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Die Welt · 1909-02-12 · 7 (12.2.1909) · page 18

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
7 (12.2.1909)
Date
1909-02-12
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Bei der Administration der „Welt" in Köln sind folgende Spenden eingegangen: Für den ßezalel: Anonymus Kr. 2.— . . . . .............Jt 1.70 L. S. Z. Kr. 1.—.................. „ 0.85 Für die Nationalbibliothek: Anonymus Kr- -..................Jt 0.85 Bei Herrn Prof. Dr. O. Warburg, Berlin, sind eingegangen: Für den Palästina=Kulturfonds II: Durch Vermittlung des Herrn Dr. Abraham Korkis in Lemberg....................Kr. 8.— Für das hebräische Gymnasium in Jaffa: Dr. Zwi Syrop Neusandez, Selbstbesteuerung der Administration des „Haschachar" in Lemberg.......Kr. 12.— B. Kupfermann, Jaroslau......... .... „ 10.— Beim Verein ßezalel in Berlin sind eingegangen: Durch Herrn [M. Henisch in Stanislau:;Stanislau, L. Lebensart, Mitgliedsbeitrag für 1909 Kr. 5—, Elkune Hessel, Mitgliedsbeitrag für 1909 5.—, Sammlung des Mittelschüler-Zirkels „Beihar" 3.70, Sammlung Rubinfeld auf dem „Schalom-Aleichem "-Abend 3.—, Sammlung anläßlich des Palästinaabends 7.80, Kleinfeld nicht angenommen, von Mittels 1.—, Brody, Per J. Prives Sammlung der Frau Pevsner 18.—........Kr. 43,50 Erklärung Herr M. N. van Campen, der Verfasser des Israels-Artikels in unserer Nummer vom 29. Januar, ersucht uns, hier zu veröffentlichen, daß wir mit Rücksicht auf den Charakter unseres Blattes einige Änderungen an einzelnen Stellen seines Artikels vorgenommen haben, die gewisse religiöse Auffassungen zu tangieren geeignet schienen, und daß wir infolge Zeitmangels die Zustimmung des Autors nicht mehr einholen konnten, der mit diesen Änderungen nicht einverstanden ist. Aufruf! In der Trauersitzung vom 27. Januar 1909 zur Ehrung ihres Ellrenmitgliedes sei. And. Dr. Leopold Kahn, gew. Mitgliedes des E. A. C, hat die Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien, „Bar-Kochba'1 in Wien, den Beschluß gefaßt; einen „Leopold-Kahn- Hain" zu gründen, und sind bereits für diesen Zweck 10 Ölbäume gespendet worden. In der Überzeugung, daß der Verblichene vieler Anhänger und Verehrer für seine tatkräftige und unermüdliche Arbeit für die zionistische Idee sich erfreute, erlauben wir uns, diejenigen Gg. Gg., die durch Ölbaumspenden ein ewiges Denkmal einem ihrer Ersten und einem ihrer Besten errichten wollen, zu ersuchen, die Ölbäume in den von der „Bar-Kochba" zu gründenden „Leopold-Kahn-Hain'f anweisen tu wollen. Mit Zionsgrüßen! I. A. D. V. J. U. C. M. Schmorak J. U. C. Rubin Besen Dz. Präses. Dz. Schriftführer. Briefkasten der Redaktion Oderberg: So interessant Ihr Bericht ist, für unser Blatt ist er viel zu lang. Wir mußten ihn notgedrungen kürzen. Frl. Rosenbluth: Insgesamt gesammelt Jt 64539.—, davon beim A. C. eingegangen Jt 49969.—. „Palästina", Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas, München, Pettenkoferstraße 25. Das Februarheft dieser sehr empfehlenswerten einzigen deutsch-jüdischen Palästina-Zeitschrift enthält u. a. ein hübsches Feuilleton von Adolf Götz: Die hochgebaute Stadt. Felix Teilhaber schreibt über die Ärztefrage in Palästina, Lorch über die Einwanderung. Eine Menge Notizen, Nachrichten und Hinweise aus allen Gebieten der Palästinawissenschaft und Forschung machen das Heft ebenso interessant wie belehrend. Der Bezug dieser Zeitschrift, deren Abonnementspreis nur Jt 2.50 jährlich beträgt, ist allen Zionisten und Palästinafreunden wärmstens zu empfehlen. Das Februarheft der „Neuen Rundschau" :(S. Fischer, Verlag, Berlin) bringt die Fortsetzung des neuen Romans von Thomas Mann, „Königliche Hoheit". Wassermann veröffentlicht seine neueste Novelle „Graf Erdmann Promnitz". Meier-Gräfe fährt in der Veröffentlichung seines Spanischen Tagebuchs fort, das in der Lebendigkeit seiner Anschauung und in der Kritik der Kunstgeschichte großes Aufsehen machen wird. Karl Scheffler bringt einen Essay über „Geschäftsideale", in dem er die falschen und die richtigen Bestrebungen der modernen Industrie abwägt. Ferdinand Tönnies spricht über „Politische Reife", Marckwald über die neuesten „Radiumforschungen", Benno Rüttenauer gibt eine kleine Ästhetik des „Liebesbriefs". In der Abteilung der chronikartigen Rundschau spricht Wirth über die Jungtürken, Herman Bahr über neue naturwissenschaftliche Literatur, Poppenberg über die schwedischen Märchen der Lagerlöf, Karl Albrecht über Kainz und Girardi, fieilbut über Ausstellungen, Rikardo über die wirtschaftliche Krisis. Junius über die politische Lage. Eine Reihe aktueller 'und interessanter Anmerkungen beschließt das Heft. Knut Hamsun, Benoni. Roman. Umschlagzeichnung von Olaf Gulbransson. Preis geheftet 4 Mark, in Leinen gebunden 5 Mark, in Halbfranz-Liebhaberband 7 Mark. Verlag von Albert Langen in München. Nach jahrelanger Pause gibt Knut Hamsun zum erstenmal wieder einen umfangreichen Roman heraus, und wir können mit Freuden sagen, daß er ein reifes Werk seiner feinen und originellen Kunst ist. — Wir erkennen darin den alten Hamsun des „Hungers", des „Pan" und der „Mysterien" wieder, den alten und doch nicht denselben. Die düstere Bitterkeit, mit der er bei aller Ironie seine Helden schilderte, ist geschwunden; heller Sonnenschein gleichsam liegt auf jeder Seite, des neuen Buches. „Benoni" ist ein humoristischer Roman von so gemütvoller, fröhlicher Art, daß einem das Herz dabei aufgeht. Wie wundervoll sind alle diese Gestalten gesehen, vor allem der Held Benoni selbst, der das Leben so schwer nimmt, und dem doch alles, was er erlebt, zum Glück ausschlägt, dieser liebenswürdig Hilflose, dem der Herr das Seine im Schlaf schenkt, weiter die Pfarrerstochter Rosa und der verbummelte Jurist Arentsen, der großmächtige Kaufmann Mack, ein alter Bekannter aus dem „Pan", vielleicht die ergötzlichste Gestalt des Buches, der Wächtersvend und seine Ellen, das sich gegenseitig feindselige Leuchtturm wächterehepaar, die beiden uralten Knechte Mensa und Möns, der überwältigend englische, trunksüchtige Sir Hugh. Das sind Menschen, so lebendig und originell geschildert, daß man sie nicht wieder vergißt. Hans Thoma hat sich entschlossen, seine sämtlichen Aufsätze und Reden vereinigt mit manchem Ungedruckten — darunter einer Reihe von Gedichten — als Buch erscheinen zu lassen. Das Werk, das unter dem Titel „Im Herbste des Lebens" mit Buchschmuck des Verfassers im Verlag Süddeutsche Monatshefte G. m. b.H., München, erschienen ist, enthält an erster Stelle die autobiographischen Aufzeichnungen des Künstlers. Aus dem Nachlaß der am 11. Juni 1908 in Berlin verstorbenen Frau Professor F. Bernstein sind dem Hilfsverein der deutschen Juden Mk. 20000 überwiesen worden. Diese Stiftung ruft die Erinnerung wach an den angesehenen Berliner Universitätslehrer Professor Bernstein, der im Jahre 1894 verstorben ist. Bei den ersten russischen Judenverfolgungen unter Ignatiew hat er sich in eifrigster Weise an der Hilfsaktion zugunsten der Unglücklichen beteiligt. Seine ihn um viele Jahre überlebende Gattin war nicht nur durch ihre Wohltätigkeit bekannt, sie war auch eine feinsinnige, namentlich auf dem Gebiete der Kunst hervorragende Dame, deren Haus der Mittelpunkt angesehener intellektueller Kreise war. Danksagung Das Ableben meines Mannes, des Dr. Leopold Kahn, hat überall, wo Gesinnungsgenossen leben, schmerzlichen Nachhall geweckt. Im Verklingen hat der Name wieder ein starkes Echo hervorgerufen, und von überall her mischt sich die Klage mit der meinigen um meinen teuern Toten. Allen unsem Freunden sei mit der Bitte, ihm ein treues Gedenken zu bewahren übers Grab hinaus, herzlicher Dank für ihre innige Teilnahme gesagt. Wien, im Februar 1909. ^.j . wr - Sidonie Kahn

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