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Die Welt · 1909-03-26 · 13 (26.3.1909) · page 20

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
13 (26.3.1909)
Date
1909-03-26
Page
– (sequence 20)
Language
German
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294 D1E3^ELT No. 13 die Inhaber der alten Büchsen eruiert und uns bekannt gegeben sind. Diese Strenge bewirkte, daß wir zumindest einen großen Teil von Büchsenlisten-erhielten. Sehr viele Büchsen konnten aber infolge der mangelhaften Evidenzhaltung und unregelmäßigen Leerung trotz aller Mühe nicht mehr ermittelt werden. Nachdem jedoch die Bestellungen auf neue Büchsen immer zahlreicher wurden und wir anderseits von den Sammelstellen die Versicherung erhielten, daß wir nach der jeweiligen Verteilung der Büchsen nunmehr sofort genaue Listen der Büchseninhaber erhalten werden, mußten wir schließlich an die Herstellung neuer Büchsen schreiten. Im ganzen wurden in den letzten sieben Monaten neu angeschafft: Mit ungarischer Aufschrift........... . 1000 Büchsen „ hebräischer „ ............ 1000 „ „ deutscher „............ 4500 „ „ englischer „ ............ 5500 und ohne „ ............ 298 „ Von den englischen wurden die meisten nach Amerika versandt. Da die amerikanischen Gesinnungsgenossen mit den Büchsen besonders gute Erfolge erzielt haben, stellten sie an uns auch das Verlangen, ihnen für das Jahr 1909 weitere 10 000 Büchsen, lieferbar in monatlichen Raten ä 1000 Stück, zur Verfügung zu stellen. Wir haben diesem Verlangen Rechnung getragen, weil wir überzeugt sind, daß die amerikanischen Gg. bei der großzügigen Art, wie sie die Propaganda des Nationalfonds in Angriff genommen haben, die ihnen bis" jetzt vorangehenden Länder durch die Büchsensammlungen in den nächsten Jahren überholen werden. Die russische Sammelstelle, deren Bedarf an Büchsen gleichfalls sehr gestiegen war, ermächtigten wir, 5000 Büchsen durch eine dortige Fabrik herstellen zu lassen. An den Kosten beteiligten wir uns mit einem Betrage von Ro. 500.— (Mk. 1080.—), während die restlichen Kosten von der russischen Sammelstelle selbst getragen werden, die durch Erhebung eines bestimmten Betrages von den einzelnen Büchseninhabern einen Teil der Spesen deckt. Um einerseits eine genauere Kontrolle und Evidenzhaltung zu ermöglichen und anderseits den lokalen N. F.-Kommissionen Schreibarbeiten zu ersparen, haben wir 1. vorgedruckte Evidenzhaltungshefte (1000 Exemplare) drucken lassen und den Landessammelstellen zur Verfügung gestellt und 2. 7000 Stück Büchsen-Quittungsblocks herstellen lassen, die für dieKontrolle der Leerungen bestimmtsind. II. Nationalfondsmarken. Der Absatz der alten N. F.-Marken ist bereits seit Jahren immer mehr zurückgegangen. Wie aus unserer letzten Jahresstatistik ersichtlich ist, wurden im letzten Jahre nur um den Betrag von Jl 26374.59 Marken verkauft. An dieser Summe sind iedoch nur 2 Länder mit nennenswerten Beträgen beteiligt: Amerika mit Jl 10787.51 und Rußland mit Jt 7449.91. Die alten Marken weisen eben verschiedene Mängel auf, die ihren Absatz empfindlich beeinträchtigen. Infolgedessen wurde die Herausgabe der neuen Marke von allen Seiten dringend gewünscht. Die Verhandlungen mit verschiedenen Fabriken zogen sich sehr in die Länge. Nach nahezu 1'/> jährigen Bemühungen ist die Angelegenheit jetzt endlich so weit gediehen, daß die Marke dieser Tage zur Ausgabe gelangen konnte. Wir hoffen, daß wir sowohl bezüglich der Ausführung wie auch bezüglich des Entwurfes das Richtige getroffen haben, um so mehr, als wir uns bei der Auswahl des letztern an die Meinungsäußerungen hielten, die uns aus den weitesten gesinnungsgenössischen Kreisen zugegangen sind. Es liegen bereits sowohl hier wie bei der Bank und den Sammelstellen Bestellungen aus allen Teilen der Welt vor, und zwar ist das Interesse zum Teil so rege, daß bereits seit Monaten Gelder eingeschickt worden sind mit der ausdrücklichen Bedingung, daß die Besteller die erste Sendung erhalten sollten. Dem Beispiel der schweizerischen und besonders der österreichischen Postverwaltung folgend, haben wir die neuen Marken, die tadellos perforiert und gummiert sind, in kleinen eleganten Heftchen, je 40 Stück enthaltend, binden lassen. Es wird hierdurch den Abnehmern die Aufbewahrung und der Kauf der Marken bedeutend erleichtert, und wir hoffen, daß auch diese Neuerung mit zu einem gesteigerten Absatz beitragen wird. Die Marke ist in sechs verschiedenen Farben gedruckt, und zwar bezeichnen die verschiedenen Farben sechs verschiedene Währungen. Die braune Marke mit dem Aufdruck 5 kostet 5 Pfg., die blaue mit dem gleichen Aufdruck 5 Heller, die rote mit demselben Aufdruck 5 Centimes, die hellgrüne mit dem Aufdruck 2, 2 Kopeken usw. III. Sammelbüchlein. Nachdem wir den alten Sammelbogen in ein Notizbüchlein mit schönem dauerhaftem Umschlag sowie Bleistift und andern Verbesserungen umgestaltet hatten, ließen wir eine Anzahl probeweise in mehreren Ländern zirkulieren. Da die Ergebnisse befriedigend waren, ließen wir auch Sammelbüchlein mit englischem Text herstellen, die dieser Tage in 10000 Exemplaren erscheinen. IV. Ansichtskarten. Von den alten Ansichtskarten war der größte Teil verkauft worden, und wie bei den N. F.-Marken machte sich auch hier das Bedürfnis nach Abwechselung geltend. Auf Grund einer von unserm Gg. Roukhomovsky in Paris unentgeltlich zur Verfügung gestellten Zeichnung mit dem Bilde Dr. Herzls gaben wir eine neue Ansichtskarte heraus, die allgemeinen Beifall gefunden hat. In ganz kurzer Zeit wurden von den hergestellten 55000 Karten .ca. 15 000 abgesetzt^ wodurch nicht nur die Kosten bereits gedeckt, sondern auch ein Oberschuß für den Nationalfonds erzielt wurde. Die restlichen zum Verkauf gelangenden 40 000 Karten dürften eine nennenswerte Summe einbringen. V. Goldenes Buch. Erfreulich ist, daß auch die Eintragungen ins Goldene Buch, die seit dem Jahre 1904 stetig zurückgingen, nunmehr neuerdings eine Steigerung aufweisen. Es wurden eingetragen : Jahr Laufende Nummer und Anzahl der Eintragungen 1902 1— 237 237 1903 238— 847 609 1904 848 — 1365 508 1905 1357 — 1760 403 1906 1761—2148 387 1907 2149—2483 334 1908 2484—2873 389 Erwähnt sei noch, daß es gelungen ist, in den Ausgaben für Bedienung des Goldenen Buches, wie kalligraphische Eintragungen, Ausstellung und Versendung der Diplome, eine namhafte Reduzierung der Kosten zu erzielen. VI. Postwertzeichen und Materialien. Dieses Sammelmittel wird bedauerlicherweise von vielen Gg. noch immer unterschätzt, jedoch ganz mit Unrecht. Der Erlös betrug nach unserer Jahresstatistik im letzten Jahre J{, 1132.98, welches Ergebnis der aufopfernden Arbeit unseres Gg. Dr. Loewenheini in Berlin und den Leitern der Philatelieabteilung in Wien zu verdanken ist. Wenn dieses Ergebnis manchen Gg. nicht befriedigt, so muß darauf hingewiesen werden, daß bis jetzt hauptsächlich nur in zwei Ländern, in Österreich und Deutschland, die Agitation für die Sammlung von Wertzeichen und Materialien planmäßig betrieben wurde. VII- Telegrammblankette, Das Ergebnis, das im letzten Jahre Jl 3862.08 betrug, läßt noch viel zu wünschen übrig. Mit Rücksicht darauf, daß dieses Samtnelmaterial in manchen Ländern mit alten, bereits eingebürgerten Bräuchen zu konkurrieren hat, ist dessen größere Verbreitung nur durch eine fortgesetzte intensive Agitation zu erzielen. VIII. Selbstbesteuerung. Angesichts der großen Hoffnungen, welche insbesondere von der früheren Verwaltung auf dieses Sammelmittel gesetzt wurden, ist das geringe Jahresergebnis von JC92W.86 geradezu befremdend. Unseres Erachtens liegt der Grund darin, daß die Selbstbesteuerung noch einer strammen Organisation, die von den Nationalfondsbureaus überwacht und geleitet wird, entbehrt. " d) Vermögen, Anschaffungen und Ausgaben des Fonds Wie bereits eingangs erwähnt, ist der Spendeneingang des Jüdischen Nationalfonds im Jahre 1908 trotz der überall vorherrschenden wirtschaftlichen Depression ein sehr guter gewesen. Einschließlich der Ölbaumspende sind ca. ^275 000 eingegangen. Es steht zu erwarten, daß der Eingang im nächsten Jahre mit Rücksicht auf die Einführung der neuen Nationalfondsmarken und auf die Besserung der allgemeinen wirtschaftlichen Lage erheblich höher sein wird. In den beiden ersten Monaten, Januar und Februar, sind auch bereits inkl. Ölbaumspende Jf- 65 860.98 eingegangen. Das Vermögen des Nationalfonds inkl. Ölbaumspende betrug am 31. Dez. 1908 ca. J{, 1.456.419. Nachstehend geben wir eine Vermögensaufstellung.

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