Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 51 (20.12.1907)
- Date
- 1907-12-20
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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18 DIE^BllT No. 51 Juden freudig diesem Weckruf. Nationales Denken, Empfinden, Sehnen und Streben, geknüpft an das Land der biblischen Verheißung, kann in seinem letzten Ende nur seine Quelle finden in jenem uralten Born der heiligen Lehre. Dem einzig gelehrten Volk auf einzigem Boden die einzige Thora, „Tauroh achas wejisroel echod weorez achas". Wenn, mit anderen Worten, in unserer religiösen Weltanschauung die nationale Idee enthalten ist, dann dann darf auch umgekehrt vorausgesetzt werden, daß mit der Schaffung einer gemeinsamen nationalen Basis auch eine Rückkehr zum Religionsgesetze, zum Judentum in seiner Totalität, angebahnt werde. Innerhalb des Kreises national gesinnter Juden war der einzige Weg gegeben, allen Juden gleichmäßig gangbar, die breiten, religiös indifferenten Massen zunächst dem Judentum zu erhalten und ihnen die Möglichkeit zu belassen, auf dieser Grundlage zum Urquell alles Jüdischen dankend wieder zurückzukehren. Der Zionismus in seinem Kampfe gegen Assimilation und für die Rückkehr ins Judentum erschien uns mit Recht als das geeignetste Mittel, dem Einflüsse Halt zu gebieten, den der Psalmist in den Worten kennzeichnet: „Wajis orwu bagaujim wajilmedu maoseihem". Des weitern bietet uns der Zionismus die Perspektive, dort auf dem freien Boden unserer uralten Heimat unsere Kinder, unberührt von dem wesensfremden Einflüsse nichtjüdischer Kultur, dem Judentum in Treue zu erhalten; dort könnten wir vor allem dafür sorgen, daß unbekümmert um den Kampf ums Dasein, der uns in der feindseligen Umgebung des Golus kleinmütig und verzagt gemacht hat, der Sabbat, die Blüte unseres Volkslebens, wieder zu Ehren gelange. Ein kurzer Rückblick auf das erste Jahrzehnt zionistischer Tätigkeit berechtigt uns religiös nationale Zionisten, die wir unter dem Namen des Misrachi uns vereinigt, zu der Behauptung, daß wir auf unserem Wege ein gut Stück vorwärts gekommen sind und in unserer Bestrebung auf Verständnis, Anerkennung und Unterstützung im allgemeinen zionistischen Lager rechnen dürfen. Schon im ersten Kongreß hat unser unvergeßlicher Herzl uns versichert, daß der Zionismus nichts beabsichtige, was die religiöse Überzeugung irgendeiner Richtung innerhalb des Judentums verletzen könnte. Der zweite Kongreß hat ausdrücklich erklärt: „Der Zionismus unternimmt nichts, was dem Religionsgesetz des Judentums widerspricht." Auf dem achten Kongreß endjich ward von der Leitung verkündet, daß in der nun beginnenden Ära praktischer Palästinaarbeit unserm Gesetze in allen religiösen Fragen Rechnung getragen werden wird. Ein großes Wort, das allein unsere gesetzestreuen, noch außenstehenden Brüder veranlassen sollte, in hellen Scharen sich uns anzuschließen. Wären wir in der Lage, unsern Forderungen durch eine Achtung gebietende Mehrheit Nachdruck zu verleihen, das prophetische Wort unseres Herzl: „Der Zionismus ist die Rückkehr zum Judentum vor der Rückkehr ins Judenland" würde sich in unserem Sinne erfüllen; darum gilt es, mit allen Mannen und aller Kraft an diesem edlen Werke mitzuarbeiten. Ein bedeutsamer Schritt vorwärts ist die Begründung einer im überlieferten Geiste geleiteten Mittelschule in Palästina. Ist die Jugend unser, so gehört uns die Zukunft. Jeder Kenner des wirtschaftlichen und sozialen Elends in Palästina, jeder, dem die Lösung der Aufgabe „Tauroh im derech erez" auch im heiligen Lande am Herzen liegt, sollte freudig mit uns arbeiten. Gerade der letzte Kongreß hat die Möglichkeit dieser Mitarbeit wesentlich erleichtert Mit ihm fiel das letzte Bedenken, das orthodoxen Nichtzionisten den Anschluß erschwerte. Man hatte uns den Vorwurf gemacht, daß wir nicht wirkungsvoll genug unseren Wünschen Gewähr schaffen könnten, da wir nur in enger Zugehörigkeit zu den aligemeinen Ortsgruppen, und so beeinflußt von einer andersdenkenden Majorität, an der Durchführung unserer Maßnahmen behindert wären. Die Misrachim der ganzen Welt, so lautete die Forderung, sollten bei intensivster Mitarbeit an allen zionistischen Arbeiten, föderativ gesondert, eine in sich geschlossene homogene Partei bilden, die offen ihr nationales Bekenntnis als von „Daß weemunoh" unzertrennbar auf ihren Schild hob. In richtiger Würdigung dieser Forderung hat der letzte Kongreß die Möglichkeit einer internationalen Föderation vorgesehen. In dieser veränderten Sachlage dürften viele, die bisher an unserem Wollen und Können gezweifelt haben, ihr Mißtrauen für nicht mehr berechtigt halten und gerne mit uns der edlen Sache ihre schätzenswerte Kraft leihen. Beitrittserklärungen nimmt entgegen: Redakteur Saly Geis, Frankfurt a. M., Vilbelerstr. 4 (für Deutschland, Österreich-Ungarn und Holland), Rabbiner Reines, Lida, Rußland (für die übrigen Länder). PARTEIFONDS Beim Zionistischen Zentralbureau in Köln eingegangen: Frau Hermann Rosenthal-Mayen Mk. 5.—, N. Brill-Stanislau 4.25, Abraham Kahan-Stanislau 4.24, Rubin Schwager, Zloczow 4.24, A. Brettholz, Dioszeg (erste Rate) —.85, Heinrich Abraham. Konstantinopel 16.—, B. Jaffe, Grodno 25.—, J. Brutzkus, Minsk 25.—, A. Idelsohn, Petersburg 10.—, L. Jaffe, Wilna 10.—. Os. Fadenhecht, Kolomea 4.25, W. B. Fischl, Bendzin 4.—, S. Fischl, Bendzin 4.—, Benedict Michelowitz, Bukarest 4.—. Insgesamt Mark 120.83. Beim Jewish Colonia! Trust, London, eingegangen: Eliser Leiserorwitz, London Mk. 4.10, Nathan Lazarus, London 4.10, M. Sack, Beschenkowitsch 4.55. M.J.Zucker, Bukarest Mk. 8.10; South African Zionist Federation 107.10. Insgesamt Mark 127.95. Sammlung der Federation of American Zionists ([.Liste New York: D. H. Liebermann $ 10.—, S. Abel 2—, Mark Block 5—, Louis Lipsky 2.—. Baltimore, Md.: Dr. Harry Friedenwald 50.—. New York: Per Hatechija Society: Lipzin $ 1.25, A. Cohen 1.—, Robkin 1.—, A. Grabelsky 1.—, J. Milrnan 1.—, J. Landsberg 1.—, I. Resnikoff 1.—, B. Brabelsky 1.—, Mosesson 1.—, Rubin 1.—, Mineawitz —.50, Miss Levinsky —.50. Insgesamt $ 80.25 Mark 334— Sammlung des Landeskomitees für Österreich (I. Rate) Wien: R. Asarach-Riga K. 5.—, Sam.Strauß 5.—, S. T. 10.—, Hans Fischl 5.—, Dr. Alfr. Capek 5.—. Isidor Gewitsch 20—, Max Markus 5.—. Donji Vakuf (Bosnien): Dr. H. Friedmann K. 5.—. Fiume: Em. Schwarzkopf 5.—, Matteo Glass 5.—. Wels: Cilly Grabenstein 5.—. Triest: Dr. Siegm. Fuchs, Hermann, Dr. V. Kleinzeller, Dr. Anton Kolb, Dr. Arn. Kolb, Jul. Löte, Mülle, ing. Ige. Rosenstock, 0. W., R. Ad., X. Y. ä K. 5—, M. Bianchini, Ernst Leckner ä K. 10.—, Dir. L. Brök, Dir. Karl Treulich ä K. 20.—. Lemberg: P. F. K. 5.—. Kapuvar: Steiner Jöszef K. 8.—. Drohobycz: Dr. E. Friedländer IC. —.60. Gablonz: Dr. H. Baneth 5.—. Ung.-Ostra: Leop. Sonnenfeld, Eduard Sternä 5.—. Wien: Frl. Sara Brenner K. 5.—, Nadworna: Meier Hübner 5.—,Korczyn: Naftali Strudler 5.—, Wien: Rob. Fischer 5.—, Leoben: Sidonie Röhr 10.—, Leoben: Ludwig Röhr 5.—, Leoben: Josefine Humburger 2.50, Kolomea: Markus und Matisjahu Berger 10.—, Wien: Eisik Torczyner 18.80, Chrzanöw: Dr. J. Krengel, Jos. Wiener, Dr. G. Rieser, M. Klein ä K. 5.—/20.—, Wien: stud. J. Finkelstein 5.—. Insgesamt 310.90 Mk. 262.05 In dieser Nummer insgesamt ausgewiesen Mk. 857.58. Bei der Administration der „Welt" in Köln sind folgende Spenden eingegangen: Für den Jüdischen Nationalfonds: * Charlotte Zausmer in Komarno, gesammelt bei Hochzeit Kimche-Sprecher, Lemberg............Mk. 4.66 W. Schur, Chicago................. „ 3.60 Für die Ölbaumpflanzung: Herzlwald: David Suchowolsky Bialystok, 1 Baum auf eigenen Namen „ 6.— Regina Oppenheim, Berlin, 1 Baum auf Namen ihrer Schwester Bella Ascher aus Anlaß ihres ersten Geburtstages nach ihrem Tode.............. „ 6.05 Für den Bezalel: David Suchowolsky, Bialystok, Jahresbeitrag..... „ 4.— Sigmund Oppenheimer, Nürnberg, 5 Shares-Coupons , . „ 3.25 Mk. 7.25 Für den Herzlwald: Durch M. Feldstein in Warschau 3 Bäume auf Namen der Synagoge „Schaare Zion", Warschau......Mk. 19.35 Dr. med. J. Hurwitz, Warschau, Mirjam Jaffe, Dr. Margulies für Mirjam Jaffe, Alexander Hurwitz, Kaiman Lichtenstein, Dr. A. Abramow, W. Kronenberg, Maniczka Goldfarb, Sonja Choronzycka je 1 Baum und N. N. 2 Bäume, zus. 10 Bäume.................. „ 64.10