Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 16 (16.4.1909)
- Date
- 1909-04-16
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Statistik der im I. Vierteljahr 1909 eingegangenen NationalfondsundOlbaumspenden Ein Jahr ist vergangen, seit das Hauptbureau des j.N.-F. durch regelmäßige Veröffentlichungen statistischer Tabellen der Spendeneingänge allen Freunden des Fonds Gelegenheit bietet, das Anwachsen bzw. den Rückgang der Spenden in den einzelnen Gebieten sowie die Veränderungen in dem Ertrage der verschiedenen Spendenarten zu verfolgen. Zum erstenmal sind wir daher bei der Besprechung der \orliegenden Vierteljahresstatistik in der Lage, auf die Ziffern der gleichen Periode des vergangenen Jahres zurückzugreifen, um aus dieser Gegenüberstellung Schlüsse zu ziehen, die uns mehr sagen, als die Betrachtung der einzelnen Tabellen für sich. Mit großer Genugtuung können wir konstatieren, daß die Eingänge des J. N.-F. erheblich gestiegen sind. Um rund 40% erhebt sich die Endsumme der vorliegenden Tabelleüber die Endsumme der gleichen , Tabelle des vorigen Jahres. Von e/Ä 64 185.24 ist sie auf J6 89 937.02 gestiegen. Ein gewiß erfreulicher Fortschritt, der uns zu der Hoffnung berechtigt, daß schon in naher Zeit die Jahreseingänge des J. N.-F. auf eine halbe Million Francs steigen werden. Der weitaus größere Teil unserer Sammelstellen ist an dem Aufschwung beteiligt. Die Zu- bzw. Abnahme beträgt für Rußland + J6 10 802.38 (78%) Amerika + „ 6 445.89 (114%) England + „ 4 603.22 (abzüglich der außergewöhnlichen Spende des Herrn J.Moser im Betrage von c^f 3000.—) Österreich + „ 3 023.10 (22%) Rumänien -4- „ 1 097.62 (28%) Belgien -f- „ 738.22 Argentinien -f- „ 313.47 Bulgarien -h „ 178.63 Ungarn -f- „ 141.14 (13%) Palästina -h „ 87.67 Frankreich + „ 37.13 Serbien — „ 25.43 Egypten — „ 117.96 Kroatien -- „ 270.76 Südafrika — „ 315.09 Deutschland — „ 2 385.62 Hierbei sind nur diejenigen Sammelstellen berücksichtigt, welche in beiden Vierteljahren einigermaßen regelmäßig abgeführt haben. Es ist augenscheinlich, daß der Fortschritt in den Ländern am größten ist, wo in dem letzten Jahre erst begonnen wurde, eine N.-F.-Organisation zu schaffen oder die vorhandene zu erweitern und zu festigen, wie in Rußland, Amerika, England, Argentinien usw. (Hierbei darf nicht vergessen werden, daß bei allen größern Gebieten die Schaffung und Aufrechterhaltung einer Organisation nur durch die Einrichtung besonderer Bureaus der N.-F.-Sammelstellen ermöglicht wurde.) In denjenigen Bezirken dagegen, welche, wie z. B. Osterreich, bereits 1908 eine entsprechende Organisation hatten, sind ähnlich große, gewissermaßen sprunghafte Portschritte nicht zu verzeichnen. Nichtsdestoweniger zeigt der Ausweis, daß auch dort energische und zielbewußte Arbeit ihre Früchte trägt. Sehr bedauerlich ist der Rückgang Deutschlands, Südafrikas und Kroatiens, die geringen Eingänge Frank reichs und der Tiefstand Italiens. Bereits im zweiten Semester 1908 zeigten die Eingänge aus Deutschland eine Abschwächung. Leider war es damals dem Hauptbureau nicht möglich, einzugreifen, da es zu jener Zeit mit der Reorganisation der englischen Sammelstelle beschäftigt war. Erst im Dezember 1908 konnte die N.-F.-Kommission für Deutschland erweitert und soweit gestärkt werden, daß sie in der Lage war, durch Einsetzung von N. - F. - Kommissären und lokalen Sammelstellen die Schaffung einer eigenen Organisation des N. F. für Deutschland in Angriff zu nehmen. Auch die Ausdehnung der Büchsensammlung wurde angebahnt. Selbstverständlich konnten diese Bemühungen nicht schon in der ersten Quartals-Statistik dieses Jahres zum Ausdruck kommen. Wir hoffen aber, daß das nächste Vierteljahr einen Erfolg zeigen wird. Die Leitung der Sammelstelle liegt jetzt in den Händen von Dr. Adolf Friedemann und Prof. Karl Lewin, denen unser bewährter Gesinnungsgenosse iVlax Wollsteiner zur Seite steht. Was Kroatien, Slawonien und Bosnien anlangt, so hat der Eifer und das Interesse, mit welchem zur Zeit der Schaffung dieser Sammelstelle die Agenden des J. N.-F. in jenen Ländern verwaltet wurden, anscheinend schon seit geraumer Zeit nachgelassen. Es taucht daher die Frage auf, ob es nicht vorteilhafter sein wird, die kroatische Landessammelstelle aufzuheben und dieses öebiet der nächsten größern Sammelstelle zu unterstellen. Zu weit gehende Dezentralisation bedeutet eine Zersplitterung der Kräfte und einen Zerfall der Organisation. Wir möchten dies insbesondere den Bestrebungen einzelner Lemberger Gesinnungsgenossen gegenüber betonen, welche dahin zielen, die Schaffung einer eigenen Landessammelstelle für Galizien zu erlangen. Bei Südafrika kann von einem endgültigen Rückgang nicht die Rede sein. Vermutlich handelt es sich bei dieser so entfernten Sammelstelle nur um eine Verzögerung in der Abführung der gesammelten Gelder. Untersuchen wir auf Grund der vorliegenden Tabelle, inwieweit die einzelnen Sammelmittel an dem Aufschwung beteiligt sind, so zeigt sich erfreulicherweise, daß relativ die Büchsensammlung weitaus die größte Steigerung aufzuweisen hat. Ihre Erträgnisse sind um nicht weniger als 180°/o gestiegen. Wer die Ziffern im einzelnen verfolgt, wird finden, daß der Aufschwung gerade bei denjenigen Sammelstellen zu bemerken ist, wo neue Büchsen verteilt wurden und wo wir mit besonderm Nachdruck auf die Notwendigkeit einer regelmäßigen Leerung und genauen Kontrolle derselben hingewiesen haben, ■—- in Deutschland, England, Amerika und Rußland. Auch die Sammelbüchlein haben zufriedenstellende Erfolge erzielt. Ihre Erträgnisse sind insbesondere in Österreich, Ungarn, Rumänien und Rußland relativ ebenfalls bedeutend gestiegen. Auch Deutschland weist bereits in dieser Rubrik einen Betrag aus. Die neue handliche und elegante Form hat sich rasch eingebürgert und wir hoffen, daß dieses Sammelmittel bald auch in den Ländern englischer Zunge Eingang finden wird, da binnen kurzem auch Sammelbüchlein in englischer Sprache zur Verteilung gelangen werden. Die Ziffern der Rubriken „N.-F.-Marken" und „Telegramm-Blankette" können leider nicht mit den