Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 13 (1909)
- Issue
- 5 (29.1.1909)
- Date
- 1909-01-29
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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ißtr die,-südafrikanische Saninidstelle eine unserer tätigsten. Auf Wuiisdr-d^ South African Zionist Federation bemerken wir noch, dafr diese an / den nachj SÄfrikä verkauften N.-F.-Marken im Betragtvon.3776.5'5; ntit Bestellungen im Gesamtwerte von w zniAD MXfflgt ist. .::; Lebhaft zu begrüßen ist die Sammeltätigkeit unserer englischen Gesinnungsgenossen in den letzten Monaten. Während wir im ersten Halbjahre 1908 rur Ji> 1051.16 verzeichnen konnten, figuriert England in der vorliegenden Jahresstatistik mit <M 7897.54 an 7. Stelle. Dieser Aufschwung zeigt, daß England tatsächlich ein fruchtbares -Gebiet ist, welches -voraussichtlich im Laufe dieses Jahreshf die 'Reihe'der höchstbeteiligten Gebiete aufrücken wird. Auffällig ist das Ergebnis Ungarns. Mit einer relativen Leistung, von nur Jt 0.005 steht es erst an 22. Stelle. Dieses Resultat ist um so auffälliger, als Herr Dr. Dörneny, der Leiter der dortigen Sammelstelle,, es in bewunderungswürdiger Weise versteht, die in Ungarn besonders stark in die Erscheinung tretenden, religiösen Gegensätze innerhalb der jüdischen Gemeinschaft zu überbrücken. Wenn also auch das im vergangenen Jahre erzielte Resultat noch nicht ganz der jüdischen, Bevölkerungsziffer entspricht, so verbürgt doch das allmähliche Vordringen der zionistischen Idee in Ungarn eine konstante Steigerung der N.-F.-Sammlungen. Überhaupt zeigt das Ergebnis der Sammlungen im Jahre 1908, daß im allgemeinen da, wo der Zionismus festen Boden gefaßt hat und wo die.tallgemein^zionistische Propaganda gut organisiert ist, die Nationalfondstätigkeit sich als besonders erfolgreich erweist. Allerdings trifft dies für einige Länder nicht ganz zu. In manchen Gebieten hat der Nationalfonds viele Anhänger auch in nichtzionistischen Kreisen, und man kann ihn dort als eine Art Vorboten anseherv welcher den Boden allmählich für den zionistischen Gedanken vorbereitet und-aufnahmefähig macht. Noch nicht ganz entsprechend ist einstweilen noch Ergebnis der Sammlungen in Holland. Wenn dieses relativ erst an H.Stelle steht, so ist das wohl hauptsächlich dem Umstände zuzuschreiben, daß es'bis'jetzt' hoch nicht gelungen ist, die dortigen zahlreichen kapitalkräftigen Juden für unsere Sache zu interessieren. Es ist allerdings für einen" einzelnen Herrn nicht leicht, in einem Lande, in dem über TOOOÖ Juden verstreut wohnen, alle in Betracht komm enden Kreise' heranzuziehen und bei allen das Interesse ständig wach zu halten. Daher ist es freudig zu begrüßen, daß es dem bewährten Leiter der holländischen Sammelstelle, Herrn Aronowitz, gelungen ist, eine neue Kraft in der Person des Gesinnungsgenossen Hoofien zur tätigen Mitarbeit zu veranlassen. /Ganzähnlich liegen die; Verhältnisse in Frankreich. Auch hier beteiligen sich, die wohlhabenderen Juden fast gar nicht an den Sammlungen für den N.-F., und dieselbe schwierige Aufgabe wie in Holland liegt hier in den .Händen des Herrn Aronstamm. Auch , ihm ist es, allein nur sehr schwer möglich,, die indifferenten Stammesbrüder in Paris und in der Provinz für unsere Sache zu gewinnen... Überdies soll das Ressort dieser Sammelstelle beträchtlich erweitert werden, da die Nationalfondsverwaltung beabsichtigt, Paris zum Zentrum der Propaganda auch für die in den nordafrikanischen Küstenländern wohnenden Juden zu machen. Es hat sich daher eine erweiterte Kommission gebildet, welche sich zum Ziele gesetzt hat, das propagandistische und organisatorische Werk der bisherigen Kommfesion weiter auszugestalten. Zum erstenmal sind in diesem Jahre größere Spenden aus der Türkei eingelaufen. Wenn ihr relativer Wert auch erst an letzter Stelle steht, so ist doch die moralische Wirkung dieser Mitarbeit sehr hoch einzuschätzen. Großen Eifer zeigt besonders die jüdische Jugend in Konstantinopel; es wurde bereits ein nationaler Jugendverein gegründet, der sieh mit besonderer Vorliebe in den Dienst der N,-.F.-Sammlungen stellt. .Agitatorisch wichtig ist vor allem, daß von der Türkei aus eine entsprechende Propagandaunter den spaniolischen Juden möglich ist. Dasselbe kann von .Palästina gesagt werden. Auch hier ist der moralische und propagandistische Erfolg höher einzuschätzen als der finanzielle Ertrag. Allerdings glauben wir, daß auch letzterer im kommenden Jahre durch die Tätigkeit der neueingerichteten Sammelstelle in Jaffa sich bedeutend steigern wird. Die Tätigkeit dieser Sammelstelle ist deshalb besonders dankbar und erfolgversprechend, weil - die palästinensischen Spender nicht nur durch den Ausweis und die Berichte in den Zeitungen von der Bedeutung ihrer Mitarbeit unterrichtet werden, sondern sich durch den Augenschein \ron der praktischen Arbeit und dem steten .Entwicklungsgang des N. F. überzeugen können. Griechenland und Brasilien haben nur ganz geringe Beträge aufgebracht und stehen deshalb in der statistischen Zusammenstellung an letzter Stelle. Hierbei ist jedoch zu beachten, daß in diesen beiden Ländern noch keine organisierten Sammelstellen bestehen, sondern daß die aufgeführten Beträge Spenden vereinzelter Gesinnungsgenossen darstellen, welche die Summen direkt dem hiesigen Hauptbureau einsandten. In beiden Ländern haben wir Beziehungen angeknüpft und hoffen, im Laufe der nächsten Monate regelrechte Organisationen für den N.-F. zu schaffen, welche einen entsprechenden Erfolg verbürgen. Wie wir bereits in Nr. 2 der „Weltu erwähnten, ist Ostasien in der Statistik des Jahres 1908 nicht vertreten, obschon bei der Shanghai Zionist Association N.-F.-Spenden im Betrage von über 1000 tM eingelaufen sind. Leider ergaben sich für die Überweisung dieser Summen Schwierigkeiten, so daß der Ausweis erst im Laufe der nächsten Monate erfolgen kann. Zum Schlüsse sei noch erwähnt, daß. wir im abgelaufenen Jahre zum erstenmal einen namhaften Erfolg der Briefmarken- und Materialiensammlungen zu verzeichnen haben. Die auf diesem Gebiete entfaltete Propagandatätigkeit hat dank den aufopfernden Bemühungen des Herrn Dr. Loewenheim jin Berlin und .dank der tatkräftigen Mitarbeit der österreichischen Philatelie-Abteilung in Wien dem N.-F. einen Ertrag von 1142.98 Ji eingebracht. Wenn trotz der ungünstigen allgemeinen finanziellen und politischen Lage im Jahre 1908, welche naturgemäß einen hemmenden Einfluß auf die N.-F.-Sammlungen ausübt das Gesamtergebnis 1 4 Million Mark übersteigt, so ist dieser Erfolg nicht zum wenigsten der vom Hauptbureau planmäßig betriebenen Ausgestaltung der Sammelstellen zu verdanken. Noch wichtiger aber scheint uns ein anderes Moment. Vergleichen wir die Sammelergebnisse der einzelnen Quartale im Jahre 1908, so zeigt sich, daß die letzten drei Monate bedeutend größere Summen einbrachten als irgendeines der vorhergehenden Quartale. Dieses Steigen der Einnahmen im letzten Vierteljahre ist zum Teil auch auf die politische Umwälzung in der Türkei zurückzuführen. Die Umwandlung der türkischen Staatsform und die damit nahegerückte Verbesserung der wirtschaftlichen und rechtlichen Zustände Palästinas hat dem N.-F. neue weite Perspektiven eröffnet. Diese Auffassung hat sich in weiten Kreisen unserer Gesinnungsgenossen Bahn gebrochen und kommt zahlenmäßig in der Intensität der Sammlungen für den N.-F. zum Ausdruck. Die N.-F.-Verwaltung wird es sich angelegen sein lassen, durch beständige Ausgestaltung der Sammelmittel, durch den Ausbau der Organisation und insbesondere durch eine erhöhte propagandistische Tätigkeit die Sammelergebnisse für den Jüdischen Nationalfonds allmählich auf eine seinem großen Zwecke entsprechende Höhe zu bringen. Wir sprechen an dieser Stelle nochmals die Bitte aus, daß uns alle Gesinnungsgenossen, die uns bisher ihre treue Mitarbeit gewidmet haben, auch fernerhin nach Kräften unterstützen mögen.