Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 43 (25.10.1907)
- Date
- 1907-10-25
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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4. Schulgründungen haben wir außer in Czernowitz bis jetzt auch noch in Waszkoutz a. Cz. und in Luzian durchgeführt und tüchtige hebräische Lehrkräfte entsendet. 5. Die ersten Schritte zwecks Errichtung von Kreiskomitees in Radautz, Suczawa-Itzkany, Kimpolung, Dorna-watra und Waszkoutz sind eingeleitet worden. 6. Die I. Sendung für den Hain „Bukowina*' im „Herzlwald" m der Anzahl von 110 Bäumen ist bereits an Herrn Prof. Warburg in Berlin abgegangen und die weitere Sammlung eingeleitet Wir ersuchen Sie sehr höflichst, die günstige Gelegenheit der Anwesenheit unseres bewährten Gg. und tüchtigen Redners H. Schochet zu benutzen und Versammlungen zu veranstalten, bei welchen derselbe sprechen soll. Bis jetzt sind bereits solche Versammlungen in Suczawa, Bojan und Sadagora mit gutem Erfolge abgehalten worden. Ungarn Budapest: Im Festsaale des neuen Stadthauses fand am 13. d. M. eine von den Budapester Zionisten einberufene große Versammlung statt, welche den großen Saal und die Galerie sowie alle' Gänge dicht füllte. Nahezu 1000Personen, unter diesen etwa 300 Damen, füllten den Saal, und das vornehme Publikum lauschte mit großem Interesse und sichtlicher Teilnahme den Ausführungen der offiziellen Redner. Als erster sprach Herr Ingenieur Beregi in gewohnt meisterhafter und überzeugender Weise und riß das Publikum zu wahren Beifallssalven hin. Als zweiter Redner sprach der Advokat cand. Herr S. Alt in deutscher Sprache mit nicht geringem Erfolg. In überzeugender Weise wußte der letztere nachzuweisen, daß die Lösung der Judenfrage und die Behebung der Judennot nur durch die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina möglich ist. In geistreicher, sarkastischer Weise behandelte Redner jene jüdischen Gegner des Zionismus in Ungarn, die unter der heuchlerischen Maske des Patriotismus diese Bewegung als antipatriotisch denunzieren. Herr Advokat Dr. Demeny Laj 6 s'besprach die vorhandenen Einrichtungen der zionistischen Organisation und fand ebenfalls ungeteilte Aufmerksamkeit. Die Presse war mehrfach vertreten, ebenso entsandte die Behörde zwei Vertreter, die den größten Teil der Reden nachstenographierten. Schweiz Rundschreiben an die Schweiz. Zionisten Sehr geehrte Gesinnungsgenossen! Durch Gegenwärtiges erlauben wir uns, Sie auf die hauptsächlichsten Beschlüsse des VIIL Kongresses aufmerksam zu machen. Dahin gehört in allererster Linie die Schaffung eines Parteifonds, zu welchem jeder Zionist, ob organisiert oder nicht, einen einmaligen Beitrag von wenigstens Fr. 5.— leisten sollte. Dieser Beitrag ist unabhängig von den Vereinsbeiträgen, Schekeln oder Spenden zu erheben und mit genauer Adreßangabe des Beitragleistenden dem Landeskomitee zur Weiterleitung an die Zentrale zuzustellen. Es ist zweckmäßig, mit der Erhebung der Parteifondsbeiträge schon jetzt zu beginnen, da größere Aktionen der Erledigung harren und das Aktionskomitee auf Zuleitung von Mitteln drängt. Sämtliche Beiträge für den Parteifonds werden im „Israelitischen Wochenblatt" und in der „Welt" ausgewiesen. Sollten in Ihrem Einlauf sich Spender befinden, die aus irgendwelchen Gründen eine Veröffentlichung nicht wünschen, dann werden wir deren Spenden anonym ausweisen. Belieben Sie uns jedoch die genauen Adressen auch solcher Spender anzugeben. Wir^ bitten Sie, auch uns Adressen solcher wohlhabender Glaubensgenossen in Ihrem Kreise aufgeben zu wollen, die wir für die Bewegung gewinnen könnten und die in der Lage wären, auch größere Beiträge leisten zu können. An dieselben könnte vom Landeskomitee oder eventuell vom Aktionskomitee direkt herangetreten werden. Wir bitten Sie mit allem Eifer an diese Aufgabe heranzugehen. Im ferneren ersuchen wir Sie, mit Ihrer agitatorischen Vereinstätigkeit zu beginnen. Die letzte Landeskomiteeversammlung in Züiich hat den Beschluß gefaßt, nach dem VIIL Kongreß einen Parteitag abzuhalten. Wir haben denselben auf Sonntag den 20. Oktober a. c. anberaumt. Als Ort der Versammlung haben wir Biel festgesetzt. Dies, um auch den Gesinnungsgenossen aus der Westschweiz Gelegenheit zu geben, sich einmal in größerer Zahl einzufinden. Zur Teilnahme an dieser Versammlung ist jeder organisierte oder nichtorganisierte Zionist berechtigt, also jeder Jude, der mit unserer Bewegung sympathisiert. Zum mindesten aber erwarten wir, daß die Vorstände sämtlicher Vereine vollzählig an diesem Parteitag vertreten sein werden. Dem Parteitag wird folgende Tagesordnung zugrunde liegen: 1. Referat über den VIIL Kongreß und die sich aus demselben ergebenden Arbeiten. (Herr Dr. CamilleLevy, Biel.) 2. Propagandafragen. (Herr Dr. D. Strauß, Zürich.) 3. Praktische Arbeit. (Herr M. Färber, Zürich). Beginn der Tagung um 10 Uhr vormittags im Hotel Bieler Hof, Biel. Wir erwarten eine zahlreiche Beteiligung aus Ihrem Kreise und zeichnen mit den besten Zionsgrüßen für den Vorort des Zionisten-Verbandes: J. Horn, M. Färber. Zürich: Zum Zwecke der Berichterstattung von Seiten ihres Kongreßdelegierten, Herrn M. Fogall, hatte die zionistische Ortsgruppe auf Sonntag abend eine Versammlung einberufen, die sehr gut besucht war. Herr Fogall referierte in kurzer treffender Art über den Verlauf, die Ergebnisse und die Beschlüsse des Kongresses, wie sie bereits aus den Mitteilungen der Presse bekannt geworden sind, und betonte besonders, daß der 8. Kongreß auf die Teilnehmer einen sehr würdigen Eindruck machte und ein Bild der Einigkeit in der Bewegung darstellte. Redner fordert die Anwesenden zur Unterstützung des Aktionskomitees, welches das Beste erstrebe, auf. Seine Ausführungen, welche großen Beifall ernteten, brachten eine mehrstündige Diskussion, wobei die alten Gegensätze zwischen sog. politischen und praktischen Zionisten hervortraten. Auch die Territorialisten kamen zum Worte durch Herrn S. Rubinstein. Herr Dr. Ringwald nahm die Gelegenheit wahr, den Itoismus aufs schärfste zu bekämpfen, obwohl er bisher selbst ein eifriger Anhänger desselben war. Der Verlauf der Versammlung bewies, daß das Programm des Zionismus noch immer viele Anhänger besitzt und die Ortsgruppe auf starke Vermehrung ihrer Mitglieder im Laufe ihrer Wintertätigkeit Aussicht hat. Holland Arnheirn: In einer gut besuchten Versammlung der hiesigen Ortsgruppe am 6. d. M. referierte Herr S. Hoofien aus Amsterdam, Delegierter am letzten