Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 49 (6.12.1907)
- Date
- 1907-12-06
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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An Spenden gingen im Jahre 1906 ein . . 3352 K. 30 H gegen 1905 . . •.........2616 „ 20 „ + 736 K. 10 H. Also im Jahre 1906 Gesamteingang . . . 10181 K. 19 H. im Jahre 1905 „' ... 7130 „ 72 „ Mehreingang im Jahre 1906 ....... 3050 K. 47 H. Außerdem wurden um ca. 1000 Kronen Nationalfondsmarken vt kauft. In Prozenten sind die Eingänge des N. F. um 42'7o gest. gen, wobei noch hervorgehoben werden muß, daß ein großer Tv'l der N. F.-Spender aus Galizien ihre Beiträge an die „Welt" cHvr nach Wien senden. Während meiner Tätigkeit vom 1./3. bis 3; 12. 1906 waren mehr als 100 Städte oder kleine Ortschaften b dem Zusammenbringen dieser obigen Summe beteiligt, während bi ß 16 Städte mit mehr als 100 Kronen ihre Anteile daran haben. D n ersten Platz nimmt Lemberg mit 1755 Kronen ein, dann folgen KVikau mit 835, Stryj mit 630 Kronen usw. Wenn wir aber das Verhältnis der jüdischen Bevölkerung zu den Beiträgen annähernd p: ) Kopf ausrechnen, so bekommen wir ein ganz anderes Bild zu s<. ien. Und so nimmt den erstenPlatz Gliniany ein (2000 Juden) n 18.4 Heller pro Kopf, Bodrodocryska (3000 Juden) mit 14.3 H., S yj (6700) mit 11.3, Drohobyz mit 8.6 usw. Es entfällt also auf jeden Juden in Galizien 1.27 Heller für den V F., während laut Ausweis der „Welt" die Gesamtbeteiligung der J den für den N. F. vom 1./7. 1905 bis 30./6. 1906 L. 10.744 : s 000 Kronen, also per Kopf 2.34 Heller betragen hat. Redner schließt zuletzt seine sehr interessanten Ausführungen ' i einer warmen Aufforderung, für den N. F. eifrig und ununteri ochen zu arbeiten. (Beifall.) Dr. Zipper beantwortet die ihm gemachten Vorwürfe. Wir; ben unser möglichstes getan. Auf hunderten Versammlungen : ben unsere Redner gesprochen; wir haben mit dem größten Eifer j Presse gehoben und unterstützt. Die Vorwürfe des Del. Frostig id gänzlich ungerecht. Del. Frostig beharrt auf seiner Kritik. Die Unzufriedenheit Tischt in der ganzen Partei und er habe ihr Ausdruck hier geben issen. Es wird vieles, für die Verbreitung der zion. Partei sehr ichtige vernachlässigt. Er stellt einen Antrag, man möge zwecks mtrolle der Tätigkeit des D.-K. Berichte aus seinen Sitzungen im •Vschöd" veröffentlichen. In der darauffolgenden Abstimmung wurde dem D.-K.-Berichte is Absolutorium erteilt. Der* Antrag des Del. Forstig wird mit ner Modifikation, daß die Berichte alle drei Monate erscheinen Uen, angenommen. Nach der Wahl der Revisionskommission, welcher Del. Wein lös, .szkenaze und Berlberger angehören sollen, wurde die ormittagssitzung vom Präsidenten Orange geschlossen. Nachmittags-Sitzung. Im Namen der Revisionskommission beantragt Del. Weinlös, :tß man dem Kassierer die Decharge erteilen soll. Angenommen. Es entspinnt sich nun eine längere Diskussion über den Antrag es Dr. Rapaport, daß einer der zwei Delegierten, welche vom > -K. ins Zentralkomitee entsendet werden, zugleich auch besonderer Referent für die Palästinaarbeit im D.-K. sein soll. Der Antrag ird schließlich abgelehnt; nun wird auf Antrag des Dr. Rosenranz beschlossen, daß im D.-K. spezielle Referenten für spezielle Agenden zu wählen sind. Dr. Rapaport bringt die Klage der Zionisten aus Rohatyn or, deren hebräische Schule die Bezirkshauptmannschaft ungesetzlich ■^schlössen hat. Er beantragt: Die Konferenz fordert den „Jüdischen -iub" auf, alle Schritte vorzunehmen, daß diese Schule, die für uns;in wichtiger nationaler Posten ist, wieder geöffnet werden könnte. Angenommen. Nun schreitet man zur Wahl des neuen D.-K. Del. Arnold beantragt, man möge ein jüdisches Nationalhaus n Lemberg gründen. Del. Wittlin erinnert, daß die Frage schon mehrmals besprochen wurde und daß schon sogar einige -hundert Kronen für Jiesen Zweck gesammelt wurden. Eine bedeutende Summe wurde schon subskribiert, und heute hat unser jetziger Präsident, S. Orange, für diesen Zweck 1000 Kronen gespendet. «Lebhafter Beifall.) Auch H. L. Litrak hat sich bereit erklärt, die Ziegel für den Bau umsonst zu liefern, und einige Herren haben heute Anteile ä 200 Kronen zu kaufen versprochen. Der Antrag wird angenommen, und eine entsprechende Kommission unter dem Vorsitze des Dr. G. Zipper wird einstimmig gewählt. In das Distriktskomitee erschienen als gewählt: Zipper, Hausmann, Rosmarin, Orange, Reiß, Träger, Schreiber, Loewenherz, Mayer, Wittlin. Da Dr. Zipper auf seine Wahl verzichtet und die konservative Gruppe des Vereins „Tikweth Zion" erbittert ist, daß man die konservative Richtung gänzlich zurückgesetzt hat, werden nach einer aufgeregten Debatte noch die Herren: Jahr, Aszkenaze und Katz aus dem „Tikweth Zion "-Verein gewählt. Darauf schließt Präsident S. Orange die Konferenz. Holland Die allgemeine Jahresversammlung findet am Sonntag den 8. Dezember im Haag im Cafe" Hollandais statt. Dem höchst interessanten und übersichtlichen Bericht über den Stand der zionistischen Arbeit in Holland, der der Jahresversammlung des niederländischen Zionistenbundes vorgelegt wird, entnehmen wir folgendes: Die Landsmannschaft umfaßte am 30.Juni 1907 16 Gruppen an 15 Orten mit insgesamt 839 Mitgliedern. Diese Zahlen haben sich seit dem Kongresse bedeutend vergrößert, so daß heute weit über 1100 Mitglieder vorhanden sind; allein im Haag hat sich die Mitgliederzahl um mehr als 100".o vermehrt. Im allgemeinen machte sich im Berichtsjahre in den einzelnen Gruppen ein sehr lebhaftes zionistisches Leben bemerkbar. Die Propaganda wurde eifrig betrieben. Nach dem Kongresse wurde besonders lebhaft und mit gutem Erfolge unter den Studenten agitiert. Sehr viel zum guten Gelingen der Propaganda trug der Broschürenhandel bei, der unter der tatkräftigen Leitung von Dr. L. S. Ornstein zum erstenmal einen nennenswerten Überschuß erbrachte. Besonders nach dem Kongresse wuchs der Umsatz des Broschürenhandels in beträchtlichem iWaße. Er war in der Lage, für „Welt", „Ha-Olam" und „Jüdischen Verlag" eine lebhafte und wirkungsvolle Agitation zu entfalten. Dem Bericht über den Nationalfonds entnehmen wir folgende Statistik. Es wurden vom 1. Juli 1906 bis zum 30. Juni 1907 gesammelt: In Büchsen...................................... Fl. 505.67 Für Marken ..................................... „ 300.— Für Selbstbesteuerung............................. „ 183.70 Für Ölbäume..................................... „ 141.63 Für allgemeine Nationalfondsspenden................ „ 1050.85 Insgesamt 2181.85 Die Nationaifondssamnilungen erbringen seit 1903 fortlaufend steigende Beträge, was folgende Statistik beweist: Es gingen ein im Jahre 1903/4 Fl. 328.55 1904/5 „ 773.34 1905/6 „ 1485.72 1906,7 „ 2181.85 Im Jahre 1905/6 kam allerdings noch eine einmalige außerordentliche Spende von Fl. 1000 hinzu, die aber für die Statistik außer Berechnung bleiben muß. Alles in allem gibt der Bericht einen erfreulichen Beweis der lebhaften Tätigkeit unserer Gesinnungsgenossen in Holland. Amsterdam: Am Donnerstag den 21. ds. eröffnet Herr S. Selig mann einen Kursus über jüdische Literaturgeschichte. Der Referent wird besonders das spanische Zeitalter behandeln. Ein Kursus in Hebräisch, nach der neuen Berlitz-Methode, ist in Vorbereitung begriffen. Qronningen: Am Samstag den 16. November, hielt die hiesige „Macbi"-Gruppe ihren ersten Kursusabend ab, wo Herr Stibbe ein Referat über Palästina hielt, das sehr beifällig aufgenommen wurde. Eine sehr angeregte Diskussion folgte. Im Laufe des Winters solien mehrere solcher Kursusabende abgehalten werden. England Manchester: Auf seiner Agitationsreise durch England sprach Herr Belkind auch hier vor einer sehr zahlreichen Versammlung mit großem Erfolg. Die Ausführungen des Redners fanden entschiedene Unterstützung in Ausführungen des Herrn Dr. Ch. Weitz-