Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 49 (6.12.1907)
- Date
- 1907-12-06
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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20 DIE^ELT Die Gefertigten beehren sich, an Eure Exzellenz nachfolgende Anfrage zu richten: 1. Ist Eurer Exzellenz die Ermordung des jüdischen Rekruten. Herschkovvitz bekannt? 2, In welcher Weise gedenkt Eure Exzellenz diesen haarsträubenden Zuständen in der Armee ein Ende zu bereiten? Teilnahme jüdischer Kinder an Weihnachtsfeiern Man wird sich noch des stürmischen Protestes erinnern, der im Vorjahre von den Juden der Ostseite New-Vorks, also von den Immigranten, dagegen erhoben worden war, daß ihre Kinder gezwungen wurden, in der Schule an religiösen Weihnachtsfeiern teilzunehmen. Damals kam es so weit, daß die empörte Menge einige Schulen direkt belagerte. Nunmehr ist eine Verfügung ergangen, wonach in den Weihnachtsfeiern der Schulen jede religiöse Andeutung zu entfallen habe. Auch aus andern Städten wird gemeldet, daß die Agitation gegen die erzwungene Teilnahme jüdischer Kinder an christlichen Weihnachtsfeiern, die — und das ist höchst bezeichnend -- erst eingesetzt hat, als die eingewanderten Ostjuden sich mit aller Energie dagegen sträubten, Erfolg gehabt hat. Jüdische Theatergründungen Henry C. Min er, der, wie die amerikanischen Blätter schreiben, „sein Geld auf dem burlesken Felde gemacht hat", beabsichtigt, an mehreren Plätzen Amerikas eigene jüdische Theater einzurichten. Er wird die Gebäude errichten und auch die Direktion der Truppen führen, die darin spielen werden. Zunächst sollen Theater in Chicago, Baltimore, Cleveland und St. Louis errichtet werden; falls diese Erfolg haben, wird das jüdische Theater auch in anderen Städten Amerikas seinen Einzug halten. Marokko Aus Casablanca erhält das Deutsche Bureau der Alliance Israelite Universelle nachstehenden Bericht: Die Stadt Settat ist von dem Stamm der Mzamza geplündert worden. Die israelitische Bevölkerung ist geflohen. Der Stamm der Mzamza, der rings um Settat wohnhaft ist, hat die gegenwärtige Anarchie und die Bewegungsfreiheit, die ihm die drei im Schaujagebiet lagernden Armeen lassen, dazu benutzt, in jene Stadt einzudringen, sie auszuplündern und fast vollständig zu zerstören. Die jüdische Gemeinde von Settat war schon vor vier Jahren einmal in ähnlicher Weise ausgeplündert worden. Jetzt sind 300 -400 Familien wieder ohne Obdach und ohne Brot, ungerechnet die Familien, die von Casablanca nach Settat geflohen waren und dort die Schrecken einer wiederholten Plünderung auszuhärten hatten. Anerkennung der jüdischen Nationalität Mittwoch den 20. v. M. haben zwei Chargierte der akad Verbindung „Hasmonaea" namens derselben beim neugewählten Rektor Prof. Dr. Kozak in Frage der Anerkennung der jüd. Nationalität an der Czernowitzer Universität vorgesprochen. Bekanntlich hat der vorjährige Rektor Prof. Dr. Ehrlich das Versprechen, die Nationalitätsklausel anmerkungs weise im Rektoratsberichte zu vermerken, bloß für seine Rektoratsperiode gemacht, und es galt nun die Stellungnahme des neugewählten Rektors zu erfahren. Der Rektor empfing die Deputation aufs freundlichste und hob hervor, daß gerade er den Bestrebungen der jüd. nat. Studenten stets sympathisch gegenübergestanden sei. Er werde, soweit möglich, auch als Rektor den jüd. nat. Studenten Entgegenkommen beweisen. Er verspreche, in gleicher Weise wie sein Vorgänger Prof. Dr. Ehrlich, die Nationalitätsklausel im Rektoratsberichte zu vermerken. Die endgiltige Entscheidung bleibe der ministriellen Erledigung vorbehalten. Es ist somit als erfreuliches Ergebnis zu betrachten, daß auch der neugewählte Rektor für seine Rektoratsperiode den Ausweis der Nationalitätsklausel zugesichert hat. Jüdische Einwanderung in Amerika Im Monat September betrug die Zahl der in New York ankommenden jüdischen Einwanderer 9238, also bedeutend weniger als im gleichen Monat des Vorjahres, wo sich unter den Einwanderern 14 300 Juden befanden. Von den 9238 jüdischen Einwanderern waren 4144 Männer, 3056 Frauen und 2038 Kinder. Die größte Zahl kam natürlich aus Rußland, nämlich 6949 Personen, Österreich-Ungarn steht an zweiter Stelle mit 1520 Personen, aus Rumänien kamen 523, aus der Türkei 110, 81 kamen aus England, 27 aus Deutschland, 3 von Bulgarien, 2 von Holland, 1 aus Griechenland. Mehr als die Hälfte der Einwanderer, nämlich 5521, kamen, um sich in New York niederzulassen, während 3717 nach anderen Gegenden des Landes weiterreisten. No. -i ) Wahlresultate Bnaiand Bnoth ZionKadimah,New-York: Osias Nathan- Sohn, Philipp Margolis, Osias Goodman, Adolph Nathansoln. Sam. Kanner, H Gittelson, Miss Rosie Brown, Mr. Hanny Goodma:. A. Nathansohn, J. Breer, Oscar Levine. Dorsche Zion, Radautz: Dr. Josef Bierer; Dr. Leon Luitinger; M. Jahr; Josef Gottlieb; Berl Lehrer; Chaim Scharf; Bauut. Friedlendler; Moses Feintuch; Adjunkt F. Rachinut; Samuel Hart! : Moritz Presser; Moses Rath. mmmmmmmaammmmmmaamam Der Präsident des Jüdischen Nationalfonds und Vorsitzern . der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Herr Rechtsanwalt I) Bodenheimer, wurde in diesen Tagen durch den plötzlichen TV i seiner betagten Mutter, die in Stuttgart lebte, von einem schwer! Verluste betroffen. Wir sprechen Herrn Dr. Bodenheimer uns. herzlichstes Beileid aus. wamMmmMBBmmmmmmMmamnMmMmmaamMm^ i Berichtigung In dem in unserer Chanuka-Nummer erschienenen Gedieh; „Das letzte Wort" soll es heißen: 2. Spalte, 4. Zeile von obe; „bewehrt" statt „bewahrt" und 4. Spalte, 26. Zeile von olx „Euch renken" statt „Euch recken". Briefkasten Budapest: Wien, Haidungergasse 29. Rosejan: M. W. Kaufmann, Leipzig. Ost böhm ischer Zio n istentag: Herzlichen Dank im Ziongruß. VY Spendenausweise der „Welt" Um Mißverständnissen vorzubeugen und den Spendern ein Quittung über den richtigen Eingang der uns eingesandten Spende zu geben, werden wir in Zukunft die bei uns eingehenden Spende wieder besonders ausweisen. Wir bemerken ausdrücklich, da dieser Ausweis mit demjenigen des Hauptbureaus des Jüdische Nationalfonds, der nach anderen Prinzipien aufgestellt wird, nicli identisch ist. Die Administration der „Welt Eingegangen bei der Expedition „Die Welt" in Köln: Selbstbe Steuerung: Köln: J. B. Mk. 2.—, A. R 1.—, L. W. 1.—, H. K. 2.—, D. W. 10.—, L. E. Budapest 6.—........ . Mk.22. Büchsen: Durch Lehrer Metzger Hochfelden: Levy-Ruppach Mk. 5.—, Jüdische Schule (Lehrer und Schüler) 6.25, Isaac Roos —.75, Fanny Bernstein 1.25............„ 13.5." Ha=01am Inhalt der illustrierten Chanukanuinmer Nr. 48 49: Nahui! Sokolow: Der jüdische Heldenmut; A. Hermoni: Chanukah! Palästina; *** Mein Lichtlein (Gedicht); M. Kleinmann: Was i Chanuka? Ben Awi: Chanuka in der Phantasie des Ewigen Juden S. Bernfeld: Das Buch der Hasmonäer; Jakob Kohri: Über dr Totenstadt (Gedicht); N. Sokolow: Das Chanuka meiner Kinde: jähre; M. Gonzar: Verminderung der Chanukalichter; A. Coralnik Ohne Titel; Joseph Lion: Positives und Negatives; Eldasci HagliIi: Chanuka in Marokko; Sch. Pinski: Moschiach (Gedicht: N. S.: Federstriche; Berthold Feiwel: Die jüdische Ausstellung A. Hermoni: In der Ausstellung; Direktor Frauberger: Einig ältere Chanukaleuchter; Dr. M. Robinsohn: Die hasmonäisch Literatur; Illustrationen; Beilage: Die Sitzung des E. A. C. Di Woche; Zionistische Woche. „Morgen", Wochenschrift für deutsche Kultur, Berlin W. 60, Marquardt & Co. Inhalt der Nr. 26: Karl Schnitzler: Contes dröliques Werner Sombart: Die Bedeutung der syndikalistischen Lehren Alfred Landsberg: Die Bagdadbahn; Jules Lemaitre: Di erste Regung; Doenges: Meißner Porzellan; Georg Brandes Alexander L. Kielland; Randbemerkungen, Theater, 'Bristolbriefe.