Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1909-02-26 · 9 (26.2.1909) · page 17

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
9 (26.2.1909)
Date
1909-02-26
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3315709-3316349-3316362--51658-3345310
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nd. 9 DIE3^E LT 201 Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boden als Gesamteigentim des jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom V. Zionistenlcongreß im Jahre 1901 gestiftet, besitzt er gegenwärtig ein Vermögen von annähernd 1JIQ Millionen Marli. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Wir haben bereits wiederholt auf die überaus bedauerliche Tatsache hingewiesen, daß von den bisher zur Verteilung gelangten ca. 35000 Nationalfondsbüchsen nur ein geringer Bruchteil in Evidenz gehalten und kontrolliert wird. Namentlich ist dies bezüglich der alten, von der früheren Wiener Verwaltung und von einzelnen Landesorganisationen herausgegebenen Büchsen der Fall. Unser Bureau hat sich alle Mühe gegeben, von den Sammelstellen Abschriften der in ihrem Besitz befindlichen Büchsenlisten zu erlangen und das solcherart gesammelte Material durch eine zu diesem Zweck angelegte Kartothek systematisch zu ordnen und zu sichten, um die Verwendung und die Erträgnisse der einzelnen Büchsen jederzeit an Hand der Zeitungsausweise kontrollieren zu können. Leider umfassen die uns seitens der Sammelstellen und Nationalfondskommissionen zugekommenen Verzeichnisse, wie gesagt, bloß einen verhältnismäßig geringen Teil der im Laufe der Jahre zur Ausgabe gelangten Büchsen. Wir sehen uns daher veranlaßt, ab April d. J. an dieser Stelle eine Aufstellung aller derjenigen Nationalfondsböchsen abzudrucken, deren Inhaber uns nicht bekannt sind und die, wie sich aus den Spendenausweisen der Zeitungen ergibt, auch nicht regelmäßig geleert werden. Mit der genannten Publikation verfolgen wir den Zweck, die Inhaber der unkontrollierten Büchsen zu veranlassen, uns ihren Namen und ihre Adresse freundlichst mitzuteilen, damit wir in der Lage sind, unsere Kartothek zu ergänzen und möglichst vollständig zu gestalten. Um jedoch den Umfang dieser Aufstellung nach Möglichkeit zu verringern, richten wir hierdurch an sämtliche Sammelstellen und Nationalfondskommissionen die höfliche Bitte, uns, soweit dies bisher noch nicht geschehen ist, Namen und genaue Adresse der Inhaber, sowie Kennbuchstaben und Nummern der durch sie verteilten Büchsen gefl. recht bald bekanntzugeben. Nationalfonds- und Chaluka°Büchsen Wir lesen in der jüngsten Nummer der „Jüdischen Zeitung": „Letzthin haben zwei Angestellte der Chaluka bei Verteilen ihrer Büchsen erklärt, diese seien Nationalfondsbüchsen. Der Maler Herr David Kohn, Obmann des aus ihm, Herrn Oberrabiner Dr. Qüde- ■ mann'und Herrn Kultusvorsteher Dr. Alfred Berger bestehenden Wiener Chalukakomitees, hat wohl über unsere Beschwerde in loyalster Weise eine Untersuchung des Falles zugesichert, dennoch ist es nicht überflüssig, die Aufmerksamkeit unserer Gg. wachzurufen. Denn die 5000 neuen Chalukabüchsen, mit deren Verteilung nunmehr begonnen wurde, haben eine große Ähnlichkeit mit unsern N.-F.¬ Büchsen, sowohl nach Größe als auch nach Farbe (Goldschrift auf blauem Grund) und tragen auch einen Zionsstern. Hingegen unterscheiden sich die Chalukabüchsen durch ihre ovale Form und dadurch, daß sie keine Nummerierung tragen, von den unsern. Wir legen Wert darauf, zu betonen, daß uns eine Anfeindung der Chaluka oder eine Schmälerung ihrer Einnahmen ferne liegt, doch muß jeder Verwirrung im Publikum vorgebeugt werden. Jeder Spender soll sich klar sein, ob er eine Spende „den armen Glaubensgenossen der österreichisch-ungarischen Gemeinde im heiligen Lande" als Almosen und zur Förderung des Talmudstudiums (Chaluka) oder aber unserm N.-F. zum Bodenkauf und zur Förderung produktiver Tätigkeit in Alt-Neuland widmet. Unsere Gg. werden aufgefordert, den Unterschied zwischen Chaluka und Nationalfonds, unsern und jenen Büchsen überall klarzustellen und jeden Fall der Verdunklung dieses Unterschiedes sofort zu unserer Anzeige zu bringen. Mit Zionsgruß Sammelstelle des Jüdischen N.-F. für Österreich Wien IX, Türkenstraße 9." Von unserm Plugblatt Nr. 1 („Etwas zum Nachdenken") haben wir eine englische Übersetzung herausgegeben, die soeben die Presse verlassen hat. Wir bitten die Sammelstellen und N.-F.- Kommissionen in den Ländern englischer Zunge, uns ihren Bedarf an diesem Flugblatte, welches in der deutschen und französischen Ausgabe so lebhaften Anklang gefunden hat, recht bald bekanntzugeben, damit wir unsere Versanddispositionen treffen und evtl. die Drucklegung eines größern Quantums veranlassen können. >4, Spendenausweis Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland: (Adresse: Max Wollsteiner, Berlin-Charlottenburg, Sybelstraße 50. - Publikationsorgan: „Jüdische Rundschau", Berlin.) Vom 12.—19. d. M. eingegangen und in Nr. 8 der „Jüdischen Rundschau" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden............ . . Jt 156.70 Selbstbesteuerung . . ............. „ 18.50 Sammelbogen ..................„ 10.— Büchsen.....................„ 53.66 Goldenes Buch (Teilzahlungen)..........„ 34.72 Summe Ji 273.58 Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Osterreich: (Adresse: Wien IX., Türkenstraße 9. — Publikationsorgan: „Jüdische Zeitung", Wien.) Vom 1.--8. d. M. eingegangen und in Nummer 7 der „Jüdischen Zeitung" detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden..............Kr. 518.11 Selbstbesteuerung.......... . . . „ 46.10 Sammelbogen .................. „ 199.27 Büchsen . . . ..................,, 131.93 Summe Kr. 895.41 Ji 761.10 >^ ■

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.