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Die Welt · 1909-01-29 · 5 (29.1.1909) · page 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
5 (29.1.1909)
Date
1909-01-29
Page
– (sequence 17)
Language
German
Belongs to
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No. 5 DIBBELT 115 glaubt, daß aus diesem Grunde das Wasser des Toten Meeres besonders für therapeutische Zwecke geeignet wäre, und die Expedition wird wohl auch die Frage der Errichtung von Kur- und Badeanstalten an den Ufern des Toten Meeres in den Kreis ihrer Forschungen und Beobachtungen ziehen. Die jüdische Einwanderung in Amerika im Jahre 1908 Soeben erschien der alljährliche Bericht der „United Hebrew Charities" über die Zahl der im verflossenen Jahre im, Hafen von New York gelandeten Einwanderer. Diese Berichte erscheinen jetzt seit mehr als 25 Jahren und bilden ein überaus schätzbares Material für die Bestimmung der Anzahl end, der Zusammensetzung der jüdischen BevöUcerung, Amerikäi^v Die Zahlen des jüngster! Berichtes" sind bei weitem nicht so bezeichnend wie diese vorjährigen. Die Gesamtzahl der im Jahre 1908 in New York gelandeten jüdischen Einwanderer beträgt 45172 gegen 106968 im Jahre 1907. 33000 von diesen 45000 kamen aus Rußland, das somit auch im verflossenen Jahre das übliche Dreiviertel der jüdischen Einwanderung gestellt hat. Der Kontrast zwischen den Zahlen für 1907 und denen des verflossenen Jahres ist augenfällig. Der Druck und die Verfolgung in Rußland haben auch im letzten Jahre nicht nachgelassen, aber auf der andern Seite sind die wirtschaftlichen Aussichten, die die Einwanderer im letzten Jahre in Amerika erwarteten, offenbar so schlecht gewesen, daß sie nicht hinreichten, um die Verfolgten zu veranlassen, die Gefahren der Reise auf sich zu nehmen.; Dieser Umstand ist, wie der „American Hebrew" bemerkt, ein schlagender Beweis gegen die Argumente der sogenannten Restriktionisten, d. h. der Gegner der freien Einwanderung. Sie begründen ihre einwanderungsfeindlichen Vorschläge am liebsten mit der Verschlechterung des Arbeitsmarkts, die durch die ungehemmte Zulassung von Massen fremder Arbeitskräfte notwendigerweise entstehen müsse. Die Zahlen des verflossenen Jahres beleuchten den Wert solcher Argumente, deren volkswirtschaftliche Absurdität für jeden Denkenden von vornherein feststand. Auch die stärkste Verfolgung vermag nicht ohne weiteres die Masse einer Bevölkerung zur Auswanderung in ein Land zu veranlassen, dessen wirtschaftliche Bedingungen unter Umständen noch schlechter sind als die der Heimat. Eventuelle Ausbrüche von Verzweiflung, die zur Massenauswanderung veranlassen, werden durch die harte Logik der ökonomischen Grundgesetze ausgeglichen, die den Zuwachs von Arbeitslustigen von der Lage des" Arbeitsmarkts abhängig sein läßt. Noch eine andere Erscheinung spricht gegen die Bestrebungen der Restriktionisten. Die Zahl , der eingewanderten Männer betrug 17383, die der Frauen 16046, der Rest waren Kinder. Mit andern Worten, es kamen fast ebensoviele Jüdinnen wie Juden nach Amerika. Der Jude geht eben nicht ohne seine Familie, oder will wenigstens auf die Dauer nicht ohne sie leben. Er läßt sie daher nachkommen, im Gegensatz zu den einwandernden Italienern und Slawen, die, wenn sie genügend Geld erworben haben, wieder zu ihrer Familie in ihre alte Heimat zurückkehren. Der jüdische Einwanderer ist also bestrebt, ein bleibendes Mitglied des Adoptiv- Vaterlandes zu werden, soweit dies ihm ein Vaterland ersetzen kann. Die andern führen das in Amerika erworbene Geld wieder aus dem Lande. Die Juden in Bagdad Bagdad zählt unter seinen 100000 Einwohnern etwa 40000 Juden, über die im „Tour du Monde" einige Angaben gemacht werden. Danach ist die jüdische Kolonie nicht nur zahlreich, sondern auch mächtig und hält sich abseits von der übrigen Bevölkerung, während die christlichen Chaldäer, Syrer und Armenier (etwa 10000 in Bagdad) sich sozial mit der mohammedanischen Bewohnerschaft mischen. Bis ins vorige Jahrhundert hielten die häufigen Kriege und die Feindseligkeit der umwohnenden Stämme die Juden innerhalb der Mauern ihres Stadtviertels eingeschlossen. Mit dem Fall der Mameluken wurden sie frei. Manche wurden Makler der Defterdare, mit der Finanzverwaltung der Provinz beauftragt,; und bereicherten sich dadurch. Em Jude namens David Sassün verließ 1837 infolge eines Zwistes mit seinem Chef Bagdad, machte in Buschir und später in Bombay einen Laden auf und brachte^ es schließlieh zur Gründung eines angesehenen Handelshauses in London. In neuerer Zeit erlangte der Jude Daniel M#ahern-eirlen großen Einfluß<in. Bagdad; er wuväe mit seinem Getreidehandel zum reichsten Grundbesitzer des Landes. Die ganze Judengemeinde warf sich' nach Befreiung mit Eifer aufs Hand$s^ jetzt lühjt_sj§ es zum.gipßeii Teil. Ermutigt, durch 'die wiederkehrende.Sichel schwärmten, sie in die Städte und Dörfer der Provinz aus. Das Glück David Sassuns war das Vorbild, und so haben mehrere Bagdadjuden in Manchester und Marseille Handelshäuser errichtet. Ein beständiger Abstrom findet auch nach Osten statt: die jungen Leute gehen nach Indien, nach Rangoon, Singapore, Hongkong und Schanghai. Die von der Alliance Israelite in Bagdad gegründete Schule besteht seit 1865 und wird von Juden aus Bagdad, die draußen ihr Glück gemacht haben, reich unterstützt. Sie zählt gegen 1000 Schüler, die erst später (1890) errichtete Mädchenschule 420 Schülerinnen. Ferner gibt es eine Talmud-Thora-Vorbereitungsschule, die von 1200 Kindern besucht wird. Obwohl nun die Bagdadjuden sich in der Welt umsehen, verhalten sie sich dennoch äußeren Einflüssen gegenüber ablehnend. Sie tragen noch lange Kleider und einen besonderen Turban mit farbigen Mustern. Die Frauen gehen stets in den Lzaro eingehüllt, das Gesicht durch einen langen Schirm verborgen, aus und empfangen keine Besuche. PARTEIFONDS Beim Zionistischen Zentralbureau, Köln, eingegangen: Sammlung der Sammelstelle des Jüd. Nationalfonds, Wien: Czernovvit.-r: PerVerb.„Zephira" JekelesKr.7.—, P. J. 0.50; Czortkovv: Per Dr. Nußbaum: Dr. Appenzeller, Dr. M. Salzberg, J. Rosenzweig, J. Schwarz, K. Karpf, S. L. Schorr, D. Sternberg, A. Schwarz ä 5.—; Janow: Per Dr. Nußbaum: J. Reiß, M. Pohoryles ä 2.50, M. Lazarus, M. Erde, M. Perl ä 2.—; Jezierna: Per Dr.Nußbaum: A. Hellin 5.—; Kopyczynce: Per Dr. Nußbaum: Dr. Braun, M. Sternberg ä5. -; Lemberg: Per S. Philipp: Ch. Arja Laufer 5.—; M.-Ostrau: Zon. Mittelschüler 6.—; Prag: Per M. Löwy 10.—; Skalat: Per Dr. Nußbaum: J. Elfenbein 5.—; Tarnopoi: Per Dr. Nußbaum: Dr. Waldmann, L. Horowitz ä 5.—; Wien: Dr. Leopold Meisel 5.—; Zloczow: Per F. Gruber: J. Reiß 3.— . . . zus. Kr. 112.05 Dr. Hans Gideon Heymann, Berlin........Jt 2.— Saul Berkower, Langenwang.........Kr. 2.— Adolf Hoenig Louisville..............Jt 12.86 Beim Jewish Colonial Trust, London, eingegangen: J. L. Greenberg, London für Juli—Dezemb. 6 Monate äO. 2.6 £ 0,15.— Sammlung der Commission Superieure Banque et Fond pour le Judaisme Bulgare, T. Barzardjik......Fr. 68. Sammlung des Comite Central del Partido Sionista en Argentina, Buenos-Ayres..........argent. $ 25.15 Sammlung der Federation of Zionist Societies of Canada, Montreal: Clarence J de Sola, Präsident der Canadischen Federation $ 150.—; A. Levin, Vize-Präsident der Canadischen Federation 100.—, von den Mitgliedern des B'nai Zion Vereins in Toronto gesammelt durch J. Ramm 50.—; A. J. Freimann, Ottawa, Mitglied des Vorstandes der Canadischen Federation 25.—; Lazarus Cohen, Montreal 25.—; Lyon Cohen, Montreal 25.—; A. J. Cohen, Montreal 10.—; David Levy, Montreal 10. —; A. Harris, Montreal 5.—..............zus. $ 40t). Sammlung der Federation of American Zionists, New-York: S. Chicago, III., Shivath Zion Gate.......zus. S 30.—, Los Angeles, CaL, L. E. Pearlson......... 1. - , Minneapolis, Minn., Per Ohavey Zion, Joseph Kolontersky 1.—, Mrs. S. Gerskowilz 1.—.........zus. 2.—, New York, Nordau Zionist Society......... L—, Brooklyn N. Y., Young Men's Zionist League, Nathan Levinel.—, Marcus Goldstein 1.—, Louis Chelowitz 1.—, Wiliam Goldstein 1.—, Louis Rosenblum 1.—, H. nnah Leventhal 1.— ................zus. 6.— St. Louis, Mo., Per Zionist Council: Mr. Cohen 2.--, Mr. Tiube 1.—..................zus. 3.— New York, Per Hatechija: Mr. Tarnopolsky 1.—, E. Davidow 1.—, Jacob Dunes 1.—, Harry Wolin —.75, Charles Lazar —.50, N. Lipshitz —.50, Mr. Sarashotf —,50, S. Goldberg —.50, W. Levy —.25, Misceilaneous 1.— zus. 7.—, Fitchburg, Mass., Per Tifereth Zion: Lewis Rome L—, S. Shernowitz 1.—, A. ü. Bernson 1.—, S.'N. Stevens' 1.—, Rev. M. Freed 1,—...........zus. 5. - Insgesamt Jt 2129.40. Bei der Administration der „AVeit" in Köln sind eingegangen: ^-■■'■^Ür.;defl-:'.Bezalel: -Davi&StidiM^ 1909-«* 4.— . Dr..X M. Salkind, London 4. t „ „ „ „ 4.08

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