Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 52 (24.12.1909)
- Date
- 1909-12-24
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3315709-3316349-3316403--52658-3346039- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Der erste Teil seines Vortrags behandelte die Eigenschaften und die Stellung, die das Hebräische früher im Judentum einnahm im Gegensatz zu der untergeordneten Stellung, zu der es jetzt herabgedrückt wird. Er wies auf die Schädigung des historischen Juden-, tums hin, die durch die Vernachlässigung und systematische Ausschaltung der Nationalsprache herbeigeführt wird. Der Redner behandelte sodann das Sprachproblem als solches und unterzog einer strengen kritischen Prüfung die Frage der Verlebendigung des Hebräischen. Er gelangte zu dem Resultat, daß diese Verlebendigung nicht nur im Interesse des Judentums überhaupt erwünscht, sondern auch sachlich und wissenschaftlich möglich sei. Der Vortrag schloß mit einem begeisterten Aufruf an das westeuropäische Judentum, an diesem Kulturwerk mitzuarbeiten, und klang in einer Reihe von positiven Vorschlägen aus, die den Weg zeigen, wie dieses hohe Ziel durch Organisation und Pädagogik zu erreichen sei. Der Vortrag wurde von der zahlreichen Versammlung enthusiastisch aufgenommen und soll von dem vorbereitenden Komitee zwecks Propaganda veröffentlicht und massenhaft verbreitet werden. Am Nachmittag wurde die zahlreich besuchte unti von verschiedenen Vereinen Rußlands, Österreichs, Deutschlands beschickte Konferenz eröffnet. Die Eröffnungsrede hielt Herr Dozent Dr. Banneth. Der gelehrte Hebraist entwarf in tiefempfundener Weise ein Bild des Aufschwunges der hebräischen Sprache in der Diaspora und in Palästina, wobei er auf die Wege und Mittel hinwies, die geeignet wären, eine Wiederbelebung des alten Hebräischen herbeizuführen. Seine Rede, die im biblischen Stil gehalten und mit vielen Versen durchflochten war, machte einen tiefen Eindruck. Im Namen des vorbereitenden Komitees berichtete der bekannte Orientalist, Professor Dr. Mittwoch, über die bisherigen Arbeiten desselben. Seine Rede, in einem musterhaften, recht modernen Hebräisch gehalten, wurde mit großem Beifall aufgenommen. Ein ausführlicheres Referat über die Bestrebungen und Aufgaben des vorbereitenden Komitees wie auch über das hebräische Kulturproblem im allgemeinen hielt Herr Dr. Martin Buber, der in gefühlvoller und formvollendeter Weise die Richtlinien der Tätigkeit vorzeichnete. Sodann schritt die Versammlung zur Wahl des Präsidiums. Ins Präsidium wurden gewählt: Nahum Sokolow als Vorsitzender, M. Ussischkin und Leo Motzkin. Zu Beisitzern wurden gewählt: Dr. Joseph Klausner und Dr. Mossensohn. Die Wahl erfolgte per Akklamation. Allgemeine Aufmerksamkeit lenkte auf sich der gefeierte hebräische Schriftsteller Achad-Haam, der sich in der ihm eignen meisterhaften Weise an der Diskussion beteiligte. Nach der Eröffnung der Sitzung durch den Vorsitzenden erstattete Herr Leo Motzkin einen genauen Bericht, in dem er die früheren Berichte des vorbereitenden Komitees ergänzte. Den Hauptgegenstand der Konferenz bildete die Frage der Einberufung eines Hebräischen Kongresses. Charakter, Zweck, Ort und Zeit dieser beabsichtigten Veranstaltung gaben zu gründlichen Erörterungen Anlaß, die sich nicht nur auf dieses eigentliche Thema beschränkten, sondern auch mehrere Fragen kultureller und pädagogischer Natur, wie auch literarische Probleme, welche die Gemüter der hebräischen Schriftsteller und der Freunde der nationalen Literatur jetzt bewegen, beleuchteten. Mit wenigen Ausnahmen wurde die Diskussion im Hebräischen (zumeist in sephardischer Aussprache) geführt. An der Diskussion beteiligten sich Achad-Haam, Dr. Klausner, Ussischkin, Ben-Awigdor, Motzkin, Professor Mittwoch, Dr. S. Bernfeld, S. P. Rabinowitsch, Dr. Tartakower, Dr. Kahen, Joseph Lin, Sch. Pinski, Dr. Scheinkin, Sch. Tschernowitz, M. Kleinmann und viele andere. Einen besondern Eindruck machten die wohlklingenden Ansprachen des Herrn Dr. Mossensohn aus Jaffa. Unter den Konferenzmitgliedern befand sich auch der bekannte hebräische Schriftsteller Herr David Frischmann aus Warschau. Es befanden sich auch die Redakteure Herr David Flor entin und Herr Aardidi aus Sal oniki daselbst, die für ihre spaniolischcn Zeitungen fleißig Notizen machten. Überhaupt war die Presse sehr stark vertreten. Wir sind zur Stunde noch nicht in der Lage, über das endgültige Resultat der Konferenz zu berichten. Nach den uns vorliegenden Nachrichten scheint es fast sicher, daß der beabsichtigte Kongreß im Laufe dieses Jahres, und zwar in Palästina, abgehalten werden soll. Für die Ausarbeitung eines genauen Programms und für sämtliche Vorbereitungen ist ein Komitee eingesetzt worden, über dessen Zusammensetzung und Tätigkeitsprogramm wir noch berichten werden. Der Vorsitzende, der nach Hamburg abreisen mußte, konnte nicht" der Konferenz bis zum Schluß beiwohnen. Die Herren Ussischkin und Motzkin führten als Mitglieder des Präsidiums den Vorsitz bis zum Schluß. Außer den offiziellen Sitzungen fanden auch verschiedene Pri vatbesprechungen statt, während deren viele aktuelle Fragen zur Sprache gelangten, von denen erwartet werden dürfte, daß sie dazu beitragen werden, einen Zusammenschluß der hebräischkulturellen Kräfte zur Beförderung der Sprache und der Literatur herbeizuführen. Aus e i n e r s t i 11 e n W e 11 betitelt sich eine Sammlung Erzählungen, Novellen und Humoresken aus der modernen jüdischen Literatur, die im Verlage von Winz & Co., G. in. b. H.. Berlin S. 42, erschienen ist. Näheres enthält der Prospekt, der einem Teil der Aufiage unserer heutigen Nummer beigelegt ist. Unserer heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Firma Hans Wolffin Gotha bei, den wir der Aufmerksamkeit unserer Leser empfehlen. Im Isr. Mädchenpensionat von Geschwister Isaacsohn in Berlin W. 30 finden junge Mädchen bei liebevollster Fürsorge und Behandlung einen angenehmen Familienkreis. Das Pensionat wird streng rituell geführt und verfügt über ausgezeichnete Referenzen von Eltern der Zöglinge und andern Personen. Eine total verkehrte Ansicht ist die, daß ein Füllfederhalter teuer sein muß, wenn er gut sein soll. Das beweist Ihnen jsin Versuch mit der Patentfüllfeder „Klio1', die bei außerordentlich billigem Preise Vorzüge hat, die selbst die teuersten Füllfedern nicht aufweisen. Sie können vor allen Dingen mit ,,Kliou zu jeder Zeit und an jedem Ort so schreiben, wie Sie es gewohnt sind, denn die Tinte fließt nur in der Menge zur Feder, wie Sie es wünschen. Dann können Sie auch „Klio" in jeder Lage in der Tasche tragen, ohne daß Tinte auslaufen kann. Wenn Sie also ein wirklich praktisches Geschenk machen wollen, dann kaufen sie einen „Kliou-Füllfederhalter, den Sie bei jedem Schreibwarenhändler haben können. Kataloge versenden die alleinigen Fabrikanten, die Firma Klio-Werk, G. m. b. H. in Hennef a. d. Sieg, an alle Interessenten gratis und franko. Die in dieser Nummer veröffentlichten Reproduktionen stellen einige der neuesten Aufnahmen ausdem„Bezalel"dar. THE PALESTINE LAND DEVELOPMENT COMPANY LTD. Sie bezweckt auf kommerzieller Basis unter Anwendung moderner kolonisatorischer Methoden: 1. den Erwerb, die Ameliorierung und Parzellierung größerer Grundstücke in Palästina für eigene und für fremde Rechnung behufs Schaffung neuer Siedlungen (Kolonien); 2. die Anlage und Pflege extensiver und intensiver Kulturen für eigene und für fremde Rechnung; 3. die systematische Ausbildung und allmähliche Seßhaftmachung jüdischer Landarbeiter in Palästina. 1 Gründeraktie kostet £ 50.—.— Ji 1025.— 1 Namensaktie „ „. 1.—.— „ 20.50 1 Vorzeigeraktie „ „ 1.1.6. „ 22.— Zahlungen für Rechnung der P. L. D. C." nehmen folgende Banken entgegen: The Jewish Colonial Trust Ltd., London E. C, Wajbrook, Brook House. A. H. Heymann & Co., Berlin N.W. 7, Unter den Linden 59. Die Gesellschaft ist laut ihren Statuten zur Annahme von Teilzahlungen nicht berechtigt. Die Gesellschaft steht im ersten Betriebsjahr. Nähere Auskünfte erteilt das Bureau der P. L. D. C, Berlin W. 15, Bleibtreustraße 34/35. Es half sofort! Dies bestätigen über 1000 Anerkennungen Kranker, die Limosan- Tabietten bei Gicht, l&lieuiii£Ltismus und andern Harnsäureleiden erprobten. Eine Probe unseres Mittels nebst ausführlich aufklärender Broschüre und Anerkennungen senden l/Y^Qf pf||f\e ^Q Leidenden, die uns wir nXJolVillUd perPostkarte ihre Adresse mitteilen. Chemisches Laboratorium Limosan, Postf. 531, Limbach-Sa.