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Die Welt · 1909-04-23 · 17 (23.4.1909) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
17 (23.4.1909)
Date
1909-04-23
Page
– (sequence 17)
Language
German
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No. 17 DIE3^ELT 375 Niemand außer einer einzigen Zeitung habe die Zerstörung des Schurai-Umet beklagt, der 20 Jahre im Auslande für die Freiheit gekämpft habe. Die Kammer ihrerseits täuschte die Nation, indem sie unwahre Proklamationen erließ. Während es Kollegen gab, die sich auf der Flucht befanden und in Gefahr schwebten, ermordet zu werden, habe die Kammer behauptet, die Verfassung sei nicht bedroht. Niemand von Euch hat den Mut gehabt zu sprechen. Ich war hier am Dienstag und Mittwoch und heute bin ich trotz meines Leidens erschienen. Ich will nicht mit meinem Patriotismus prahlen. Aber Ihr habt keine Freiheit des Handelns und der Worte mehr, und Ihr wollt auf die Telegramme der Provinzen antworten, alles sei ruhig. Ich bedauere im höchsten Grade, daß ich zu einer derartigen Versammlung gehöre." Dieser heftige Angriff wurde mit Beifall aufgenommen und man nahm einen Vorschlag Arif Hikmets an, den Provinzen nicht zu antworten, solange die Regierung nicht erklärt habe, entsprechend dem Kammerbeschluß vom Sonnabend, daß sie das Leben und die Sicherheit der Volksvertreter verbürge. Jaffa, 19. April (Telegramm unseres Berichterstatters). Auf die Nachricht von den Konstantinopeler Vorfällen entstand hier und in Jerusalem eine ungeheure Erregung. Große Volksmassen zogen vor die Regierungsgebäude und verlangten stürmisch, daß die Behörden für die Sicherung der erworbenen Freiheiten und die Aufrechterhaltung der Verfassung einträten. Der Gouverneur von Jerusalem und der Kaimakam von Jaffa wiederholten unter dem Drucke dieser Volksbewegung ihren Eid auf die Verfassung. Die Menge zog dann zum Zollamte, wo die Zollbeamten erklärten, keinerlei Zolleinnahmen nach Konstantinopel abführen zu wollen, bis nicht wieder ein verfassungstreues Ministerium eingesetzt sei. Marokko Die Zeitung „AI Moghreb AI Aska" veröffentlicht nach dem „Jewish Chronicle" Einzelheiten über einen Überfall seitens marokkanischer Polizisten auf eine arme jüdische Frau in Tanger. Drei Polizisten schlugen sie, bis sie bewußtlos zu Boden sank und ließen sich auch durch das Einschreiten mitleidiger Passanten" nicht abhalten. Zum Beweise dafür, daß dieses kein vereinzelter Vorfall ist, publiziert die Zeitung noch anderweitige Fälle von Grausamkeiten seitens der Polizeibeamten. Berlin: Das Lehrerseminar des Hilfsvereins der Deutschen Juden in Jerusalem entließ jetzt zum drittenmal seit seinem Bestehen Absolventen, — neun an der Zahl. Sämtliche neun Examinanden haben die Lehrerprüfung bestanden. Bis auf einen jungen Mann, der direkt aus Rußland kam, sind sie in Palästina heimisch, fünf in Städten, drei in Kolonien. Fünf sind Zöglinge der Lämelschule in Jerusalem, die übrigen haben eine Kolonieschule oder eine Jeschiwah durchgemacht und alsdann zu der erforderlichen Vorbereitung für das Seminar die Präparandenklasse desselben besucht. Die Abiturientenprüfung fand am 15. März durch das mündliche Examen ihren Abschluß. Die Absolventen finden u. a. an der Lämelschule, an Kolonieschulen, die der Hilfsverein subventioniert, und an Schulen des Hilfsvereins Anstellung. Die in Paris wohnhafte Witwe des Militärarztes Felix, die vor wenigen Wochen heimgegangen ist, hat der ficole Normale Orientale, d. i. der Alliance Israelite Universelle, viermalhunderttausend Francs vermacht. Bei der Administration der „Welt" in Köln sind eingegangen: Für den Pa!ästina=KuIturfonds Ii: Dr. Szilard Frigyes Zolyomlipese..........Ji 17.— Für den Bezalel: Dr. Szilard Frigyes Zolyomlipese Jt 4.25, Hugo Eben, Teunz —.50..................„ 4.75 Durch Herrn Maier Henisch in Stanislau sind beim „Bezalel" in Berlin eingegangen: Stanislau: David Schächter Kr. 5.—, Sch. Axtmayer 1.20 Kr. 6.20 Anläßlich einer Rede des Herrn Dr. Spindel: Dohna, einmalige Spende: M. Gildener, B. Reisler, J. Ganz ä Kr. I.—, Lindenbaum, Reisler, Redisch, M. Ganz, Z. Scher, O. Busgang, J. Bano, O. Weitzner, S. Ingber, J. Turteltaub, M. Friedländer, Ch. Weber ä —.50, S. Strumwasser —.30, Verein „Poale Zion" 4.70; Kalusz, einmalige Spende: Markus Haber 5.—, Dr. M.Gold 2.--, Z. Weinstock 2.—; Lopatyn, einmalige Spende: Sammlung J. R. Podhorz, anläßlich des literarischen Abends im Verein „Hatikwah" 5.28 Durch Herrn Dr. Abraham Korkis in Lemberg gingen für den „Bezalel" ein: Lemberg: Dr. Alexander Hausmann mit einem jährlichen Beitrag von Kr. 5.—-, Dr. Alexander Waldmann Kr. 5. Dr. Salomon Brand Kr. 5. — , Ingenieur Norbert Atlas Kr. 5.-—, Siegmund Sterner Kr. 5.—, Dr. Jakob Kormann Kr. 5.—. Boryslavv: Ingenieur Lipa Schorr Kr. 5.—. Lemberg: Dr. Buchstab, Spende Kr. 1.—, P. B., L. R., Spende anläßlich der Geburt der Tosia Aschkanasy Kr. 3.—-, B. Kupfermann, Spende Kr. 5.50. Boryslaw: Ingenieur Lipa Schorr Kr. 5.—. Im ganzen sind Kr. 49.50 eingegangen. Hochachtungsvoll Bertrand Hamburg Schatzmeister des Vereins „Bezalel11. Regine Spindler ° Josef Abraham Verlobte Tarnow, im April 1909. Am 8. April verschied sanft nach langen Leiden unser geliebter Vater, Großvater, Bruder und Onkel, der Lehrer J. Q. Scherek im 76. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Posen, Gr. Oerberstr. 41. SimOtl Scherek JUNGE « VIVII^ sucht anregende Korrespondenz mit gebildetem Herrn. „R. M. 8118." Berlin, hauptpostlagernd. Im Hause eines Rabbiners und erfahrenen Schulmannes findet Schüler, auch Ausländer, der sich auch im Jüdischen fortbilden will, sorgfältigste Aufnahme. Höhere Schule am Orte. Gefl. Off. unt. J. N. 1909 an die Exp. d. Bl.

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