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Die Welt · 1909-07-09 · 28 (9.7.1909) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
28 (9.7.1909)
Date
1909-07-09
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 28 DIE^ELT 617 Die Einführung der Möglichkeit einer geheimen Sitzung halte ich für notwendig.. In der Geschäftsordnung sollte dann aber wohl vorgesehen sein, inwieweit von solchen Sitzungen Protokolle veröffentlicht werden und wie es mit der Anwesenheit von Journalisten, insbesondere von Journalisten, die gleichzeitig Delegierte sind, steht. Im Prinzip bin ich dafür, daß Legislative und Exekutive getrennt werden, daß also eigentlich der Präsident des A.-C. nicht Präsident des Kongresses sein kann. Indes sind die Erwägungen von Dr. M ei sei in Nr. 18 der „Welt" doch wohl ganz richtig, weshalb diese Bestimmung zunächst wegfallen sollte. Die „provisorische Tagesordnung" soll sich von der definitiven nur dadurch unterscheiden, daß letztere nur den Zeitpunkt der Verhandlung eines Gegenstandes abändern kann, daß aber alle Gegenstände der Verhandlung genügend vom A.-C. vorbereitet sind. Es darf nicht wieder wie beim letzten Kongreß auch nur der Verdacht auftauchen, daß der Kongreß ungenügend vorbereitet ist, nicht äußerlich, sondern innerlich. Früher befand sich im „Organisationsstatut" eine Resolution (daß sie überhaupt einmal gefaßt wurde, ist schon lehrreich), wonach alle Vorlagen des A.-C. an den Kongreß drei Monate vorher schon der Öffentlichkeit übergeben und zur Diskussion gestellt werden sollten. Jetzt heißt es in § 9 des O.-St., daß das A.-C. seine Vorlagen zwei Monate vor dem Kongreß motiviert bekanntzugeben hat. Es wäre vielleicht mit Rücksicht auf eine geordnete Tagesordnung diese Bestimmung auch in § 11 der Geschäftsordnung aufzunehmen. Der Kongreß hätte dann das Recht, es abzulehnen, in die Beratung eines Gegenstandes einzutreten, der ungenügend vorbereitet ist. Würde das A.-C. dieser Verpflichtung nachkommen, so würden dadurch auch die Verhandlungen des Kongresses erleichtert werden. Manche Reden würden dann nicht mehr gehalten werden, Zeitungsartikel würden sie vorwegnehmen. Vor allem aber könnte man dann von jedem Delegierten ein Vertrautsein mit der Materie erwarten und verlangen können, was dem Zwecke der Kongresse nur dienlich sein kann. Im § 15 wünschte ich auch die einfache Majorität in Zweidrittelmajorität abgeändert. * * Obiges war geschrieben, als die „Welt" zum selben Thema die Ausführungen von Josef Loewy brachte. Hierzu einige Bemerkungen: Nach meinen Erfahrungen ist es nicht richtig, daß „nahezu sämtliche Schekelzahler eines Ortes in der Ortsgruppe organisiert sind". In Breslau sind seit vielen Jahren trotz eines ziemlich niedrigen Gruppenbeitrags nur etwa 40 °/o der Schekelzahler in der Ortsgruppe. Wenn ich recht berichtet bin, ist es in andern deutschen Ortsgruppen nicht anders. Schon darum würde ich es für falsch halten, die Umwandlung mit der Ortsgruppe vorzunehmen, die Loewy vorschlägt. Das dürfte vielfach einen großen Ausfall an Einnahmen bedeuten. Es heißt dann a. a. O. weiter: „Die Ortsgruppe der heutigen Form verfolgt zwei ganz verschiedene Zwecke, einen zentralen verwaltungstechnischen und einen lokalen agitatorischen und gesellschaftlichen Zweck." Nach meiner Auffassung sind das drei Zwecke, von denen meines Erachtens der letzte nicht am Platze ist. In einer politischen Organisation soll man keine gesellschaftlichen Zwecke verfolgen. Dann wird auch kein Kliquenwesen aufkommen. Für gesellschaftliche Veranstaltungen sollen Klubs und andere Vereine sorgen, aber nicht die Ortsgruppe. So ist es auch in andern politischen Organisationen. Anderseits scheint mir aber in gar zu vielen Vereinsgründungen „unter dem Protektorat der Ortsgruppe" eine Gefahr zu liegen. Manche Kinder sind ungehorsam und gehen eigene Wege. Richtig scheint mir dagegen, daß in sehr vielen Ortsgruppen viel zu viel an den Rädern kleben bleibt. Wenn wir auch eine ganz andere Organisationsform darstellen wie der Hilfsverein, die Alliance, der Zentralverein d. St. j. Gl., so konstatierte ich doch schon längst mit Bedauern, daß in diesen Organisationen die Ortsgruppen viel größere Prozentsätze ihrer Einnahmen an die Zentrale abführen als die unsrigen. Ich bin mir noch nicht darüber klar, wie da abzuhelfen ist. Es wird aber vielleicht zweckmäßig sein, wenn möglichst viele Ortsgruppen, die ja meist ihr Geschäftsjahr ain 30. Juni oder 30. April abschließen, genaue Jahresbilanzen veröffentlichen, aus denen hervorgeht, wieviel Prozent ihrer Ausgaben sie für die einzelnen Zwecke hatten, also z. B. Versammlungen: a) öffentliche, b) interne — Flugblattversendung, — Schekelpropaganda, — N. F.-Propaganda, — Bankpropaganda, — Ölbaumpropaganda usw. Aus solchen Zusammenstellungen dürfte manches zu lernen sein, könnte mancher Schluß und manche Konsequenz zum Vorteil der Landes- und der Gesamtorganisation gezogen werden, abgesehen davon, daß dadurch manch eine Gruppe sehen wird, wo sie es an Tätigkeit hat fehlen lassen. Schließlich wünschte ich, daß zu dieser Frage nicht bloß Gesinnungsgenossen aus Deutschland das Wort nehmen, sondern auch aus andern Ländern. Loewy scheint mir zu sehr aus deutschen Verhältnissen für andere Länder gefolgert zu haben. Ich wahrscheinlich auch. Breslau, 5. Mai. Hugo Schachtel. Aufruf! Ein jüdischer Sportklub ist in Wien in Bildung begriffen, der einem längst fühlbaren Mangel im Sportleben Wiens abhelfen will. Allgemein bringt man diesem Plane das lebhafteste Interesse entgegen. Es soll insbesondere das Fußballspiel, dann Leichtathletik (wie Laufen, Springen usw.) und auch Schwerathletik gepflegt werden. Erstklassige Spieler und begeisterte Freunde des Sports, zahlreiche unterstützende und ausübende Mitglieder sind bereits gewonnen. Zwei komplette Mannschaften sind bereit, ihre jungen Kräfte im Training zu stählen. Diesem Verein die ersten Schwierigkeiten zu ebnen und sein Bestehen zu sichern, fordern die unterzeichneten Proponenten alle diejenigen, welche an der vornehmen Arbeit der körperlichen Hebung des jüdischen Volkes teilnehmen wollen, auf, dem jüdischen Sportklub als ausübende oder unterstützende Mitglieder beizutreten. Dr. Fritz Löhner, L. Weiß, S. Benedikt, W. Ulimann, S. Weinberger, Zuschriften sind zu richten an S. Weinberger, Beamter, Wien, II. Rembrandtstraße 19, Tür 9. Eingegangen bei Herrn Prof. Warburg, Berlin: Palästina-Schekel der Breslauer Ortsgruppe pro 1908,9 gesammelt durch Herrn Hugo Schachtel...... Jl 80.— Bei der Jüdischen Kolonialbank in London sind eingegangen: Für den Bezalel: Durch die South African Zionist Federation in Johannesburg Griqualand West Ezrath Z. A. Kimberley Mr. L. Springer 10.6, Dr. Zweiback 10.0, collected at a mass nieeting 2.2.6 (zus. 3.3.0), Johannesburg Young Israel Zionist Ass. 1.1.0, Roodepoort Dorshei Zion Association 2.0.0, Cape Town Dorshei Zion Association 2.8.0 . . £ 8.12.0 Durch Frau Dr. Ida Goitein, Mannheim, gingen für den „Bezalel" ein: Frau Betty Landauer, München, jährlicher Beitrag Jt 20.— Herr Max Kremer, München, jährlicher Beitrag „ 10.— J(, 30. — Für den Verein „Bezalel" gingen bei Herrn Dr. Ch. Hilf stein in Krakau ein: Krakau: Adolf Rose, „Verein Akiba" Mittelschüler, Emanuel Mirtenbaum, Julius Schönwetter, Mitgliedsbeiträge ä Kr. 5.—, Mose Roth, Spende 1.—, Sammlung Lesser Weinberg beim Vortrage der Frau Pevsner Spende 10.62...................Kr. 31.62 Für den Bezalel gesammelte Spenden, durch die Federation of American Zionists, New York: Junior Group Altneuland, New York......... % 5.— Ahawath Zion Chattanooga, Tenn...... „ 5.— Per Golden Book Comittee: Los Angeles, Cal. Emil Rabinowitz .... 2.— Mrs. Dora Rudd .... 2.— Miscellaneous.....1.— „ 5.— $ 15.— eingegangen bei Bertrand Hamburg, Berlin. Dem Bezalel traten als Mitglieder bei durch Herrn Dr. I. Sapir, Odessa: Abrahm Krachmalnikow J(* 4.—, Marey Kosman 4.—, Joseph Hecht 4.—, Dr. Joseph Sapir 4.—, Jesekiel Schuhhalter 4.—, Elchonen Lewinsky 6.—, Nachum Zalück 4.—, Arkady Herschlery 4.—, Sarah Weinberg 4.—, Jakob Woroschilsky 4.—, Joseph Wukohn 4.—, Salomon Herzfeld 4.—, Marcus Lautenschläger 4.—, Isai Teyweles 4.—, Jesekiel Tannenbaum 4.—, Chaim Grünberg 4.—, Joseph Schuhhalter 4.—, Isaak Kofman 4.—, stud. M. Simaisky 4.—, Dr. Baram 4.—, Theresa Schabotinskoja-Kopp 4—, Scholem Schwarz 4.—, Pinchos Horowitz 4.—, Elia Marcus 4.--, Abrahm Kallner 4.—, Sammel Urissohn 6—, Gregory Landesmann 4.—, Chaim Ettinger 4.—, Dr. Phäbur Awinowitzky 4.—, Moses Gianowsky 4.—, Moses Gianowsky 4.-—, Isaak Joek 4.—, Zeilik Kaminsky 4.—, Moische Likwermann 4.—, Chaim Lichtenstein 4.—, Schmarja Kletzky 4.—, Chaim Motilansky 4.—, Ber Budnitzky 4.—, Arnold

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