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Die Welt · 1909-01-01 · 1 (1.1.1909) · page 19

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Journal
Die Welt
Volume
13 (1909)
Issue
1 (1.1.1909)
Date
1909-01-01
Page
– (sequence 19)
Language
German
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No. 1 DIEIqKELT 19 J|fe( JU€D1SCH6R nATIOnAL-FOnDS)^^ Der Jüdische Nationalfonds ist dazu bestimmt, palästinensischen Boden als Gesamteigen tum des jüdischen Volkes zu erwerben und auf ewige Zeiten zu erhalten. Vom V. Zionistenkongreß im Jahre 1901 gestiftet, hmtzt er gegenwärtig r.in Vermögen von annähernd lJjs Millionen Mark. MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Die bürgerliche Jahreswende, die im wirtschaftlichen und kommerziellen Leben die Zeit der Rechnungsabschlüsse und Etatsvoranschläge ist, eignet sich ganz besonders zu einer planmäßigen Aufnahme der Propagandaarbeit für die Selbstbesteuerimg. Es ist mißlich, hundertmal Gesagtes zum hundertundersten Male wiederholen zu müssen, wir halten es aber für eine eminente zionistische Pflicht, keine Gelegenheit vorübergehen zu lassen, ohne der hochwichtigen Institution der Selbstbesteuerung zu gedenken und unseren Gesinnungsgenossen immer wieder in Erinnerung zu rufen, daß der VII. Zionistenkongreß es jedem Zionisten zur unabweislichen Pflicht gemacht hat, sich zugunsten des jüdische n Nationalfonds mit einem beliebigen Prozentsatz seines Jahreseinkommens selbst zu besteuern. „Selbst die Dürftigsten", — so lautet der Kongreßbeschluß, - „sollen im Laufeeines Jahres wenigstens 1 Krone, 40 Kopeken, respektive den entsprechenden Wert in ihrer Landesmünze dem Nalionalfonds zuwenden." Wir wollen hoffen, daß sich die Einrichtung der Selbstbesteuerung im neuen Jahre viel allgemeiner als bisher unter den Gesinnungsgenossen einbürgern wird. Die Erfahrung hat aber gezeigt, daß auch Nichtzionisten mit Leichtigkeit zur Selbstbesteuerung für den Nationalfonds herangezogen werden können. Schon gibt es in manchen Ländern eine große Anzahl von Selbstbesteuerungsgruppen, die Zionisten und Nichtzionisten umfassen; in manchen „Minjanim" befinden sich die Nichtzionisten sogar in der Mehrheit. Und dies sollte den Gesinnungsgenossen ein Ansporn sein, weitere gemischte Selbstbesteuerungsgruppen wie man dieselben im Gegensatz zu den rein zionistischen genannt hat, ins Leben zu rufen, denn erfahrungsgemäß haben diese allgemeinen Gruppen einen weit höheren propagandistischen Wert als diejenigen „Minjanim", die sich ausschließlich aus Zionisten zusammensetzen. Wo es tunlich erscheint, sollten es unsere Gesinnungsgenossen nicht verschmähen, selbst Nichtjuden zur Selbstbesteuerung für den Nationalfonds heranzuziehen. Wir bitten jeden, der Mittel und Wege anzugeben weiß, die Institution der Selbstbesteuerung zu heben und ihre Einnahmen zu vermehren, seine Vorschläge der zuständigen Landessammelstelle oder dem Hauptbureau des Jüdischen Nationalfonds in Köln zu unterbreiten. Aus Szatmär (Ungarn) ist uns vom Nationalfondskommissär des dortigen zionistischen Vereins folgende sehr beachtenswerte Anregung zugekommen: Löbliches Hauptbureau des J. N. F.! Ich weiß nicht, ob in der „Welt" schon einmal darauf hingewiesen worden ist, jedenfalls ist der Vorschlag, den ich Ihnen im nachfolgenden unterbreiten möchte, jetzt sehr aktuell. In jeder Stadt, wo Banken, Versicherungsgesellschaften und ähnliche Institutionen vorhanden sind, sollte der Nationalfondskommissär oder der Präsident des Zionisten Vereins alljährlich Ende Dezember oder Anfang Januar an die Direktion der betreffenden Gesellschaften eine Zuschrift richten, in der dieselben ersucht werden, von der für wohltätige Zwecke ausgesetzten Summe des diesjährigen Gewinns einen Teil dem Jüdischen Nationalfonds zu widmen. Ein solches Ansuchen wird, insbesondere wenn die Anstalt in jüdischen Händen ist, sicherlich in vielen Fällen Erfolg haben. Hier bekamen wir voriges Jahr auf diese Weise 50 Kronen für den J. N. F. von einer hiesigen Bank. Mit vorzüglicher Hochachtung und Zionsgruß Ludwig Jordan. Von den in Nr. 45 ff. der „Welt" v. J. publizierten, seit Anfang 1906 und länger offenstehenden Golden-Buch-Konti, erklären wir diejenigen Konti, welche bis Ende 1908 die Höhe von Jl 100.—, Kr. 120.—, £ 5.--, Rbl. 48.—, S 25.—, Frcs. 125.— nicht erreicht haben, hierdurch für erloschen. Die eingezahlten Beträge werden dem allgemeinen Spendenkonto zugeschrieben. Hingegen gewährt die Nationalfondsverwaltung auf vielfachen Wunsch den Inhabern derjenigen Konti, welche bis zum 31. Dezember v. J. die ob<:ti bezeichnete Hohe erreicht haben, eine Nachfrist von 6 Monaten zur Ergänzung ihres Kontos. Hin Verzeichnis der letztgenannten Komi veröffentlichen wir in einer der nächsten Nummern der „Welt" und bitten hierdurch die betreffenden Spender und Kontoinhaber, von der gewährten Nachfrist recht ausgiebigen Gebrauch zu machen, damit die Teilzahlungen fürs Goldene Buch demjenigen Zwecke zugeführt werden können, für den sie bestimmt waren. Vorbemerkung zur statistischen Tabelle der im Monat Dezember 1908 ausgewiesenen National» fondsspenden Die Gesamtsumme der diesmonatlichen N.-F.¬ Spenden in Höhe von 28.751.05 ist, abgesehen von dem Oktoberausweis im Betrage von JS 29 201.31, der jedoch fünf Ausweisnummern umfaßt, das höchste Monatsergebnis, das wir in diesem Jahre zu verzeichnen haben. Überhaupt stellt sich das Resultat des IV. Quartals so günstig, daß der in diesem Jahre erzielte durchschnittliche Monatsertrag durch die Eingänge des letzten Vierteljahrs wesentlich erhöht wird. Auf den Erfolg der einzelnen Sammelmittel werden wir bei Gelegenheit der Jahresstatistik in der nächsten Nummer der „Welt" näher eingehen.

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