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Die Welt · 1909-04-02 · 14-15 (2.4.1909) · page 30

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
14-15 (2.4.1909)
Date
1909-04-02
Page
– (sequence 30)
Language
German
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326 DIE3qKELT No. 14 Der Einfältige fragt: Was ist das? Bemüh dich zunächst, ihn mit den Grundprinzipien des Zionismus bekannt zu machen. Wenn er diese begriffen hat, wird er den Sinn des Nationalfonds leicht erfassen. Ist er aber so dumm, daß ein neugeborenes Kamel sein Lehrer sein könnte, so erteil ihm den Rat, er möge seinen 6eist nicht weiter anstrengen, sondern die Zeit, die er fürs Nachdenken nötig hätte, lieber auf das Sammeln für den Nationalfonds verwenden. Indem ihr aber die andern, die vom Nationalfonds vorher nichts wußten, über seine Bedeutung aufklärt, müßt ihr Zionisten selbst ihnen mit gutem Beispiel vorangehen. Ihr habt nämlich noch nicht annähernd das geleistet, was ihr bei einigem guten Willen hättet opfern können. Hätte sich jeder von euch einmal ins Goldene Buch eintragen lassen, — es hätte genügt, 013*3). Hättet ihr euch nicht ins Goldene Buch eintragen lassen, aber regelmäßig selbstbesteuert, — es hätte genügt. Hättet ihr euch nicht regelmäßig selbstbesteuert, aber wöchentlich einen Ölbaum gestiftet, — es hätte genügt. «£ * yir "\v*w steht, d. h, er soll geben, ohne zu fragen. Mit demjenigen aber, der nicht zu fragen versteht, eröffne selbst das Gespräch! Erzähl ihm von der ruhmreichen Vergangenheit der Duden und ihrer traurigen Gegenwart. Erwecke seinen Ehrgeiz und sein Schamgefühl, aber hüte dich davor, seine Gemütsart zu beeinflussen! Er soll einer bleiben, der nicht zu fragen ver- Hättet ihr nicht wöchentlich einen Ölbaum gestiftet, aber den Betrag dafür in die Nationalfondsbüchse getan, — es hätte genügt. Hättet ihr nicht den Betrag dafür in die Nationalfondsbüchse getan, aber jeden eurer Briefe mit einer Nationalfondsmarke beklebt, — es hätte genügt. Was ihr bisher für den Nationalfonds getan habt, genügt keineswegs. Holt das Versäumte schleunigst nach, damit es am Feste der Freiheit nicht wie eine Phrase, sondern wie ein Ruf aus volJem Herzen klinge: D^Bn-v? nNjri r^w) Vorbemerkung zur statistischen Tabelle der im Monat März ausgewiesenen Nationalfonds- und Ölbaumspenden Auf das Ziffernmaterial der statistischen Tabelle für den Monat März werden wir in der nächsten Nummer der „Welt" bei Veröffentlichung der Vierteljahresstatistik noch eingehender zurückkommen. Der gegenwärtige Monatsausweis bietet jedoch manches Interessante, so daß wir auf einige bemerkenswerte Momente schon jetzt hinweisen möchten. Verhältnismäßig wenige Sammelstellen haben in diesem Monat die gesammelten Gelder abgeführt. Frankreich, Belgien, Italien, die meisten Balkanländer und Ägypten sind in der diesmaligen Zusammenstellung gar nicht vertreten, Argentinien, die Niederlande, die Schweiz und Kanada weisen nahezu lauter leere Felder auf. Bloß einige vereinzelte Spenden haben sich aus diesen Ländern nach Köln verirrt. Dagegen erscheint zum erstenmal unsere Sammelstelle für Ostasien, deren Sitz sich in Shanghai befindet. Der Betrag von JS 382.98 ist zwar für einen Zeitraum von ca. IV2 Jahren nicht sehr bedeutend. Immerhin ist es überaus erfreulich, daß auch im fernen Osten, wo nur wenige Juden wohnen, die zionistische Organisation bereits festen Fuß gefaßt hat und daß sich daselbst eine Sammelstelle des J. N. F. befindet, welche, ständig bemüht ist, die dortigen Stammesgenossen zur Beitragsleistung für unsere Institution heranzuziehen. Mit Vergnügen können wir konstatieren, daß der Aufschwung des Nationalfonds in England anhaltend ist, bedauerlich ist dagegen die Stagnation in Deutschland. Es hat den Anschein, als sollte die deutsche Sammelstelle bald ihren Platz an dritter Stelle verlieren, wie sie bereits den zweiten Platz an Österreich abtreten mußte. Es ist höchste Zeit, daß die deutsche Organisation die Tätigkeit für den Nationalfonds planmäßiger und intensiver gestaltet, insbesondere aber durch Ernennung von Nationalfondskommissären in den einzelnen Städten dafür sorgt, daß aus allen Teilen Deutschlands reichlicher und regelmäßiger als bisher Spenden einfließen. Die Büchsensammlung ist hier noch das Schmerzenskind. Wenn man bedenkt, daß z.B. in England, wo im ganzen knapp 1000 Büchsen verteilt worden sind, in diesem Monat aus Büchsensammlungen J6 342.64 eingegangen sind, in Deutschland dagegen, das bereits über 10 000 Nationalfondsbüchsenzählt,dieRubrik „Büchsen" diesmal nur J6 142.77 aufweist, wird man zugeben müssen, daß hier hinsichtlich der Organisation der Büchsensammlungen noch sehr vieles zu leisten wäre. Hierbei muß noch in Betracht gezogen werden, daß die Masse der deutschen Juden verhältnismäßig wohlhabend ist, während die Mehrzahl der Juden von London, Leeds und Manchester, wo sich die meisten englischen Büchsen befinden, den ärmsten Bevölkerungsschichten angehört. Nur in der Selbstbesteuerung hat Deutschland auch diesmal ein gutes Resultat zu verzeichnen. Dasselbe

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