Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 10 (5.3.1909)
- Date
- 1909-03-05
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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scheinung des Antisemitismus im 19, Jahrhundert. Derselbe Mangel an historischem Sinn findet sich bei der Darstellung der zionistischen Bewegung. Mit Herzls Tod ist anscheinend auch für Heman der Zionismus erstorben, obgleich dies in keiner Weise zutrifft. Heman ist diese Erscheinung gänzlich entgangen, und so verkündet er: „Der Zionismus aber scheitert an dem Widerspruch, daß er ein Judentum, ohne die jüdische Religion in den Mittelpunkt zu setzen, pflegen will." Ein solcher Ausspruch nimmt bei Heman um so mehr Wunder, als er an anderer Stelle, z. B. bei der Darstellung der Wandlung der messianischen Idee, wohl Politik von Religion zu unterscheiden weiß, was besonders aus seinem folgenden Ausspruch hervorgeht: „Das Christentum ist an keine Nationalität gebunden. Es verträgt emanzipierte Juden; die Nationalitäten aber vertragen keine emanzipierten Juden, die sich nicht vollständig assimilieren und ihrer Nationalität und Religion entsagen wollen." (p. 109.) So leidet die Hemansche Geschichtsdarstellung an dem großen Fehler, daß der Theologe sich fast niemals von seiner religiösen Betrachtung der Dinge losreißen kann; daß diese Betrachtung dann christlich gefärbt erscheint, ist bei einem christlichen Theologen selbstverständlich . . ., das ist alles begreiflich und verzeihlich, ab^er nicht ganz vorteilhaft für jemanden, der seinem einzigen und großen Vorgänger, von dem er nota bene reichlich und fast ausschließlich geschöpft hat, Mangel an Objektivität vorwirft. Das will natürlich nicht sagen, daß Hemans Buch nicht lesenswert sei. Dr. Felix Pinkus, Zürich „März", Halbmonatsschrift für deutsche Kultur. Herausgeber-' Ludwig Thoma, Hermann Hesse, Albert Langen, Kurt Aram. Zweites Februarheft 1909. Preis Mk. 1.20, im Abonnement: das Quartal (6 Hefte) Mk. 6.—. Verlag von Albert Langen in München. Im zweiten Februarheft des „März" bespricht Theodor Barth „die Demokratisierung der äußern Politik", Ludwig Thoma „die Krügerdepesche". Robert Hessen sucht „Mitschuldige" für die Novemberkrisis, Hermann Bahr plaudert geistreich über Kaiser, Thronfolger und Minister in Österreich, ein Eingeweihter wendet sich gegen den bureaukratischen Drill unseres Auswärtigen Amtes, Hans Dominik belehrt uns unterhaltlich über „Erdbeben und Erdbebenforschung", Julius Baum über „Raumkunst und Naturalismus" anläßlich der Mar6esausstellung. Hermann Hesse kritisiert scharf das „hohe Lied" von Sudermann, Erwin Rosen bietet Erinnerungen aus der Fremdenlegion, Knut Hamsun die Fortsetzung seines Romans „Unter Herbststernen". Eine Fülle von- Rundschauartikeln und pikanten Glossen nimmt alle möglichen Persönlichkeiten und Tagesereignisse unter die Lupe. „Kind und Kunst", Verlag Adolf Stenzel, Breslau. Probeabonnement 3 Mark. Inhalt des fünften Heftes: Religiöser Gelegenheitsunterricht, von H. Scharrelmaun, Bremen. — Kinderornament und Schulprobleme, von Emil Pirchan, Brünn; mit 20 Illustrationen. — Stammbücher und Stammbuchverse, von Theodor Ebner, Ulm. — Einfache Kinderkleidung, von Annemarie Pallat-Hartleben; mit zwei Illustrationen. — Kreuzstich- und Perlarbeiten aus der Klasse Prof. F. Nigg an der Kunstgewerbeschule in Magdeburg. (2 Illustrationen.) — Kissen, Decken, Täschchen und Buchhüllen aus, der Klasse Prof. F. Nigg an der Kunstgewerbeschule in Magdeburg. (2 Illustrationen.) — Gedächtnis- und Kompositionsmodellieren in der modernen Volksschule. Mit Reproduktionen aus der Pforzheimer Hilfsschule, von Joseph Hecht, Pforzheim; mit 12 Illustrationen. — Eisblumen, von Dr. Heinrich Pudor. — Blumenkästchen aus Holz, bemalt, als Tafelschmuck. Emil Pirchan, Brünn. (Illustration.) — Von Kindern, von Frida von Bülow und Frida Henning. — Gedrechseltes und bemaltes Spielzeug „Prozession" und Eierhälter. Emil Pirchan, Brünn. (2 Illustrationen.) — Frohsinn und Poesie, von Milla Vetterlein. — Beilagen: Kasperls Ende. Ein Spiel fürs Kindertheater von O. Wiener, Prag. Allerhand Spiele von Otto Promber, Dr. L., Marie Rasch. (Illustriert.) Ornament. Schülerzeichnungen aus den Kursen von E. Pirchan, Brünn. An die geehrten Herren Gesinnungsgenossen aus der Bukowina! Das Bukowiner D. K. teilt sämtlichen Gesinnungsgenossen mit, daß für das Bukowiner D. K. bestimmte Beträge an den Herrn Kassierer Leo Harth, Czernowitz, Siebenbürgerstraße 15, und sämtliche Briefschaften an das Bureau des D. K., Dreifaltigkeitsgasse 26, I. Stock, zu richten sind. Die seit fünf Semestern in Wien bestehende jüdisch-akademische Ferialverbindung „Zephyra" hat im G. C. am 6. Februar 1909 den Beschluß gefaßt, sich in eine Jahresverbindung umzugestalten und von diesem Tage an den Titel „jüdisch-akademische Verbindung Zephyra" zu führen. Kunstblätter des „Jüdischen Verlags" Porträt Theodor Herzls Dieses neue, vorzüglich ausgeführte und sehr große (60X80 cm) Herzlbild (Heliographie) erregte auf dem VIII. Zionistenkongresse im Haag, wo es zum erstenmal ausgestellt wurde, wegen seiner hervorragenden Porträtähiilichkeit und ausgezeichneten Bildwirkung, besonders aber wegen seines billigen Preises berechtigtes Aufsehen. Preis in breitem weißem Passepartout M 6.- Porto und Verpackung (Rolle) innerhalb Deutschlands und]Österreichs 50 Pf, nach dem Auslande M 1.—. Im Neudruck erschien soeben: L Pilichowski: „AI Chet." Farbige Reproduktion auf feinem grünem Karton. Bildgröße: 13X13 cm., Kartongröße: 22X29 cm. Preis 50 Pf, mit Porto 60 Pf. Alle Bestellungen richte man ausschließlich an den Jüdischen Verlag, G.m.b.H., Köln a. Rh. Karolingerring 6