Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 12 (19.3.1909)
- Date
- 1909-03-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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daß die Statuten des zionistischen Landesverbandes nicht die erforderliche Genehmigung seitens der Regierung erhielten. Auf Ersuchen unserer ungarischen Gesinnungsgenossen waren wir bemüht, bei den in Betracht kommenden maßgebenden Stellen auf eine günstige Regelung dieser Frage hinzuwirken. Näheres hierüber werden wir in der Sitzung berichten. Finanzielle Lage Die finanzielle Lage des A. C. ist nicht besser geworden. Mehrere Organisationen haben bis heute den Schekel des vorigen Jahres noch nicht abgeführt. Der bisherige Gesamtbetrag der im Jahre 5668 gesammelten Schekel beträgt Jt 65 000, wovon das A. C. rund e/^50000 erhaltenhat. Wenndiesauch ungefähr der Summe der im letzten kongreßlosen Jahre 5666 gesammelten Schekel entspricht (damals gingen J6 66 500 ein, wovondas A. C. Ji 58 000 erhielt), so darf doch nicht außeracht gelassen werden, daß die damalige Sammlung durch die Pogrome ungünstig beeinflußt worden ist. Unter diesem Gesichtspunkte kann das Ergebnis des Schekeljahres 5668 keinerlei Befriedigung auslösen. Die Jahreskonferenz hatte die Bank ersucht, dem A. C. Pfund 2000 aus dem Reservefonds II des Jewish Colonial Trust zur Verfügung zu stellen. Mit Bezug auf diesen Beschluß hat das Direktorium des Jewish Colonial Trust in seiner Sitzung vom 24. Januar a. c. folgendes beschlossen: „InBerücksichtigungder Mitteilungen des Präsidenten des Aufsichtsrats über die gegenwärtige Lage in der Türkei beschließt der Board vorbehaltlich der Bestätigung seitens der ordentlichen Generalversammlung, den Betrag von Pfund 2000 aus dem Reservefonds for forfeited shares dem JB. A. C. für spezielle Zwecke zu überweisen, mit der Bedingung, daß das E. A. C. Pfund 500 davon zur Abzahlung ä conto der El-Arisch-Schuld beim J. C. T. verwendet." Beschlüsse des Finanzausschusses Die Beschlüsse, die der von der Jahreskonferenz eingesetzte Finanzausschuß gefaßthat, habenwirdemA.C. bereits mitgeteilt. Von diesen Beschlüssen hat der Ausschuß inzwischen den, der die Schaffung einer Lotterie bezweckte, zurückgezogen. Der zweite Beschluß wegen der Ausgabe von Prämienobligationen durch dieA.P.C. istvomDirektorium der A. P. C. abgelehnt worden, weil eine derartige Emission der Würde und dem Interesse der Bank nicht entspräche. Der dritte Vorschlag, der auf die Schaffung einer Lebensversicherungsgesellschaft hinzielte, befindet sich noch in Bearbeitung, hat aber kaum Aussicht auf Verwirklichung. Der vierte Vorschlag, der die Statuten der Bank in einer solchen Form abgeändert haben wollte, daß die nicht erhobenen Dividenden nach drei Jahren für verfallen erklärt werden sollten, wovon das A. C. die Hälfte erhalten sollte, ist inzwischen vom Direktorium der Bank abgelehnt worden, weil eine solche Statutenänderung gegen die Interessen der Bank wäre. Übrig bleibt dann noch ein Antrag des Finanzausschusses wonach, das A. C. die wohlhabenden Gesinnungsgenossen zur Leistung eines jährlichen festen Beitrages veranlassen soll, sowie ein zweiter Antrag, der eine Änderung des Organisationsstatuts dahin herbeiführen will, daß das Wahlrecht zum Kongresse nur derjenigen Gruppe zustehen soll, die für die letzten beiden Verwaltungsjahre zusammen 400 Schekel an das A. C. abgeführt hat. Über diesen letztern Antrag wird die Sitzung des Großen A. C. zu entscheiden haben. Geschäftsordnung des Kongresses Die Jahreskonferenz hatte eine Kommission eingesetzt, die eine neue Geschäftsordnung für den Kongreß entwerfen sollte. Der Entwurf der Kommission liegt jetzt vor und ist in der „Welt" veröffentlicht worden. Die Minorität der Kommission, Herr Dr. Franzic Berenstein, veröffentlichte in einer der letzten Nummern der „Welt" die von ihm bereits während der Beratung erhobenen Bedenken, die sie aufrecht erhalten zu müssen glaubt. Abgesehen von dem Verlangen nach der offiziellen Einrichtung eines Kongreßbureaus, die Herr Dr. Berenstein in der Geschäftsordnung festgelegt wünscht, bezweckt seine vorgeschlagene Änderung die Aufrechterhaltung der bisherigen Freiheit des Kongresses in der Wahl des Kongreßpräsidiums. Nach dem Vorschlage der Kommission soll von der Wahl ins Kongreßpräsidium das E. A. C. ausgeschlossen sein, während Herr Dr. Berenstein den bisherigen Zustand beibehalten zu wissen wünscht, wonach der Kongreß bei der Wahl des Kongreßpräsidiums in keiner Hinsicht beschränkt ist. Änderung des Organisationsstatuts Die Jahreskonferenz hatte auch einer Kommission den Auftrag gegeben, das Organisationsstatut in puncto Ehrengericht resp. Kongreßgericht auszubauen und evtl. auch Vorschläge für ein neues Organisationsstatut zu machen. Die Kommission hat uns einen Bericht erstattet, den wir dem A. C. vorlegen, und aus dem hervorgeht, daß sie die Ausführung der ihr übertragenen Aufgabe als untunlich erachtet. Berliner Bureau Die Abteilung Berlin des zionistischen Zentralbureaus hat sich leider nicht in der Weise entwickelt, wie wir es erwartet haben. Mannigfache Umstände führten dazu, daß sich ihre Tätigkeit in der letzten Zeit fast ausschließlich auf die Herausgabe einer Zeitungs- Korrespondenz beschränkte, Wenn wir auch den Nutzen dieser Korrespondenz keineswegs gering einschätzen, ist doch ein Etat von Jd 6000, wie ihn das Berliner Bureau erfordert, für eine solche Korrespondenz viel zu hoch. Die Sitzung des Großen A. C. wird sich daher mit der Frage der Aufhebung dieses Bureaus beschäftigen müssen. „Welt", „Ha'Olam" und Jüdischer Verlag Die in der Berichtszeit erfolgte Verlegung des „Ha'Olam" nach Wilna hat sich bisher recht gut bewährt. Die Entwicklung der „Welt" verläuft gleichfalls in befriedigenden Bahnen. Auch die vorgenommene Reorganisation des Jüdischen Verlags wird aller Voraussicht nach gute Früchte tragen. # In die Tagesordnung eintretend, macht der Vorsitzende den Vorschlag, von der Verlesung des Punktes I (Bericht des E. A. C.) abzusehen, da der Bericht ja gedruckt vorliege. Zu Punkt II „Konstantinopel" wurde ein Bericht erstattet. Im Anschlüsse daran wurden die Zustände und Beziehungen im ottomanischen Reiche eingehend erörtert, die eine loyale