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Die Welt · 1909-11-19 · 47 (19.11.1909) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
47 (19.11.1909)
Date
1909-11-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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1036 DIE 3ÄEELT No. 47 t 'I. ityjfV'f ijfc.lr, «I» *tr; „j| Wunsch Ausdruck gegeben ward, daß die holländischen Delegierten zum Kongreß 1. ihre Stimme abgeben werden gegen jede Änderung des Baseler Programms, 2. das Ihrige tun werden, daß der Sitz der Leitung nach Berlin oder Wien kommt, 3. die Angelegenheiten Cowen und Bodenheimer, über welche der Neunte Delegiertentag eine Resolution annahm, in die Debatte bringen werden, 4. dazu mitarbeiten werden, daß das Organisationsstatut den Landsmannschaften und Födera.ionen die Befugnis gibt, selber ihre Delegierten in das A. C. (oder eine derartige Korporation) zu wählen. Namentlich der erste Teil dieser Resolution weckte erregte Debatte: es waren aber nur wenige, weiche sich dagegen aussprachen, und zum Schluß wurde der erste Teil von der Versammlung einstimmig angenommen. Der zweite Teil wurde, nachdem verschiedene sich gegen einen Urteilsspruch überhaupt in dieser Frage erklärt hatten, zurückgezogen. Der dritte Teil aber wurde, obgleich einige dagegen sprachen, angenommen. Und ebenso auch der vierte Teil. 'In der Abendversammlung fanden die Wahlen statt.; Es wurden ernannt: zum Bundesschriftführer (statt des Herrn D. Cohen, welcher auf längere Zeit nach Deutschland verreist) Herr N. de Lieme, Haag; zum Redakteur des Bundesorgans (statt des bisherigen Redakteurs A. B. Kleerehoper) Herr Dr. jur. B. P. Gomperts, Amsterdam; zum Mitglied des Bundesvorstands (statt des Herrn 5. Hoofien) Herr Dr. A. van Raalte, Dordrecht. Der nächste Delegiertentag wird in Groningen abgehalten werden. Österreich TepHtz-Schönau. Ein aus jedem Gesichtspunkte erfreuliches Ereignis hat sich in unserer Gemeinde vollzogen. Angeregt von dritter, zwischen den Parteien stehender Seite, welche auch in verdienstlicher Weise die Leitung der langwierigen Verhandlungen übernahm, ist bezüglich der bevorstehenden Kultusgemeindewahlen ein Kompromiß zwischen den in betreff des Zionismus seit Jahren sich hart bekämpfenden Parteien zustande gekommen. Die wesentlichen Punkte sind folgende: Die Zionisten erhalten in der Repräsentanz ,13 Mandate, die bisherige Mijorität war 17. In den Vorstand werden drei Zionisten, aus diesen der Kultusgemeindevorsteher-Stellvertreter gewählt, die bisherige Majorität entsendet den Kultusgemeindevorsteher und fünf Vorstandsmitglieder. Die Kunstgewerbeschule „Bezalel" in Jerusalem erhält von der Kultusgemeinde 600 K Subvention in drei Jahresraten. Die weiteren. Kompromißpunkte liegen auf dem Gebiete der Statutenänderung und kommen für unsern Parteistandpunkt nicht in Betracht. Beide Parteien waren von dem Wunsche beseelt, einen Streit zu beenden, dessen neues Aufflammen bei den diesmaligen Wahlen der gesamten Judenschaft von Teplitz-Schönau nachteilig hätte werden können, denn der Kampf wäre zweifellos mit einer bisher nie beobachteten Leidenschaftlichkeit geführt worden. Das Kompromiß ist ein fiir beide Teile ehrenvolles, zumal jede Partei ihren prinzipiellen Standpunkt aufrechterhält. Wir Zionisten in unserer Stadt konnten dieses ehrenvolle Obereinkommen um so mehr treffen, als uns keine andere Form der „Eroberung der Gemeinden" vorschwebt, als die der Überzeugung durch die Macht der Argumente und der Tatsachen, daß wir unsere Juden nicht schädigen, wohl aber allen, somit auch unsern Juden nützen wollen und auch wirklich nützen. Teplitz-Schönau. Am Samstag den 20. November, findet im „Hotel Europe" der Kongreß wahlabend statt. Es werden die Kongreßkandidaten sprechen und die Wahlen vollzogen. Die diesjährige Makkabäerfeier wird am 12. Dezember in den „Lindenhofsälen" veranstaltet. In unserm Vereine herrscht nach wie vor reges Leben, das Interesse an der zionistischen Arbeit ist in weiten Kreisen lebendig, die Fortschritte, welche die Verbreitung unserer Idee macht, sind deutlich sichtbar. Rußland Odessa: Der Zionistische Verein „Kadirnah" diskutierte in seiner jüngsten Sitzung eifrig über die gegenwärtige Lage der zionistischen Bewegung. Nach eingehender Erörterung beschloß die Versammlung, in Würdigung der von den Leitern unserer Bewegung unter den gegenwärtigen Verhältnissen geleisteten Arbeit, dem E. A. C. ihr Vertrauen auszusprechen. □ □1 PI PALÄSTINA □!□ D 4. k, 21 l|p; I?» A*f Generalversammlung des Rischoner Weinbauer-Syndikats Am 3. Cheschwan begann im Beth-Am von Rischon l'Zion die dritte Generalv rsammlung des palästinensischen Weinbauer- Syndikats. Der Vereinigung gehören über 350 Mitglieder in den judäischen Kolonien, in Sichron-Jakob und in Rosch-Pinah an. An der Versammlung beteiligten sich 80 Delegierte, die zusammen 352 Stimmen repräsentierten und zwar: 13 „ Rechoboth, „ 99 8 „ Sichron-Jakob, „ 79 n 5 „ Katra, „ 20 }J 3 „ Petach-Tikwa, » 30 J} und 1 „ Wadi-il Chanm, der 2 „ repräsentierte. Herr Gluskin, der Direktor des Syndikats, teilte in der Eröffnungsrede mit, daß Baron Rothschild und der Präsident der ICA ihm bei seinem Aufenthalt in Paris ihre volle Zufriedenheit mit dem Geschäftsgang der Vereinigung ausgedrückt hätten. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden durch zweckmäßige technische Maßregeln die Produktionskosten wesentlich verringert. Die Nachfrage nach Palästinawein aus den jüdischen Kolonien ist stets im Steigen begriffen. Bestrafte Missetäter Vor einigen Monaten haben einige arabische Burschen in jüdischen Plantationen großen Schaden angerichtet. Das Gericht verurteilte nun 5 von den Verbrechern zu Gefängnisstrafen von 3—3^2 Jahren. Mandeln-Ernte In diesem Jahre haben sich die Mandelpflanzungen Palästinas durch besondere Ergiebigkeit ausgezeichnet. Auch die Tendenz des ausländischen Marktes war eine befriedigende. In Rechoboth haben mehrere Kolonisten bis 60 Frs. Einnahmen per Dunam erzielt. In Marseille ist eine besondere Verkaufsstelle für Palästina- Mandeln errichtet worden. Straßenbepflasterung in Jerusalem Herr Salomon Feingold hat mit der Jerusalemer Gemeindeverwaltung ein Abkommen getroffen, wonach er für die B^pflasterung sämtlicher Straßen geeignete Steine zu liefern hat. Durch diese Maßregel wird sowohl der Staub im Sommer wie die schädliche Wasseransammlung im Winter verhindert werden. Im Verein mit der nun zu erwartenden Wasserleitung bedeutet die neue Einrichtung einen weitern beträchtlichen Fortschritt für Jerusalem. Einwanderung von Jemeniten Die Einwanderung jemenitischer Juden nach Palästina dauert erfreulicherweise fort. In den letzten Wochen sind wieder ca. 150 Seelen: in Jaffa angelangt. Dem Alter nach waren unter ihnen Männer bis 30 Jahre 15 über 30 „ 18 Frauen bis 30 „ 27 über 30 „ 15 Kinder bis 13 „ 36 „ von 13—18 Jahren 7 Greise.................. 4 Zusammen... 122 Bei etwa 30 Personen wurde das Alter nicht ermittelt. Durch die Vermittlung des „Hapoel Hazair" wurden 18 Familien in Rechoboth und 11 Familien in Rischon aufgenommen. In beiden Kolonien fanden die Jemeniten freundliches Entgegenkommen.

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