Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 11 (1907)
- Issue
- 41 (11.10.1907)
- Date
- 1907-10-11
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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zu verbessern. Herr Generaldirektor Dr. Wiegand war außerordentlich entgegenkommend und besprach persönlich alle Einzelheiten. In Begleitung der genannten Herren inspizierte er auch die Logierhäuser in allen ihren Einrichtungen und versprach alle vorgebrachten Wünsche gerne zu erfüllen. Die Verhandlungen führten denn auch zu förmlichen Abmachungen, deren wesentliche Punkte folgende sind: Es steht dem Komitee frei, jederzeit einen von ihm ausgewählten, vom Lloyd bestätigten Beamten als Vertrauensmann der Komiteepassagiere mit dem Galvestontransport nach Galveston zu senden. Der Lloyd gewährt diesem Begleiter freie Hin- und Rückfahrt und Verpflegung. An Stelle der bisher ausschließlich üblichen Konserven soll sobald als möglich eine rituell jüdische Küche unter Rabbinatsaufsicht von Dr. Rosenak eingeführt werden. Es sollen die Kapitäne und die Besatzung auf ihre Pflicht, den Passagieren eine gute Behandlung angedeihen zu lassen, aufmerksam gemacht werden, und von Zeit zu Zeit soll ihnen diese Pflicht erneut in Erinnerung gebracht werden. Es wird ein Logierhaus ausschließlich für jüdische Passagiere bereit gestellt und dafür gesorgt, daß alle jüdischen Passagiere, soweit Platz in dem bereitgestellten Logierhaus vorhanden ist, auch dort untergebracht werden. Das Logierhaus wird enthalten: einen Betsaal, einen Lesesaal, einen Raum zur Aufbewahrung der dem Komitee gehörigen Kleidungsstücke etc. Es muß dem Komitee das Recht eingeräumt werden, die Einrichtungen des Logierhauses in fortwährendem Einvernehmen mit dem Norddeutschen Lloyd ständig zu überwachen. Das Komitee wird seine Wünsche über Einrichtung, Beherbergung und die Einzelheiten der Verpflegung der Verwaltung der Auswandererhallen bekannt geben, die ihrerseits dieselben, soweit irgendwie möglich, nach besten Kräften berücksichtigen, wie überhaupt bestrebt sein wird, den Wünschen des Komitees wie auch der Auswanderer in jeder Weise gerecht zu werden. Bei der Art der Verpflegung, deren rituelle Beaufsichtigung wie bisher Herrn Dr. Rosenak unterstehen muß, ist auf die rituellen Gebräuche und das religiöse Empfinden der jüdischen Emigranten, namentlich anSabbaten und jüdischen Festtagen, gemäß denWünschen der Komitees besondere Rücksicht zu nehmen, wie überhaupt dafür Sorge getragen werden muß, daß eine Atmosphäre geschaffen wird, die den humanitären und jüdischen Ansprüchen voll gerecht wird. Der Triumph des „Yiddish" Die Union of Jewish Literary Societies (Der Verband der jüdischen Literaturvereine Englands) eröffnete sein Winterprogramm am Samstag d. 28. September durch eine Feier zu Ehren und zur Unterstützung von Morris Rosenfeld. Die Veranstaltung war in mehrfacher Hinsicht hochinteressant. Zunächst sei festgestellt, daß die Rosenfeldfeier den stärksten Besuch von allen jemals seitens der Union veranstalteten Abenden aufwies. Bedeutungsvoller aber ist die Tatsache, daß überhaupt ein Morris-Rosenfeld-Abend, ein Abend zu Ehren eines Jargondichters, von der Union arrangiert wurde und zudem als erste Vorlesung in der neuen Saison. Der „Jewish World" schreibt aus diesem Anlaß unter der bezeichnenden Überschrift „Der Triumph des Yiddish": Die Union of Jewish Literary Societies ist von allen jüdischen Organisationen Englands die spezifischst englische, eine Vereinigung, die ganz und gar in der englischen Seele und dem englischen Leben wurzelt. Was hat eine solche Vereinigung mit einem Dichter der jüdischen Sprache zu tun? Wie lange erst ist es her, daß der typische englische Jude, und deren gibt es jetzt noch eine genügende Anzahl, jede Gemeinschaft mit einer Körperschaft weit von sich gewiesen hätte, die es unternimmt, den Gebrauch des „Yiddish" zu fördern? Und heute sehen wir einen Verband jüdischer Literaturvereine, die alles, was an jüdischer Kultur und hoher Intelligenz in der jüngeren Generation der englischen Juden zu finden ist, umfaßt und die in der Rezitation von Gedichten eines Jargondichters ihre erfolgreichste Attraktion findet. Wir haben es hier mit einem wunderbaren Wechsel in dem Volksempfinden zu tun, und dieser Wechsel ist bezeichnend für eine Zeit, die die höchste Beachtung aller verdien^ die die Welt um sich verstehen und die Strömungen unterscheiden wollen, die das moderne Judentum ausmachen. Verband der deutschen Juden. Für die Hauptversammlung des Verbandes der deutschen Juden am nächsten Sonntag sind, wie der Ortsausschuß mitteilt, die Anmeldungen für Zuhörerkarten bereits vor Eröffnung des Ausgabebureaus so zahleich eingelaufen, daß eine größere Anzahl von Anmeldungen keine Berücksichtigung mehr finden konnte und eine weitere Ausgabe von Karten nicht möglich ist. Der Ortsausschuß bittet zugleich dringend um Rücksendung solcher Karten, die nicht verwendet werden können. Briefkasten der Redaktion M. L. Anvers. Die Adresse lautet: Rüssel & Sons, 17 Bakerstreet, London W. A. K. Tarnow. Verein „Ibriah" Bern (Schweiz). Ch. T. Radautz. Die Monatsschrift existiert nicht mehr. J. F. Krystynopol. Der Coupon Nr. 2 wird mit 60 Heller eingelöst. Sie können denselben auch an uns schicken. Blum, Mannheim. A la Madeleine, pres Chevreuse, Seine et Oise. Unser lieber Gg. Benno Schutz aus Zabrze ist im Alter von 24 Jahren gestorben. Er war einer der ersten organisierten Zionisten in Oberschlesien, hat an der Gründung und dem Ausbau der Ortsgruppen vonQleiwitz und Zabrze den tätigsten Anteil genommen und diente unserer Bewegung im letzten Jahr als Vertrauensmann unserer Organisation in seinem Heimatsort. Wir verlieren einen unserer Sache treu ergebenen und mit hervorragendem Organisationstalent begabten Gesinnungsgenossen. Jm Oktober 1907 Tischri 5668 Namens des Engeren Ausschusses des Gruppenverbandes Oberschlesien: Dr. Stahl Siegm. Rappaport Dr. Weissmann Musia Fleischmann * Carl Stockei empfehlen sich als Verlobte. Tarnopol, Husiatyn. Bei dem unterfertigten Kuratorium gelangt ehestens die Stelle Religionslehrers mit Rabbinatsbefugnissen, der auch als Sekretär des Asyles als Vorbeter und Koreh zu fungieren hat, zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Jahresfixum von K 3600 und der Bezug der üblichen Emolumente verbunden. Nur sehr tüchtige Bewerber, unter denen solche, die zur Abhaltung von Predigten befähigt sind, bevorzugt werden, wollen sich unter Beilage eines ausführlichen, curricul. vitae, Zeugnisabschriften, Photographie, ärztlichem Gesundheitsatteste und Angabe von Referenzen bis Ende September melden bei dem Kuratorium der Königs warter Stiftung in Meran, Tirol.