Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 49 (6.12.1907)
- Date
- 1907-12-06
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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!•;; selbst sowie der Vorsitzende der Ortsgruppe apellierten an die ii isbereitscliaft der Zuhörer, dem Parteifonds kräftig beizusteuern, h; den nächsten Tagen soll eine Sammlung hierzu stattfinden. Köln: In der Zionistischen Vereinigung sprach am verflossenen S. nstagabend Herr Max Goldreich über „Strömungen im Z nismus". Dem Vortrage folgte eine lebhafte Diskussion, an der h eine große Zahl der sehr zahlreich erschienenen Zuhörer L'iligte. Der Jüdische Turn-Verein veranstaltet am Samstag den! Dezember im großen Saale der Lesegesellschaft eine Makkabäer-! r, die aus Konzert, Schauturnen und Ball bestehen wird. Chemnitz: Die am 17. März er. abgehaltene größere Versvimilung, zu der die ganze Gemeinde eingeladen war, hatte eine;iiliche Aufregung hervorgerufen und das ganze Heer der alten \ schuldigungen gegen die zionistische Bewegung ans Tageslicht bracht; der Zionismus sei unpatriotisch, vaterlandsfeindlich, schade ii deutschen Juden etc. Die ausländischen Mitglieder unserer nppe wurden eingeschüchtert, so daß eine größere Anzahl derben sich auch tatsächlich abmeldete. Deshalb beschlossen wir, Thema unserer nächsten großen, der ' ganzen Gemeinde ^anglichen Versammlung, die Frage zu wählen: „Dürfen die utschen Juden Zionisten sein?" Der Redner des Abends (die -isammlung fand am 10. November statt), Herr Lazarus Barth is Berlin, wies an der Hand der Erklärung des Wortes „national" i:l unter Hinweis auf die Tatsache, daß der Zionismus mehrfach »rderung von hochgestellter Seite erfahren habe und seit zwölf hren unter den Augen der Behörde offen seine Ziele verfolge, ich, daß die deutschen Juden ohne Verletzung ihrer patriotischen '(lichten dem Zionismus sich anschließen könnten. Die nachfolgende Diskussion gab dem Referenten Gelegenheit, in einem begeisterten nd begeisternden Schlußwort hinzuweisen auf die freie Entwicklung, ■ie der Zionismus all den keimenden Sprossen der werdenden oujüdischen Kultur gewährleiste, wie er den Juden Boden unter ie Füße gebe und ihnen zu Würde und Selbstachtung verhelfe, 'eicher Beifall wurde dem Redner zuteil, und um lU Uhr nachts ■chloß die Versammlung, die sehr würdig verlief und sehr zahlreich besucht war, trotzdem die Gegner, der Gemeindevorsteher an der Spitze, die Parole ausgegeben und auch befolgt hatten, die Versammlung ii boykottieren, „damit die Ortsgruppe nicht hochkäme". — Die hiesigen Zionisten treffen sich Dienstag abend 9 Uhr im Pensionat on Frl. Nathan, Friedrichstraße 17 I. Königsberg: Die hiesige Ortsgruppe veranstaltet von jetzt ib allmonatlich zwei Mitgliederversammlungen, je eine am 1. und 3. Donnerstag im Monat.. Es wird jedesmal ein Referat gehalten und odann eine Zeitungsübersicht gegeben, der in erster Linie der;nhalt der nichtzionistischen und antisemitischen Presse zugrunde gelegt wird. In der Versammlung am 21. Nov. referierte Dr. Pelz;ber den Frankfurter Judentag; wobei er ausführlich auf die Geschichte des Verbandes Deutscher Juden und seine Stellungnahme m unsern Bestrebungen einging. In der Diskussion wurde sehr lebhaft die Frage erörtert, wieweit die nichtzionistischen Organisationen zurzeit durch den Zionismus beeinflußt werden, und ob und in welchem Grade diese Beeinflussung geeignet ist, den Zionismus zu fördern. Das Pressereferat hatte Herr stud. Brühl übernommen. — Das diesjährige Makkabäerfest wird in der üblichen festlichen Weise am 8. Dezember in den Räumen des alten ^chützenhauses gefeiert werden. Frankfurt: „Der VIII. Kongreß: Rückblick und Ausblick" lautete das Thema, das Julius Sitn on-Mannheim am 19. v. M. in einer öffentlichen Versammlung behandelte. * Es ist nicht ganz leicht, die reichen satten Westendjuden zum Besuch zionistischer Versammlungen zu veranlassen, um so größer ist aber die Befriedigung darüber, daß die Person des geschätzten Redners ein recht zahlreiches Publikum heranzog. Nachdem Herr Simon einen kurzen Rückblick auf die Hntstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Zionismus geworfen hatte, entrollte er ein wirkungsvolles Bild über den Kongreß und seine Arbeiten. Es folgte eine Würdigung der Tätigkeit, die der Zionismus bisher direkt und indirekt in Palästina geleistet hat, woran sich ein Programm der Arbeiten anschloß, die fürs erste im Lande unserer Sehnsucht zu leisten sei. Es sind große, wichtige Aufgaben» deren Schwierigkeit uns nicht zurückschrecken darf, wohl aber sei es nötig, daß wir von Zeit zu Zeit über die Größe unserer Verantwortung uns klar werden. Mit einer warmen Aufforderung zur Unterstützung unserer finanziellen Institutionen, besonders des Nationalfonds, der Ölbaumspende und der Parteisteuer, fanden die interessanten Ausführungen ihr Ende. — Montag abend fand eine Propagandaversammlung in dem Vororte Bockenheim statt. Die Herren Levigard und Stern referierten über das Thema: Was will der Zionismus? Herr Sondheimer sprach aus Anlaß der bevorstehenden Gemeindewahlen über Zionismus in der Gemeinde. Eine außerordentlich stattliche Anzahl von neuen Mitgliedern wurde gewonnen. Duisburg. In der Zionistischen Vereinigung sprach am 25. v. M. Bankier Levy aus Köln in eingehender Weise über seine Reise nach Palästina. Österreich Verbandskonferenz, Sonntag den 25. v. M. fand in Wien eine Verbandskonferenz der Österr. zion. Organisation statt. Es waren vertreten das Innerösterr. Distriktskomitee (Dr. Kadisch, Dr. J. Margulies, Ing. Stricker), das böhmische (Dr. E. Margulies), die galizischen (die Reichsratsabg. Dr. Gabel und Adolf Stand) und das Czernowitzer D.-K. (Hr. Löbl Taubes). Vom Obmanne des Mährisch-schlesischen D.-K. Hr. Dr. Reach lag ein Entschuldigungsschreiben vor; ebenso vom Abg. Dr. Straucher, der in politischen Angelegenheiten nach Czernowitz mußte. Der Präsident des Landeskomitees, Dr. Schalit, eröffnete die Sitzung und berichtete über die Beschlüsse der letzten galizischen Landeskonferenz, aus denen die Bildung einer galizischen Zentralstelle resultiert. Er brachte weiter zur Kenntnis, daß Verhandlungen im Gange seien, um die westösterreichischen Distrikte (das Wiener, böhmische und mährisch-schlesische), unbeschadet ihrer Autonomie, gleichfalls zur Konstituierung einer Arbeitsstelle zu veranlassen. Bis zum Parteitag möge die Verbandskonferenz die Änderung provisorisch genehmigen. In der sich daran knüpfenden Debatte wurde vornehmlich der Befürchtung Ausdruck gegeben, daß die Bildung einer westlichen und östlichen Zentrale zur Atomisierung der ganzen zion. Organisation in Österreich führen könne. Diesen Bedenken traten die Abg. Dr. Gabel und Stand entgegen. Nichts berechtige zur Vermutung, daß Galizien sich separieren wolle. Die Einheit der zion. Organisation in Österreich müsse unter allen Umständen aufrecht erhalten werden. Wahr sei aber auch, daß die Agitation für Galizien nicht von Wien aus geleitet werden könne. Die Schaffung einer Zentralstelle in einem so großen Lande wie Galizien, das an die Organisation und die Agitation die höchsten Aufgaben stellt,^ sei ein Gebot der Notwendigkeit gewesen. Nach Beendigung der Debatte faßte die Verbandskonferenz folgende Beschlüsse: 1. Das Landeskomitee teilt sich in drei Sektionen, und zwar für Westösterreich, Galizien und die Bukowina. Den einzelnen Sektionen fällt, unbeschadet der Autonomie des D.-K.5 die Führung der Agenden des Landeskomitees für die betreffenden territorialen Gebiete zu. 2. Entscheidungen über prinzipielle Fragen können nur von der Gesamtkorporation des Landeskomitees getroffen werden. 3. Die Verbandskonferenz spricht sich dafür aus, daß die Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds nach wie vor in Wien verbleibe.