Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 11 (12.3.1909)
- Date
- 1909-03-12
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Dt. Gewinn- und Verlust-Konto per 31. Dezember. 1908 Cr. , .£. s. d. £ s. d Per Zinsen und' Provisionen;!:- £ s. d. £ s. d. An Londoner Kosten pro 1908: Schreibmaterialien, Drucksachen, 518 1 6 Porti, Telegramme, Reisespesen Palästinafilialen: und Diverse........ 259 18 3 Jaffa............ 7 365 3 — Advokatenu. Revisionsgebühren 31 10 — Jerusalem......... . 1 876 12 9 Einkommensteuer ....... 64 2 — 355 10 3 3 334 15 8 ' An Kosten der Palästinafilialen pro 1908: Hebron........... 2H 8 7 Miete............. 285 15 5 Haifa............ 108 14 8 Gehälter............ 5 231 19 — 12 899 14 8 12 899 14 8 Schreibmaterialien, Porti, Tele¬ Ab Kosten der Palästinafilialen, wie gramme, Bureauspesen u. Diverse 1 470 12 1 nebenbei ...... 8023.12.3 Reisespesen........ 246 4 5 D. Levontin-Tantieme vom Advokaten- und Revisionsgebühren 121 5 6 Nettogewinn der Palä¬ Mobiliar-Abnutzung ....... 149 5 5 stina-Filialen . \ . . . 243.16.2 8 267 8 5 Teil der Gründungsspesen Haifa Nettogewinn der Palästinahhalen 11 10 2 pro 1908.......... 4 632 6 3 Dubiose............ 507 — 3 D. Levontin-Tantieme vom Gewinn 243 16 2 8 267 8 5 An Saldo: Gewinn für das Jahr . . 1! 4 794 17 6 ^— 1 , 1 1 13 417 16 2 13417 16| 2 1 1! .1 1 : 1 (?- o o o o o o o (Q 1 o o o o o o o AUS DER BEWEGUNG fSr o o o o o 3> o o o o o o o Deutschland IV. Oberschlesischer Zionistentag Immer mehr und mehr drängt sich die Erkenntnis von dem Werte durch, welchen die Tagungen der kleinen Verbände innerhalb der deutschen Organisationen für die Förderung der Arbeitsfreudigkeit der Gesinnungsgenossen wie auch als Kundgebungen nach außen hin besitzen. Auch der diesjährige, am 28. Februar in Kattowitz veranstaltete IV. Oberschlesische Zionistentag, der, dank der unermüdlichen Tätigkeit uer Kattowitzer Ausschußmitglieder, in allen Teilen einen ausgezeichneten Verlauf nahm, bot den Gesinnungsgenossen mancherlei wertvolle Anregungen und war sicherlich auch nach außen hin von hervorragender propagandistischer Wirkung. Um *?4 Uhr nachmittags versammelten sich die zahlreich erschienenen Vertreter und M tglieder der im Verbände vereinigten Ortsgruppen sowie auswärtige Zion;stcn aus dem benachbarten Ausland, etwa 100 Personen, im Saale des Hotels „Kaiserhof". Der Vorsitzende es Gruppenverbandes, Herr Wiener-Kattowitz, eröffnete die interne Sitzung und begrüßte die zahlreich erschienenen Teilnehmer. Dr. Klee überbrachte Gruß und Glückwunsch der deutschen Leitung, Herr Dr. Margulies-Trautenau übermittelte die Grüße des Zentralkomitees für Westösterreich, Herr Dr. Fr iedmann- Troppau die des zionistischen Distriktskomitees für Mähren und Schlesien, Herr Advokat Feinkind-Petrikau sprach im Namen der polnischen Zionisten. Eine Anzahl von auswärts emgelaufener Briefe und Telegramme — u. a. von der Leitung der Deutschen Organisation - wurden verlesen. Hierauf referierte Herr Dr. Cassierer-Kattowitz über die, „Aufgaben der zionistischen Organisation in Oberschlesien". Die bisherigen Erfolge ständen in keinem Verhältnisse zu den günstigen Vorbedingungen, die für eine Verbreitung unserer Idee hier gegeben seien. Von 47 Gemeinden, die dicht beieinander lägen und zum geringsten Teil so assimiliert seien, daß sie für. jüdische Bestrebungen kein Interesse hätten, beständen nur in 13 Ortsgruppen, von 20000 Juden Oberschlesiens seien nur 600 organisierte Zionisten. Wenn auch die im Herbst v. J. veranstaltete Kulturfondssammlung ein erfreuliches Resultat gezeitigt habe, so sei doch im letzten Winter im allgemeinen ein Stillstand in der Bewegung bemerkbar gewesen. Der Grund liege in der mangelnden Propaganda. Auswärtige Redner seien schwer zu bekommen, deshalb müßten in Zukunft mehr einheimische Redner herangezogen werden. Daneben müßten kleinere Ortsgruppenversammlungen zur Vertiefung der Idee beitragen. Die Propagandaversammlungen müßten intensiver vorbereitet, besondere Einladungen verschickt, Zettel verteilt werden. Auch die Feier der nationalen Feste sei ein wirksames Propagandamittel, vor allem sei aber auch die Einführung der jüdischen Presse in d e Familien unbedingt erforderlich. Der Redner betont sodann die Notwendigkeit des von den Oberschlesiern schon längst geforderten Parteisekretärs, für die der Gruppenverband bereits 600 Mark zur Verfügung gestellt habe, und kommt sodann auf das Verhältnis der zionistischen Organisation zu den andern jüdischen Organisationen zu sprechen. Redner verlangt tätige Mitarbeit an alle Institutionen, die dem Judentum förderlich seien, und schließt seine an mannigfachen Anregungen reichen und klaren Ausführungen mit einem warmen Appell an die Gesinnungsgenossen, sich die Sammlung des Schekels angelegen sein zu lassen, da der erhöhten Bedeutung des diesjährigen Kongresses entsprechend die deutsche Landsmannschaft stark vertreten sein müsse. Inder Diskussion gibt R ibbiner Dr. Friedm ann-Troppau einige Winke für die Propaganda. Er empfiehlt Einführung eines Spendenbuches und eifrige Benutzung des Sammelbogens, die sich in Troppau vorzüglich bewährt hätten. Rechtsanwalt R om an-Königshütte findet den Grund, daß gerade in der potenten jüdischen Gesellschaft so wenig Zionisten seien, in der Tatsache, daß der Zionismus die Grenze zu den andern Organisationen zu scharf ziehe. Gesellschaftliche Gleichstellung des Zionismus müsse erreicht werden. Lesser-Beuthen sieht die Mißerfolge in der mangelnden Propaganda. Auch er hält Zusammenarbeit mit jedem Veiein, der nur irgendein jüdisches Interesse habe, für unumgänglich. Der Redner kommt schließlich auf die Entlassung des Herrn Dr. Heinrich Löwe aus der Redaktion der „Jüdischen Rundschau" zu sprechen. Hierüber entspinnt sich eine längere Debatte. Hierauf referierte Herr Dr. Klee-Berlin über die allgemeine Lage der zionistischen Bewegung. Nach einem kurzen Überblick über die Umwälzungen in der Türkei kommt der Redner auf die allgemeine Lage der zionistischen Bewegung zu sprechen. n Die verärgerten Verhältnisse in der Türkei dürften nicht auch eine Änderung des Programms nach sich ziehen. Lediglich die politischeTaktik erfahre eine Änderung. Durch die veränderten Verhältnisse in der Türkei sei der Unterschied zwischen politischen und praktischen Zionisten bedeutungslos geworden. Das, was die politischen Zionisten bisher als Hindernis angesehen hätten, die mangelnde Rechtssicherheit, sei entfallen. Entfallen seien daher auch ihre bisher geltend gemachten Bedenken. Noch beständen heute Einwanderungsverbote, noch seien nicht alle Hi dernisse beseitigt, trotzdem müsse allenthalben eine große, wfrtschaftliche, von politischen Gesichtspunkten geleitete Tätigkeit einsetzen. Dementsprechend seien auch unsere Maßnahmen zu treffen. Unsere erste Pflicht sei Konsolidierung unserer Finanzinstitute. Hand in Hand mit dieser Frage mü^se die Propaganda gehen, die zwei verschiedene Aufgaben zu erfüllen habe. Erstens müsse sie Menschen, Seelen gewinnen, erziehen, — die große Diasporaautgabe, der sich der Zionismus schon stets unterzogen habe. Zweitens aber müsse sie ihr Hauptaugenmerk richten auf eine intensive Tätigkeit zur# Realisierung des Endziels: das Heimstättenprogramm. Die Überzeugung, daß Palästina das geeignetste