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Die Welt · 1907-12-27 · 52 (27.12.1907) · page 17

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
52 (27.12.1907)
Date
1907-12-27
Page
– (sequence 17)
Language
German
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DIE ELT No. 52 I A. A. de Pinto i Vor Schluß der Redaktion erhielten wir die betrübende Nachricht von dem Ableben des Herrn A. A. de Pinto im Haag. Der greise Herr, der noch \'or kurzem so rüstig war, mußte sich einer Operation | unterziehen. Es schien indessen, daß es gelingen würde, \ das Leben des ausgezeichneten Mannes zu erhalten. | So lauteten noch die Nachrichten, die wir vor einigen l Tagen erhalten haben, günstig. Doch plötzlich trat der k Tod ein.; Der Verblichene war einer der berühmtesten Juden; der Gegenwart. Eine große Autorität auf juristischem . Gebiete, errang de Pinto eine Stellung im Staatst •dienst, die ihm zu dem Ersten im Lande machte. Er " bekleidete das Amt eines Vizepräsidenten des Staats- * Gerichtshofes.? Er war als Schriftsteller und Redner, als Advokat — \ er war in den früheren Jahren einer der gefeiertsten \ Advokaten Hollands — und als Richter gleich aus- \ gezeichnet. Sprosse eines alten jüdischen Geschlechts, \ vereinigte er seine Geistesvorzüge mit der feinen, \ weltmännischen Ritterlichkeit eines wahren Edelmannes. Joch mehr als die Wissenschaft und sein Vaterland hat das Judentum durch seinen Tod verloren. Er war von jüdischem Bewußtsein durchdrungen, stolz auf seine Abstammung, für seine Tradition begeistert. Wie ein Jude, der das Land liebt, in dem er lebt und die höchste Stellung unter seinen Brüdern im Lande ein-; nimmt, zugleich jüdisch, sogar große Sympathie für den Zionismus empfinden kann, hat der Verewigte auf dem : letzten Kongreß zum Ausdruck gebracht. Es war der Schwanensang einesechten jüdischen Aristokraten. Wir behalten uns vor, nächstens genauer über die Biographie des Verblichenen zu berichten. * Meyers Bibliothek der detitschen Klassiker. Die große Sorgfalt in der Bearbeitung 4erMeyerschenKlassikerbibliothek (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig und Wien) kennzeichnet sich ganz besonders durch folgende Einzelheiten: Der Text, der im Laufe der Zeit so leicht Entstellungen erfährt, ist i>enau in der vom Dichter festgesetzten Form geboten; treffliche Lebensabrisse der Dichter, die zugleich deren lfterargescbichtliche und ästhetische Bedeutung feststellen und auch ein Gemälde der allgemeinen Bildungszustände sowie des besondern literarischen Geschmacks ihrer Zeit entwerfen, und vorzügliche Einleitungen zu den einzelnen Werken erleichtern den Einblick in den tiefem Sinn der klassischen Werke. Ganz besonders wichtig sind ferner die Anmerkungen unter dem Text, welche die für unsere Zeit weniger verständlichen Anspielungen** erklären, an denen sich unsre Altvordern noch ohne Kommentar erfreuen konnten*.. Sonach bieten die Werke der Meyerschen Klassikerbibliothek in sorgfältigster1'1 Ausführung alles das, was der heutige Leser zum Verständnis der ältern Autoren^ bedarf. Wer einen Band der Meyerschen Klassikerausgaben genauer prüft, wird/ erstaunt sein, wie sehr ihm durch die geschickte Bearbeitung Genuß und Verständnis gesteigert wird; er wird bemerken, daß er zahlreiche Beziehungen und Schönheiten der Dichtungen entdeckt, die ihm früher verschlossen warem Mit'; dem gediegenen Inhalt harmoniert die vornehme Ausstattung: das dauerhafte Papier, der klare Druck, der gefällige Einband. Trotz dieser Vorzüge ist es möglich gewesen, den Preis des Bandes (in elegantem Leinenband) auf durchschnittlich 2 Mark zu beschränken. Erschienen sind bisher: Arnim, i Band; P>rentano, i Band; Bürger, i T3and; Chamiss'o, 3 Bände; Eichendorff, 2 Bände; Geliert, 1 Band; Goethe, 15 Bände; Grillparzcr, 5 Bände; Hauff, 4 Bände; Hebbel, 4 Bände; Heine, 7 Bände; Herder, 5 Bände; HofTmann, 3 Bände; Immermann• 5 Bände; H. v. Kleist, Kleine Ausgabe 3 Bände, Große Ausgabe 5 Bände; Körner, •2 Bände; Lcnau, 2 Bände; Lessing, 5 Bände; Otto Ludwig, 3 Bände; Novalis u. I\puquc, 1 Band; Jean Paul, 4 Bände; Platen, 2 Bände; Reuter, Kleine Ausgabe 5 Bände; Rückert, 2 Bände; Schiller, Kleine Ausgabe?, Bände, Große Ausgabe 14 Bände; Ticck, 3 Bände, Unland, 2 Bände; Wieland, 4 Bände. — Ausführliche Verzeichnisse können kostenfrei durch jede Buchhandlung oder auch von der Verlagshandlung direkt bezogen werden. rief mann Hcijermans: Geflügelte Taten. Einige entsetzenerregende, ' herzbeklemmende, aber keineswegs unmoralische Familienabenteuer. — Verlag von Egon Fleischel & Co., Berlin W 35. — Preis: M. 2.— Abweichend von seiner sonstigen Realistik läßt Heijermans hier seiner Phantasie die Zügel schießen und gibt uns ein Zukunftsbild, dessen herzerfrischender Humor auf jeden wirken muß, der das Buch zur Hand nimmt. Keinen utopischen Zukunftsluftkrieg, keinen Ausflug per LuftcxprclN schildert er uns, sondern er hat sich mit innigem Behagen in das Leben und Treiben eines reichen Schlächterrentiers vertieft, der, durch seinen Zug zur «Wissenschaft» veranlaßt, sich die neu erfundene «Flugmaschine» für sich und seine Familie, bestehend in seiner behäbigen Frau und einem reizenden Tüchterchen, aus Amerika hat kommen lassen. Selig tummeln sie sich in der Luft, nachdem Papa sich beim Probieren erst noch die letzten Haare an der Zimmerdecke abgestoßen. Doch mit des Geschickes flächten ist auch im Zeitalter der Flugmaschine kein ewiger Bund zu Hechten. Die Glückseligkeit dauert nicht lange. Warum? Ja! da muß man eben Heijermans sein, um das richtig erzählen zu können. Uns haben die Taten und Erlebnisse des ersten wirklichen fliegenden Holländers manch herzliches Lachen entlockt. Henne Berliner < fcecpold Seelenfried veRtiOBTe, Hannover, Budapest. H +j&^*ß*fty^^^faym*^Sßi^ß*^^a**ß^0*^lp*^^^v+w Bei der Administration der „Welt" in Köln sind folgende Spenden eingegangen: Für die Ölbaumpflanzung: Die jüdischen Mittelschüler in Proßnitz stiften einen Baum auf den Namen der Frau Dr. Gisela Goldstein .... JK 5.95 Sammlung durch Dr. Abraham Schärf-Suczawa für einen Baum auf Namen des Herrn Dr. iMax Diamant-Czernowitz „ 5.95 Für den Herzlwald: .1. M. Weinreb-Sostiowice stiftet 5 Bäume auf den Namen und zum Andenken seiner seligen Mutter Baila, gest. 22. Kislew 5659...............\ . 30.— Derselbe einen Baum auf Namen Juda Saper-Sosnowice . „ 6.— David Wolffsohn gratuliert B. M. Lilien und Frau zur Geburt ihres Jungen und stiftet 1 Baum im Herzlwalde „ 6.-- Ausweis der bei der Kunstgewerbeschule Bezalel eingegangenen Spenden. Samuel Barbasch, Stipendium für einen Schüler . . Frcs. .120. - „Hatuliya", Chicago, durch Herrn S. Burmann ... „ 103.— „Tifereth-Zion", Boston............. „ 60.- Zusammen Frcs. 283.— In Nr. 43 muß es statt Dr. J. L. Katzenelson Frcs. 52.30 heißen: Dr. Bertha Kaufmann, Jekaterineslaw, durch Herrn Dr. L. Katzenelson, Petersburg. Infolge der durch die Weihnachtsfeiertage bedingten technischen Schwierigkeiten konnte der Nationalfonds- Ausweis nicht rechtzeitig fertiggestellt werden. Unsere geehrten Abonnenten, deren Bezugszeit am 31. Dezember 1907 abläuft, bitten wir um rechtzeitige Erneuerung : des Abonnements, : damit in der Zustellung des Blattes keine Unterbrechung eintritt. Der heutigen Nummer liegen Posterlagscheine für die österreichischen und ungarischen Abonnenten bei, die wir zur kostenlosen Überweisung der Abonnementsbeträge zu benutzen bitten. Aus Deutschland werden Abonnementsbeträge auch in Briefmarken entgegengenommen, aus allen übrigen Ländern empfiehlt sich am einfachsten die Einsendung der Beträge per Postanweisung. DIE EXPEDITION „DIE WELT" Verlag: „Die Welt, Verlagsges. m. b. H.", Köln. — Verantwortlicher Redakteur:Julius Berger, Köln. — Druck von M.DuMont Schauberg, Köln.

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