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Die Welt · 1909-08-13 · 33 (13.8.1909) · page 15

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No. 33 DIE&sEtLT V Um diese Organisation zu schaffen, berufen wir alle, die gleich uns ihre Notwendigkeit erkannt haben, zu einem Kongreß für hebräische Sprache und Kultur, der im Dezember dieses Jahres stattfinden wird. Die Aufgabe des Kongresses wird darin bestehen: 1. Die Grundlagen und das Programm einer Gesamtorganisation zur Förderung der lebendigen hebräischen Sprache, der hebräischen Literatur und der hebräisch-sprachlichen Erziehung auszuarbeiten. 2. Eine sichere reale Basis — etwa in der Form der Begründung eines Fonds — zu finden, die allen Teilen dieser Tätigkeit den Bestand sichern soll. Der hebräische Kongreß ist nicht die Versammlung dieser oder jener Gruppe und Partei, sondern eine allgemein nationale Versammlung, una jeder Jude, der die hebräische Sprache als unsere Nationalsprache betrachtet und an einer organischen Arbeit im Dienste ihrer Wiedergeburt mitzuwirken wünscht, kann daran teilnehmen. Die Tagesordnung und die in Aussicht genommenen Referate sowie die genauen Angaben über Zeit und Ort werden demnächst mitgeteilt werden. S. J. Abramowitsch (Mendele mocher seforim) (Odessa). Achad Haam (London). A. L. Ben-Avigdor (Warschau). E. Ben Jehuda (Jerusalem). Sch. Ben Zion (Jaffa). Ch. N. Bialik (Odessa). Dr. Markus Braude (Lemberg). Jacob Cahan (Bern). Professor H. P. Chajes (Florenz). Dr. J. Chasonowitz (Bialystock). S. Dubnow (Petersburg). Dr. M. Ehrenpreis (Sofia), haak Epstein (Lausanne). Solomon Eppstein (Petersburg). David Frischmann (Warschau). Jehuda Grasowsky (Beyruth). Professor Josef Halevy (Paris). S. A. Horodezky (Bern). Markus Kahan (Jaffa). Dr. J. Katzenelensohn (Petersburg). Professor Leon Kellner (Czernowitz) Dr. Josef Klausner (Odessa). A. L. Lewinsky (Odessa). M. L. Lilienblum (Odessa). Dr. J. L. Magnes (New York). Jakob Mase (Moskau). Dr. J. Niemerower (Jassy). Dr. Max Nordau (Paris). J. Ch. Rawnitzky (Odessa). Professor Boris Schatz (Jerusalem). Salomon Schiller (Lemberg). S. Schneider (Warschau). Scholem Aleichem (Nervi). Dr. N. Slousz (Paris). N. Sokolow (Köln). Dr. N. Syrkin (New York). Dr. Osias Thon (Krakau). Dr. E. W. Tschlenow (Moskau). M. M. Ussischkin (Odessa). Dr. Ch. Zhitlowsky (New York). Hillel Zeitlin (Warschau). David Yellin (Jerusalem). Zentralkomitee der „Ibria". Zentralkomitee des Lehrerverbandes, in Palästina. Hebräischer . Lehrerverband in Rußland. Hebräischer Lehrerverband in Österreich. „Hasomir" in Warschau. Das vorbereitende Komitee in Berlin. Dozent Dr. E. Baneth. Rüben Brainin. Dr. Martin Buber Berthold Feiwel. S. J. Hurwitz. Dr. Schmarja Levin. Rabbiner Dr. Emil Levy. Dr. Heinrich Löwe. Privatdozent Dr. Eugen Mittwoch. A. L. Motzkin. Rabbiner Dr. M. Warschauer. Dr. L. Wilensky. Das Sekretariat: B. Gottlieb. Josef Lin. Adresse: Herrn Dozenten Dr. E. Baneth, für Kulturkongreßkomitee, Berlin C, Rosenthalerstr. 25. Der vorexilische jüdische Landwirtschaftskalender aus Qezer Das letzte Quaterley-Statement des Palestine-Exploration-Fund bringt den Schluß von Macalisters Bericht über die Ausgrabungen in Gezer, die nunmehr nach Erlöschen des Fermans und dem Aufbrauchen der verfügbaren Gelder aufgegeben werden sollen, obwohl für eine spätere Aktion noch Arbeit genug vorliegt. Die diesjährige Campagne hat keine besondern Resultate mehr erzielt. Dagegen enthält das Heft mehrere Aufsätze von Sebastian Roncevalle S. J., von Dr. Samuel Daiches und Prof. Dalman, über den früher gemachten merkwürdigen Fund einer Kalksteintafel, die einen alten Kalender oder eine Monatsliste in hebräischer Sprache trägt und die Monate nicht in ihrer offiziellen Sprache bezeichnet, sondern nach der Agrikulturarbeit, die in diesem Monat vorgenommen zu werden pflegt oder vorgenommen werden soll. Außerdem liegt ein weiterer größerer Aufsatz des bekannten Kanaanforschers Pere Vincent in der „Revue biblique internationale" vom April darüber vor; Einigkeit unter den Gelehrten — auch Lidzbarski (Greifswald), Referend Gray und Dr. Pilcher haben im Januar-Statement des Palestine- Exploration-Fund darüber geschrieben — ist noch keineswegs vorhanden; aber allgemeine Gesichtspunkte lassen sich aus den verschiedenen Arbeiten über dieses hochinteressante Fundstück doch schon feststellen, trotz vieler Differenzen im einzelnen. Es handelt sich um ein Palimpsest; d. h. die Vorderseite der Tafel war früher schon einmal beschrieben gewesen; es sind nicht 12 Monate aufgezählt, sondern nur 8 Agrikulturmonate: entweder handelte es sich also um größere Perioden als einen Monat oder solche Monate, in die keine landwirtschaftliche Arbeit fällt, sind einfach weggelassen. Auf der Tafel heißt es: 1. ein Monat der Fruchtaufspeicherung (Oktober, Tischrij; 2. ein Monat des Säens (November oder Dezember); 3. ein Monat der Heuernte oder der Spätsaat «Februar); 4. ein Monat der Flachsernte (eigentlich des Flachsausraufens, März); 5. ein Monat der Gerstenernte (April); 6. ein Monat des Dreschens und Getreidemessens (Mai); 7. ein Monat des Weinstockbeschneidens (Juni); 8. ein Monat der Unterbrechung, nach andern ein Monat der Feigenernte. Ober die Einzelheiten hat man fast bei jedem Wort in Kleinigkeiten veischiedene Ansichten; merkwürdig ist, daß sich Flachs — dieses Wort steht fest — heutzutage nirgendsmehr in der Umgebung von Gezer gebaut findet; ebenso ist es auffällig, daß die häufigsten Nutzfrüchte dieser Gegenden in jetziger Zeit, nämlich Dhirrha und Sesam, in dem alten Kalender fehlen. Die Liste ist fast mit Sicherheit spätestens in das VI. Jahrhundert vor Christi zu setzen, so daß sie als eine der ältesten Beispiele hebräischer Schrift und überhaupt als eine der ältesten semitischen Inschriften anzusehen ist. Vincent setzt sie aus grammatikalischen Gründen, da die Sprache unter dem Einflüsse des Syrischen steht, in die Zeit kurz vor dem Exil; andere z.B. Lidzbarski denken an mehrere Jahrhunderte vorher und an Gleichzeitigkeit mit der Siloam-Inschrift. Über den Nutzen resp. die Verwendung dieser Tafel sind auch die verschiedensten Ansichten aufgestellt; Macalister glaubt, daß es eine Art Schreibübung des Landmannes ist, der gerade das Schreiben gelernt hatte und seinen Nachbarn damit zu imponieren gedachte, daß er seine schriftliche Arbeit in seiner Hütte sichtbar aufhängte. Dagegen ist Pater Roncevalle, der Professor der orientalischen Archäologie am St. Josefsstift in Beirut, der Ansicht, daß es sich um eine offizielle Kopie oder um einen Auszug aus einem administrativen Reskript handelt, das periodische Forderungen aufstellt, die an die ländliche Bevölkerung um Gezer herumgestellt wurden und die Arbeiten von längerer Dauer betreffen. Es mag also dort ebenso gewesen sein, wie heutzutage bei unserer Weinernte, wo die Obrigkeit den Schluß der Weinberge und den Termin der Weinlese festsetzt. Auch jetzt noch gibt der Scheich in Palästina für gewisse landwirtschaftliche Hantierungen die Anweisungen. Warum könnte dies vor 2500 Jahren nicht auch der Fall gewesen sein? Dr. Daiches, der einige babylonische Dokumente zum Vergleich herangezogen hat, ist der Ansicht, daß es sich hier um einen anerkannten Kalender handelt, obwohl ein exakter Zusammenhang mit dem babylonischen Kalender in keiner Weise zu ersehen ist. PARTEIFONDS Beim Jewish Colonial Trust, London, eingegangen: Sammlung der Südafrikanischen Federation: Cape Town Dorshei Zion Association .................£ 3.10.2. Sammlung der Sydney Zionist Society, Sydney: Sydney Zionist Society £ 5*—, P. J. Marks 0.5.0, David Blashki, M. Michelson, R. Beards, L. Abrahams, S. Ackman, J. Berkman ä 0.2.6..............zus. £ 6.0.0 Sammlung der Federation of American Zionists, New-York: Bnei Zion in New-Britain, Conn. $ 2.—, Jacob Rabinowitz, Harry Lonschein, Dr. D. S. Großman, Miß Fannie Mann, sämtlich per Altneuland, New-York ä, 1.—, J. Ast, Sol. Nachman, M. S. Cooper Phoebus, sämtlich per Dr. Herzl Y., M. H. A. in Newport News, Va. ä 1.—, Abe Simon, Victoria, J. C. Joseph&Sam. E. Roddy, Cameron, L. Raphael, San Angelo, S. Baum, San Antonio, Louis Heilbron, Taxarkana, sämtlich per Texas Zionist Association ä 1.—..............zus. r 15.-- Beim Zionistischen Zentralbureau, Köln eingegangen: Sammlung der Sammelstelle des J. N. F. für Österreich, Wien, Rzeszow, per N. F. K. Kurzmann: L. Chaim Kr. 5.—, Bielitz, per Huppert: Josef und Anna Robinsohn ä 5.—, Kremsier per N. F. K. Schimmerl: Jüdischnationale Studenten 2—...........zus. Kr. 17.— Insgesamt JC 270.55. Durch Herrn Maier Hemsen, Stanislau, gingen für den Bezalel ein: 1. Dr. med. Jakob Rubinstein, Stanislau, Mitgliedsbeitrag Kr. 5.— 2. Ingenieur Leib Rauch „ „ „ 5.— 3. Benjamin Isak Haller „ „ „ 5.— 4. Handelsfirma Weingarten & Frankel „ „ „ 5.— 5. Oberingenieur Moses Diamant „ „ „ 5.— 6. Samuel Bibring „ „ „ 5.— 7. Eisig Bacher „ „ „ 4.80 Kr. 34,80 Berirand Hamburg, Schatzmeister des Veitins Bezalel.

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