar genug lautet. Wenn wir hiermit erklären, daß unser Blatt auch weiterhin der zionistischen Bewegung uneingeschränkt zur Verfügung steht, so geschieht dies einzig und altein aus unserm Pflichtgefühl heraus und aus der wohlerwogenen Anschauung, daß wir die zionistische Bewegung nicht für die unbedachte Handlung eines einzelnen ihrer Funktionäre verantwortlich machen dürfen. Wir erklären hiermit die Angelegenheit als für uns erledigt und lassen uns in keine weitere Auseinandersetzung mit Dr. Emil Margulies ein. Prag, am 12. Dezember 1909. Verlag und Redaktion der ,Selbstwehr'. Ein neues Palästina-Handbuch Die neue, wesentlich vergrößerte Ausgabe des Palästina-Handbuches von Davis Trietsch bietet in einem bequemen Bändchen von Baedecker-Format auf ca. 300 Seiten alles, was man in einem Handbuch suchen kann. Das Buch. will.auf jede Frage Auskunft geben, die einen Freund der modernen jüdischen Entwicklung des Landes interessieren kann, und in der Tat enthält er eine reiche Fülle von informativen Materialien über Zustände und Möglichkeiten des Landes und seiner Bewohner.— Das Palästina-Handbuch kann jedem Interessenten auf das wärmste empfohlen werden. Die Ausstattung ist vorzüglich, der Preis {3 Ji für das gebundene Exemplar) sehr niedrig. - Bestellungen sind umgehend zu richten an die „Zionistische Vereinigung für Deutschland", Charlottenburg 2, Bleibtreustraße 49. SCHEKELAUSWEIS Schekelsammlung für das Jahr 5669 (XL Ausweis) England English Zionist Federation Bast London Zionist Association (100), Svansea Zionist Society (2), Manchester Zionist Association (1), Shanghai Zionist Societv f 100), Cork Ohovevei Zion (20), zus. 223 Schekel £ 11.3.0 Ji 221 Ah Msrachi-Föderation Skandinavien . . . .... .... ... . . .J .' . ^137.80 Zionistisches Zentralbureau für Westosterreich Innerösterreichisches Distriktkomite (Spezifikation fehlt) Kr. 292.- 248.20 Türkei Konstantino.pel ........Frcs. 205.— Ji .166.— Allweltlich jüdisch=sozialischer Arbeiterverband Poale Zion (Spezifikation fehlt) . . ... . . . ... . . . ... ^1218.35 Zentralkomitee der Galizischeft Zionisten Distriktkomitee Lemberg: Sarribor Kr. 46.20, Lemberg 16.70 . *.. . zus. Kr. 62.90,// 53.38 •'. Palästina -i;V7 Rosch-Pina Frcs. 7.50, Jerusalem durch M. Sussnitzki 60.—, ~ Jerusalem Verein Mäccabi 54.—Chedera 35v25, SichrortV Jacob durch „Chewräth Halwaba" 49.30 zus. Frcs. 206.05 Ji 166.85