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Die Welt · 1909-09-03 · 36 (3.9.1909) · page 12

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
36 (3.9.1909)
Date
1909-09-03
Page
– (sequence 12)
Language
German
Belongs to
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800 DIE ELT No. 3b . •■JbH* * W7 ■! -iMi$*> SPRECHSAAL JZ^^JL Diese Rubrik, für die die Redaktion keine Verantwortung trägt, ist Zuschriften aus dem Leserkreise zum freien Meinungsaustausch offen Qlückwunsch=AbI8sungen Roschhaschanah, das Fest unseres Jahreswechsels, naht heran. Es bringt uns Möglichkeiten, uns materiell in unserm Kampf für unseres Volkes Wohl zu stärken. Wir wollen sie nicht ungenützt vorübergehen lassen. Alljährlich werden Tausende durch die Versendung von Glückwunschkarten unserm Volksvermögen entzogen und kommen den Postverwaltungen zugute, deren Beamte nebenbei nicht gerade von der durch das jüdische Neujahr ihnen erwachsenden Mehrarbeit entzückt sind. Man hat schon oft angeregt und versucht, diese Summen unseren Zwecken zuzuführen. Es blieben aber stets nur tastende Versuche einzelner Gruppen. Es wäre an der Zeit, jetzt etwas System in diese Arbeit zu bringen. Zunächst: welchem Fonds sollen diese Beträge zugeführt werden? Für unsere Gesinnungsgenossen kommt natürlich in erster Reihe der Nationalfonds in Frage. Es -wäre aber eine Selbsttäuschung ganz unzweckmäßiger Art, wollten wir nicht zugestehen, daß für die Nichtzionisten in ihrer großen Mehrzahl das Wort „National" noch immer sehr abschreckend wirkt. Sollen wir darum auf ihre Ablösungsbeiträge verzichten oder sollen wir dem Rechnung tragen? Sollen wir nicht wenigstens bei denen, die trotz ihrer antinationalen Gesinnung doch warme Freunde Palästinas sind, dieses Moment nutzen und sie veranlassen, einem Palästina gewidmeten Zweck, der aber einen weniger verfänglichen Namen trägt, ihre Ablösungsspende zukommen zu lassen? Sicherlich doch. Einen solchen Zweck haben wir im „Palästina- Kulturfonds". Wenn er auch bisher etwas stiefmütterlich von uns selbst behandelt wurde, so wollte damit nicht bewiesen werden, daß wir seine Wichtigkeit nicht anerkennen. Er ist überaus wichtig, wenn auch vielleicht nach der Auffassung mancher nicht so dringlich, wie z. B. unsere agrikulturellen Institutionen. Immerhin wollen wir uns jetzt wieder seiner erinnern. Es kommt nämlich noch hinzu, daß einige Versuche im vergangenen Jahre gelehrt haben, daß eine ganze Anzahl von Leuten an verschiedenen Orten, die für den Nationalfonds sonst durchaus nicht zu haben waren, gern und willig ihre Roschhaschanah-Wünsche für den Palästina-Kulturfonds ablösten. Was sollen wir also tun? Man lasse Aufforderungsschreiben herstellen, etwa nachstehenden Inhalts und versende sie an geeignete Adressen des Ortes oder auch des Distriktes: „Sehr geehrter Herr! Beim Herannahen des Roschhaschanah- Festes erlauben wir uns, an Sie die herzliche Bitte zu richten, Ihre Glückwunschkarten durch eine Spende für den Palästina- Kulturfonds abzulösen, um so die alljährlich für Karten und Porto ausgegebenen Summen einem höhern Zwecke nutzbar zu machen. Dieser Fonds wird zur Förderung in Palästina vorhandener oder zu errichtender kultureller Anstalten, wie Schulen, Bibliotheken usw. verwendet. Da unter den neuen türkischen Verhältnissen ein bedeutender kultureller Aufschwung Palästinas bereits zu beobachten ist, so ist es gerade jetzt Pflicht eines jeden Juden, dieses Fonds zu gedenken. Auch der kleinste Beitrag ist willkommen. Wir bitten Sie, anliegende Postanweisung (Zahlkarte) frdl. ausgefüllt absenden zu wollen, und zwar baldigst, damit noch vor dem Fest der Ausweis in der „Jüdischen Rundschau" (auf Wunsch auch in der.....Zeitung) erfolgen kann. Hochachtungsvoll! Lokalkomitee des Palästina- Kulturfonds." Natürlich müssen hierunter noch geeignete Unterschriften kommen. An der im Text punktierten Stelle gebe man den Namen einer am Ort oder im Distrikt von Juden besonders gelesenen Zeitung an. Als Zahlstelle nehme man möglichst ein Bankhaus. An manchen Orten dürfte auch eine kürzer gefaßte Aufforderung in einer Tageszeitung angebracht sein. Bei Zionisten klebe man an das Zirkular einen bunten Zettel mit dem Aufdruck: „Die Spende wird auf Ersuchen auch dem „Jüdischen Nationalfonds" zugeführt". Hugo Schachtel. Kongreßfragen Jedesmal tauchen vor dem Kongreß Bewerber auf, die vorher selbst den Mitgliedern ihrer eigenen Gruppe unbekannt waren und die auf die eine oder andere Weise in den Besitz von Mandaten gelangen. Es ist höchste Zeit, dringend davor zu warnen, Personen, die nicht mit dem Wesen der zionistischen Bewegung seit langer Zeit völlig vertraut sind, zu wählen. Diese Elemente stören den Gang der Verhandlung. In andern Parlamenten, die langsamer arbeiten und bei denen heute die Kommissionen die Hauptarbeit leisten, stören Mitglieder, die von keinerlei Sachkenntnis getrübt sind, viel weniger. Der oft wenig parlamentarische Gang des Kongresses ist darauf zurückzuführen, daß zu viele Neulinge erscheinen, Leute, die keine Ahnung von einem Parlament besitzen, oder die sich mit den zionistischen Fragen absolut nicht eingehend befaßten und nun mit irgendwelchen Ideen und Anträgen usw. auftauchen. Ein zionistischer Kongreß muß klein sein. Die Sprachenverschiedenheit, die Kürze der Zeit, die Größe des Pensums verlangen einen gut geschulten Körper. Lieber sind einige überflüssige Personen weniger da als zu viel. Deshalb lautet die Parole, unbekannte Parteigrößen nicht zu wählen. Es hat gar keinen Sinn, wenn die „Südafrikaner" einige „Deutsche" wählen, die sie nicht kennen. Wer für die Partei wirklich so viel geleistet hat, daß er über das Schicksal des jüdischen Volkes entscheiden soll, der wird mit der Zeit sicherlich so bekannt, daß ihn eine Gruppe als Delegierten wählt. So aber treffen wir in fast allen größern Orten, z. B. Deutschlands, frühere Delegierte, die absolut kein Interesse mehr für die Partei zeigen. Nach 1—2 Jahren hatten sie sich schon genug geleistet für das jüdische Volk. Unsere Bewegung kann nur vorwärts gehen, wenn wieder ein arbeitsfähiger Kongreß zusammentritt. F. T. SCHEKELAUSWEIS Schekelsammlung für das Jahr 5669 (V. Ausweis) Zentralkomitee der zionistischen Organisation für Rußland (einschließlich der bereits früher ohne Spezifikation ausgewiesenen Ji 9363.60) Augustow, Gouv. Suwalk Rub. 6.04; Armawir, Kuban 9.70; Biela, Siedlietz 25.—; Baku 150.—; Balta, Podol. 20.—; Baiin, Podol. 11.—; Baranowitzi, Minsk 30.—; Barischewka, Poltawa 10.—; Batum 14.—; Beresowka, Cherson 35.—; Berschad, Podol. 22.70; Borissow, Minsk 79.43; Bozedarowka, Ekaterinosl. 13.50; Bohuslow, Kiew 25.—; Bolschaja-Lepaticha, Taurid. 10.—; Bratolubowka, Cherson 14.80; Brest-Lit.,Grodno 100.—; Briansk, Grodno 6.—; Butrimanzi, Wilna8.50; Belgorod, Kursk4.50; Bielostok, Grodno 100.—; Charbin 52.50; Chorol, Poltawa 14.—; Dwinsk, Witebsk 99.82; Dombrowa, Pietrokow 25.—; Dobrinka, Tambow 8.33; Dunajewzi, Podol. 77.79; Fastow, Kiew 20.—; Filippow, Suwalk 10.—; Grosny, Eriwran 10.—; Gorodniza, Wolyn. 24.—; Golaja- Pristan, Taurid. 35.—; Gaisin, Podol. 12.—; Graiwolin, Siedlietz 1.—; Glusk, Minsk 10.50; Gombin, Warsch. 10.—; Gornostajewka, Taurid. 21.—; Grajewo, Lomza 70.—; Grischino —.50; Grodisk, Warsch. 26.50; Grodno 10. —; Jekaterinoslaw 85.25; Jeletz, Ortow 40.—; Jelnia, Smolzn.4.84; Jelisabethgrad, Cherson 80.38; Jemeltschino, Wolyn. 15.—; Irkutsk 102 50; Iwangorod, Lublin 4.—; Jusowska, Jekaterin. 23.14; Jasenowka,' Grodno 5.—; Jaltuschkow, Podol. 5.—; Jarmalinzi, Podol. 43.50; Janischki, Kowno 13.50; Kadino, Mohilew5.35; Kanawino, Nizegorod 15.—; Kainsk, Tobol 14.85; Korez, Wolyn. 13.—; Krinkow, Poltawa 15.—; Kilia, Bessarabien 9.85; Kamrat, Bessarabien 11.—; Klinzi, Tschernigow 13.09; Kolo, Kaiisch 63.37; Keidani, Kowno 10.—; Kelmi, Kowno 25.—; Kertsch, Taurid. 36.25; Kiew 200.—; Kobeliaki, Poltawa 10.—; Kowno 55.—; Konotop, Tschernigow 25.—; Konstantinow, Jekaterinosl. 35.25; Korizin, Grodno 10.—; Kremenez, Wolyn. 26.50; Kusmin, Podol. 1.50; Kielzi 35.—; Landwarowo, Wilna 2.—; Lenziza, Kaiisch 25.—; Libau 100.—; Lipkani, Bessarabien 8.07; Lipno, Plotzk 15.—; Lido, Wilna 50.—; Lodz, Pietrokow 100.—; Loew, Minsk 8—; Lowitsch, Warschau 8.80; Losowaja, Jekaterinosl. 8.—; Lugini, Wolyn. 13.50; Lunno, Grodno 2.50; Liady, Mohilew25.—; Luzk, Wolyn. 110.—; Luban, Minsk 2.50; Lublin50.—; Luboml, Wolyn. 1.—; Lianzkorun, Podol.8.—; Masowetzk, Lomsch 10.—; Minsk 68.95; Mohilew, Mohilew 43.—; Meziretschje, Siedlietz 7.90; Molodezno, Wilna 7.90; Malin, Kiew 14; Mariampol, Suwalk 1.58; Mariupol, Jekaterinosl. 15.—; Mohilew, Podol. 50.—; Moskau 140.43; Mischinez, Lomz20.—; Nerzinsk,Zabajk.

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