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Die Welt · 1909-12-03 · 49 (3.12.1909) · page 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
49 (3.12.1909)
Date
1909-12-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Mark der städtische Tierschutzverein, zwanzigtausend Mark der Bismarck-Denkmal-Verein, zehntausend Mark der städtische Dombauverein, zehntausend Mark die Loge zum grünen Bock, fünftausend Mark der städtische Karnevalsverein, zwanzigtausend Mark der Verein zur Förderung des Deutschtums im Auslande, tausend Mark der Verein zur Abwehr gegen den Antisemitismus, tausend Mark der städtische Verein „Katzenfreunde", der städtische Beamtenwitwen-Unterstützungsverein zehntausend Mark, zehntausend Mark der städtische Taubstummenverein, zwanzigtausend Märk der Verein zur Förderung des Deutschtums in Böhmen und fünfzigtausend Mark der städtische Almosenkasten. Außerdem erhält meine langjährige Köchin zweihundert Mark. Den Rest an Barvermögen sowie Möbel, Schmuck, Nippsachen, Bilder und Bücher erhält meine langjährige Freundin und Pflegerin Fräulein v. Trautchen. Ich war zwar zahlendes Mitglied des Leichen-Verbrennungsvereins, wünsche jedoch auf dem israelitischen Friedhof bestattet zu werden. Eigenhändig unterschrieben: Wilhelm Philipp Rosenthal, Geh. Kommerzienrat 5. Mai 1905, n. Chr. III Das Testament des Herrn Taussig ................................. ............................................................................................„polnische Juden sind vondem Genuß dieser Bestimmungen ausgeschlossen. Jedes Jahr bei der Wiederkehr meines Todestages müssen mindestens zwei Kapuzinerbrüder dem Totengebet in der großen Synagoge in Wien beiwohnen." r o o o o o o o looooooo Mitteilungen des Bureaus des IX. Zionistenkongresses Für die Eröffnungssitzung des Kongresses, Sonntag den 26. Dezember, vormittags, sind alle Plätze bereits vergeben. Hingegen sind noch Karten für alle folgenden Sitzungen zu haben. Wir ersuchen die Delegierten und Gäste nochmals dringend, möglichst umgehend ihre Wohnungsbestellungen unter Benutzung der wiederholt veröffentlichten Formulare an uns gelangen zu lassen. Allen auswärtigen Kongreßteilnehmern, deren Wohnungsbestellungen bis zum 12. .Dezember in Hamburg eingetroffen sind, wird die Adresse der für sie reservierten Zimmer nach ihrem Wohnort bekannt gegeben werden. Wer nach diesem Termin Zimmer bestellt, kann auf schriftliche Erledigung nicht mehr rechnen. Die Zuteilung der Wohnungen erfolgt dann an den Schaltern des Kongresses bzw. am Hamburger Hauptbahnhof. In den Tagen vor dem Kongreß werden wir nämlich einen ständigen Bahnhofsdienst auf dem Hauptbahnhof Hamburg einrichten, worüber noch nähere Mitteilungen erfolgen. Da aber wegen der Weihnachtstage ein sehr starker Reiseverkehr zu erwarten ist, IV „Ich scheide freiwillig aus dem Leben, ich ziehe den Selbstmord dem Tod des Wahnsinns aus Langeweile vor. Das Leben war mir eine einzige, ununterbrochene Lüge, voll Ekel und Langeweile, gähnende Langeweile. Ich hatte keinen Gott, keine Religion, kein Vaterland, keine Gesellschaft, keine Freunde. Die Christen nannten mich Jud, trotzdem ich seit meinem zwölften Lebensjahr Christ war, die Juden verachteten mich, obgleich rein jüdisches Blut in meinen Adern rollte. Meine Mitbürger nahmen mich nicht für voll, trotzdem ich einen großen Teil meines Vermögens für vaterländische Zwecke gespendet; die Arbeiter meiner Fabrik verachteten mich und nannten mich jüdischen Ausbeuter, und die bürgerlichen politischen Parteien stießen mich aus oder ignorierten mich, weil ich mich gelegentlich der Arbeiter anzunehmen pflegte. Gläubige Christen mieden mich, weil ich einer freisinnigen Kirchengemeinde angehörte, und Freisinnige und Freidenker nannten mich Heuchler und Charlatan, weil ich zuweilen in die Kirche zu gehen pflegte. Mir halfen weder Reichtum noch Bildung, noch künstlerischer Sinn —, ich war der Ausgestoßene, ein Paria, ein Tschandala. Man verdächtigte meine Gutmütigkeit, man schmähte meinen Namen, ich war überall ein Schimpf und ein Spott. Viele Schmeichler und Schmarotzer liefen mir nach, aber ich konnte zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden. Was habe ich verbrochen? Ich mußte die Schuld meines Vaters büßen .. . Kein Hund mag so länger leben. Verfluchte Einsamkeit . . . Ohne Religion, ohne Volk und Vaterland, ohne Rasse, ohne Blutbruder . . . Ein solches Leben ist eine einzige, ununterbrochene Lüge, ein Sumpf — Werde ich im Schoß der Erde Ruhe finden? — (( o o o o o o o ]1 o o o o o liegt es im Interesse jedes Ankommenden, sich auf jeden Fall schon vorher ein Zimmer zu sichern und über die Lage seines Hotels orientiert zu sein. In den Räumen des Kongreßgebäudes wird ein unter Aufsicht des Hamburger Oberrabbinats stehendes Restaurant und eine Teestube eingerichtet werden. Es sei an die schon wiederholt angekündigten Veranstaltungen erinnert: 1. Der öffentliche Vortrag von Dr. Max Nordau- Paris über „Das Judentum im IQ. und 20. Jahrhundert" findet Mittwoch den 29. Dezember, abends 9 Uhr, im Konventgarten statt. Eintrittskarten zu Jt 4, 2 und 1 sind im Kongreßbureau erhältlich. Nach auswärts erfolgt die Kartenausgabe nur gegen vorherige Einsendung des Betrages und des Rückportos. Für Delegierte ist der Zutritt frei. 2. Am Sonntag den 26. Dezember, abends 8 Uhr pünktlich, findet in der Ernst-Merk-Halle des Zoologischen Gartens das große Schauturnen der Jüdischen Turnerschaft (Verband der jüdischen Turnvereine) statt. Karten hierfür sind unentgeltlich gegen Einsendung des Portos durch das Kongreßbureau zu beziehen. 3. Am Dienstag den 28. Dezember findet in der großen Halle des Zoologischen Gartens ein von den im K. Z. V. (Kartell zionistischer Verbindungen) und j^^AUS DER BEWEGUNG

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