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Die Welt · 1907-12-20 · 51 (20.12.1907) · page 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
51 (20.12.1907)
Date
1907-12-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Es wurden noch viele andere einschneidende Beschlüsse gefaßt und deren Ausführung der Landesexekutive zugewiesen. Die Konferenz wurde erst um 2 Uhr nachts geschlossen. England London: Am 7. Dezember veranstaltete die London Zionist League im Great Ceritralhotel eine gut besuchte Versammlung. Dr. Friedeberger sprach über die Evolution des Zionismus. Er führte in seinem interessanten Vortrage u, a. aus, da!3 die Zionisten bestrebt sein müßten, die christliche Welt für ihre Ideale zu interessieren, und gab der Meinung Ausdruck, daß die christlichen Nationen wohl bereit sein würden, die Idee des Zionismus zur Verwirklichung zu bringen. In der Diskussion entgegnete der Vorsitzende Dr. Gaster, daß seiner Überzeugung nach die Juden bestrebt sein müßten, das zionistische Ziel ohne fremde Mithülfe zu erreichen. Rumänien Jassy: Trotz der kritischen Verhältnisse gibt es viel Leben im zionistischen Lager. Herr Rabbiner Dr. N i e m i r o w e r hielt interessante begeisternde Referate über den VIII. Kongreß hier in zwei imposanten Volksversammlungen und in den Nachbargemeinden Vasliu und Harlau. Auch machte Di. Niemirower in seinen Vorträgen, in einem Aufsatze in der Egalitatea und in einem Interview, das er dem Curierul Israelit gewährt hat, Propaganda für den Parteifonds, für die praktische Arbeit in Palästina, für den „B&zalel" und die hebräischen Gesellschaften „Sinai" und „Ivria". Die Zionistische Landeskonferenz Rumäniens wird am 6. und 7. Januar 1908 in Galatz tagen. Folgende Tagesordnung wurde festgestellt: 1. Eröffnungsrede des. Präsidenten. 2. Wahl des Bureaus. 3. Die finanzielle Lage der-Federation. Referent: Herr M. H. Schein. 4. Organisation und Propaganda. Referent: Herr Dr. H. Moscovitz. 5. Der VIII. zionistische Kongreß. Referent: Herr Dr. J. Nie mirower. 6. Die Pflichten der Zionisten. Herr Rabb. Dr. J. Nacht. 7. Die praktische Arbeit in Palästina. Referent: Herr. M. Schwarzfeld. 8. Eventualis Serbien Belgrad: Der zionistische Verein „Gideon" veranstaltete am 1. November a. c. einen Vortragsabend im Saale des „Tikutn Hacot". Der Abend war gut besucht. Man hielt einen Vortrag über den Zionismus (S. Sch. de Majo) und über die Lage der Juden im Mittelalter (Sabitaj Gjain). Dänemark Die Generalversammlung der zionistischen Federation findet Montag den 30. Dezember statt. Südafrika Kapstadt: Am 17. November 1907 fand die Jahresversammlung der hebräischen Schule Bnoth Zion statt. Die Schule zeigt eine gute Entwicklung. Sie wird regelmäßig von 40 Mädchen besucht, die alle fertig Hebräisch lesen, schreiben und sprechen. Am 24. November sprach Advokat M. Alexander in der Zionist Hall über „Zionistische Institutionen". Der Redner gab einen Überblick über die Geschichte der Kolonialbank, des Nationalfonds, des Schekels, des Parteifonds und des Bezalel. Als Schekeltag wurde der 1. Dezember festgesetzt. Australien Anfang November fand in Melbourne eine große zionistische Versammlung statt. Es wurde beschlossen, einen eigenen Vereinsraum zu erwerben und dort eine Lese- und Versammlungshalle einzurichten. Auch soll eine Konferenz einberufen werden, um die Schritte zu besprechen, die in Sachen der Gründung einer zionistischen Federation von Australien zu tun seien. Aus Bröken Hill, der Minenstadt, war ein Brief eingelaufen, in dem die dort ansässigen jüdischen Arbeiter ersuchten, ihnen bei der Gründung einer Ortsgruppe behilflich zusein. Es wurde beschlossen, dem Ersuchen stattzugeben. Misrachi Für die Misrachi-Mittelschule in Palästina nehmen Beiträge in Empfang: The Jewish Colonial Trust Ld., London. Frankfurter Israelitisches Familienblatt, Frankfurt a. M. Die Welt, Köln. Jüdische Rundschau, Berlin. Herr H. Farbstein, Warschau, Krolewska 51. Herr Joseph Hackenbroch (als Kassierer), Frankfurt a. M., Röderbergweg 30. Es sind sowohl einmalige, wie Jahresbeiträge erwünscht. Die Spender von Jahresbeiträgen werden besonders gebeten, wohin sie auch nur das Geld abführen, ihren Namen nebst Wohnort sowie die Höhe des Beitrags an den gen. Kassierer Herrn Hackenbroch zu melden. Bureau des Misrachi für Westeuropa Die Sitzung des Großen A. C. Die Sitzung des Großen A. C. wird in Berlin im Savoyhotel stattfinden. Gleichzeitig hält auch das Direktoriuin und der Aufsichtsrat des Jüdischen Nationalfonds eine Sitzung ab. Die Ortsgruppe Berlin plant anläßlich dieser Tagungen eine große Versammlung für den 7. Januar abends. Boardsitzung des J. C. T. und der A. P. C. Am 17. ds. Mts. fanden in Paris Sitzungen des Direktoriums des Jewish Colonial Trust (Jüdische Kolonialbank), Ltd. und der Anglo Palestine Company, Ltd. statt. Anwesend waren vom Aufsichtsrat Herr David Wolffsohn, vom Direktorium die Herren Barbasch, Cowen, Kann und Moser, sowie der Manager und der Sekretär. Die Sitzung nahm den über die Geschäftslage der Banken erstatteten Bericht, der durchaus zur Befriedigung Anlaß gibt, entgegen und beriet über die in Konstantinopel zu errichtende neue Filiale und über eine ganze Reihe sonstiger geschäftlicher Angelegenheiten. Russischer Brief (Von unserem Spezialkorrespondenten) Mit voller Dampfkraft arbeitet jetzt die Maschine der offiziellen Statistik. Ziffern! Ein Königreich für Ziffern! Man scheint das dringlichste Bedürfnis nach Daten zu empfinden. Es ist leicht, den Grund zu finden. Man bereitet sich für die Möglichkeit einer Judendebatte in der Duma vor, doch ist man trotz aller Kommissionen und Untersuchungen auf diesem Gebiete vollständig unwissend. Die Regierungsorgane könnten, wenn sie nicht so faul wären, das Material durchstudiert haben, aber zum Studium fehlt ihnen die Lust und das Interesse. Wozu studieren? Sollte sich aus dem Studium eine andere Überzeugung herausbilden, was hilft's? Die Obrigkeit wird sich nicht belehren lassen. Nun brauchen aber die Kelepowskis und die Purischkiewitzs Material. Es geht nicht an, in der Duma so zu reden, wie die „Znamia" schreiben mag. Da sitzt die böse Linke und rüstet ihre Opposition. Man läuft also nach dem Ministerium des Innern, wo man sich ganz heimisch fühlt, um Material zu holen. Es ist aber unmöglich, sich über die fatale Judengeschichte zu orientieren. Ist die Odessaer Universität von Juden überfüllt? Graf Konownizyn —

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