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Die Welt · 1909-04-30 · 18 (30.4.1909) · page 20

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
18 (30.4.1909)
Date
1909-04-30
Page
– (sequence 20)
Language
German
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400 DiEI^ELT \o. 18 Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boden als Gesamteigmtum des jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhallen. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, besitzt er gegenwärtig ein Vermöge)) von annähernd 11\2 Millionen Mark. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Zu Max Nordaus sechzigstem Geburtstage Auf Veranlassung zahlreicher Gesinnungsgenossen und zionistischer Organisationen haben wir an dieser Stelle den Vorschlag gemacht, daß die zum sechzigsten Geburtstage Max Nordaus bereits begonnenen Eintragungen des Jubilars ins Goldene Buch zu einer Gesamteintragung vereinigt werden. In einer in der vorliegenden Nummer der „Welt" veröffentlichten Zuschrift erhebt4 nun Herr Dr. Nordau Einspruch dagegen, daß in den Blättern eine Sammlung für den Nationalfonds auf seinen Namen eröffnet und monatelang vor der Öffentlichkeit weitergeführt wird. Die Nationalfondsverwaltung wird dem Wunsche des verehrten Meisters selbstverständlich Rechnung tragen und demnach von einer Veröffentlichung in der obenerwähnten Form sehen. Wir sind jedoch überzeugt, daß sich unsere Freunde die Gelegenheit des sechzigsten Geburtstages Max Nordaus, den wir alle als bedeutsamen Gedenk- und Freudentag empfinden, nicht entgehen lassen werden, um den Nationalfqnds aus diesem Anlasse zu bedenken. Konferenz der galizischen N.=F.=Kommissäre::) Auf Einladung der österreichischen Sammelstelle und des galizischen Zentralkomitees traten am 18. April 190c) anläßlich der galizischen Parteikonferenz zirka 30 Nationalen dsko mm issäre in Lemberg zu einer Konferenz zusammen. Den Vorsitz führte Dr. Schreiber, Lemberg. Dr. Egon Zweig, Leiter der Wiener Sammelstelle, erstattete einen ausführlichen Tätigkeitsbericht. Darnach sind in Österreich die Eingänge für den N.-F. und die Ölbaumspende seit Gründung dieser Institutionen beständig in raschem Aufstieg, insbesondere seit der im September 1907 erfolgten Einsetzung der Wiener Landessammelstelle und der im Juni 1908 erfolgten Vereinbarung mit den galizischen Zionisten, wonach sämtliche N.-F.- Spenden aus Galizien nach Wien abzuführen, jedoch neben der „Jüdischen Zeitung" zugleich im „Wschod" und im „Jüdischen Tagblatt" auszuweisen sind. Dr. Zweig polemisierte gegen die von einigen Lemberger Gesinnungsgenossen aufgegriffene Idee, eine unabhängige Sammelstelle für Galizien zu errichten, und zwar aus prinzipiellen Gründen, um wenigstens auf diesem Gebiet in Österreich den Zusammenhang zwischen Ost- und Westjuden zu erhalten, und zweitens aus finanziell-technischen Gründen, um die Kosten der N.-F.-Verwaltung nicht zu erhöhen. Letzteres Argument wurde von Nathan Groß, dem Delegierten des N.-F.-Hauptbureaus in Köln, mit großem Nachdruck unterstützt, und eine ganze Anzahl von N.-F.-Kommissären aus der Provinz sprachen sich unter wärmster Anerkennung für die bisherige Arbeit der Wiener Sammelstelle gegen jede Einschränkung ihres Tätigkeitsbereiches aus, verlangten vielmehr, daß die Ortskommission *) Aus der »Jüdischen Zeitung«, Wien. künftig ihre Gelder nach Wien stets direkt und nicht erst auf dem Umwege über die Distriktskommissäre abliefere. Aus der Fülle der Anregungen, welche die weitere Diskussion ergab, seien hervorgehoben eine Resolution an das Kölner Hauptbureau, welches bei Anerkennung der schönen 5 h-Herzl-Marke aufgefordert wird, im Hinblick auf die Armut Galiziens eine neue 2 h-N.-F.-Marke auszugeben und den Preis der bisherigen 2 Ii- Marke auf 1 h zu reduzieren, ferner die Anregung, ein genaues Reglement für die Ein- und Absetzung der Nationalfondskommissäre, ferner eine erschöpfende Broschüre über den N.-F. im Jargon auszuarbeiten und insbesondere die in Galizien populärste Institution der Sammelbüchsen mit Tatkraft auszubauen. Allseits zeigte sich ein reger Eifer, die Eingänge für den N.-F., welche im letzten Jahre aus Galizien zirka 30 000 Kronen betrugen, möglichst bald auf die Höhe der Jahreseingänge von über 400 000 KM welche die Chaluka aus Galizien bezieht, zu bringen. Mit diesem festen Vorsatz verabschiedeten sich die Konferenzteilnehmer. In den nächsten Tagen erscheint die vom N.-F.- Hauptbureau in Köln herausgegebene HÄ^ Instruktion für Vertrauensmänner des Jüdischen Nationalfonds und zwar vorerst in deutscher Sprache. Wirbitten die Nationalfondskommissäre in den deutschsprachigen Ländern, sich wegen dieser Instruktion gefl. an ihre Landessammelstelle zu wenden. Zur jüngsten Vierteljahresstatistik In unser n Bemerkungen zur ersten Quartalsstatistik des laufenden Jahres sahen wir uns veranlaßt, auf den Rückgang der Spendeneingänge der Sammelstelle für Kroatien, Slawonien und Bosnien hinzuweisen. Auf Grund der Aufklärungen dieser Sammelstelle sind wir jedoch zu unserer Freude in der Lage, zu erklären, daß dieser Rückgang nur ein schein» barer ist, da ein Teil der noch im März gesammelten Beträge erst später zur Abführung gelangte. (Vgl. den Spendenausweis in der vorliegenden Nr.) Wir richten bei dieser Gelegenheit an sämtliche Sammelstellen vorsichtshalber die dringende Bitte, die gesammelten Spenden mindestens allmonatlich abzuführen, damit unsere Monats- und Vierteliahrsstatistik kein unrichtiges Bild ergibt. Um Mißbräuche zu verhüten, richten wir an die Benutzer der Nationalfondsmarken nochmals die höfliche Bitte, die Marken beim Gebrauch durch Aufschrift des Namens oder Tagesdatums zu entwerten. Bloße Durchkreuzung schützt vor nochmaliger mißbräuchlicher Verwenduug nicht.

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