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Die Welt · 1907-10-11 · 41 (11.10.1907) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
41 (11.10.1907)
Date
1907-10-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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N.o. 41 .DIE}£..i"LLT 13 Längere Debatte beanspruchten die Vorstandswahlen. Gewählt wurden mit größem Mehr die Herren J. Horn als Präsident, M. Färber, M. Fogal, Lilienfeld und E. Hernheim; als Rechnungsrevisoren wurden bestimmt die Herren D. Schmeidler und Steyer. — Die Veranstaltung einer Makkabäerfeier wurde dem Vorstand zur Ausführung übertragen. Eine Berichterstattung über den kürzlich stattgefundenen VIII. Kongreß wird in spätestens vier Wochen stattfinden. — Dem abtretenden Präsidenten Herrn A. J. Rom wird für seine dem Verein, dem er seit seiner Gründung als Vorstandsmitglied angehörte, geleisteten Dienste der verbindlichste Dank ausgesprochen und zu dessen Ehren ein Ölbaum gesetzt werden. England Liverpool: Die Liverpooler Zionisten sind in eine lebhafte Agitation für das Studium der hebräischen Sprache eingetreten. Die zionistischen Frauenvereinigungen haben hebräische Kurse für Frauen und Kinder eingerichtet, und der zionistische Jugendverein beabsichtigt, demnächst das gleiche zu tun. Dublin: Im zionistischen Jugendverein sprach Mr. A. Ponterfield Rynd über „Rassenfreundschaft": dem Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion. Südafrika Kapstadt: Den Zionisten Kapstadts erstattete ihr Kongreßdelegierter Ab r. M.Alex and er am 15. September in einer sehr stark besuchten Volksversammlung in den Zionist Halls Bericht über den VIII. Kongreß. Zu Beginn seiner Ausführungen verbreitete sich Herr Alexander, der von der Versammlung überaus enthusiastisch begrüßt wurde, über die Lage des Zionismus in Amerika, die zu studieren der Redner bei seiner jüngsten Reise hinlänglich Gelegenheit hatte. Der amerikanische Zionismus, führte er aus, hat noch eine große Zukunft vor sich. Die Organisation verfügt dort über außergewöhnlich gute Kräfte und ist in jeder Beziehung nachahmenswert. Vom Haager, Kongreß hat der Berichterstatter einen sehrguten Eindruck empfangen. Die Verhandlungen waren sachlich und würdig, die Beschlüsse sehr bedeutungsvoll. Die Neuorganisation der Leitung dürfte bald gute Früchte tragen, indessen sei zu einer gedeihlichen Arbeit in erster Linie die eifrige materielle Unterstützung der Gesinnungsgenossen in aller Weit erforderlich, die alles aufbieten müßten, um der Leitung bald einen großen Parteifonds zur Verfügung zu stellen. Die Ausführungen wurden mit großem Beifall aufgenommen. Nach einer kurzen Diskussion wurde die Versammlung unter dem Gesänge von nationalen Liedern geschlossen. Pretoria: Die achte Jahresversammlung der Pretoria Zionist Association fand in der Masonic Hall statt. In seinem Berichte führte der Schriftführer aus, daß die Vereinigung für den Russischen Waisenfonds £ 200.— gesammelt habe und daß £ 30.— für das Goldene Buch aufgebracht worden seien. Die Zahl der verkauften Schekel betrug 250.—. Bei der Vorstandswahl wurde Herr M. Rosenberg zum Präsidenten gewählt. Es wurde beschlossen, den Verein in das Goldene Buch einzutragen. Graaffreinet: Am 8. September hielt Herr M. Herbstein in der Graaffreinet Zionist Association einen Vortrag über die zionistischen Aufgaben der Gegenwart. Der Vortag wurde sehr beifällig aufgenommen. Finden Nationalfonds und den Herzlwald wurde gesammelt. In der anschließenden Wahl wurde Herr M. Herbstein zum Vorsitzenden und J. Lichtenstein zum Kassierer der Vereinigung gewählt. Zur Anerkennung der jüdischen Nationalität Von den Mitgliedern der zionistischen Studentenverbindung an der Wiener Universität wird anläßlich des Beginnes des Studienjahres die bereits früher eingeleitete Agitation zugunsten der Anerkennung der jüdischen Nationalität wieder aufgenommen. In einem massenhaft verbreiteten Flugblatt werden die zionistischen Studenten u. a. aufgefordert, in die Rubrik „Muttersprache" nicht mehr „deutsch4', sondern eine andere Sprache einzutragen. Jüdische Massenmeetings für das allgemeine Landtagswahl recht Lemberg: Im Sinne des von der Leitung der jüdisch-nationalen Partei gefaßten Beschlusses setzte die Agitation für das allgemeine Landtagswahlrecht mit einer Reihe von Volksversammlungen am 2. Oktober im ganzen Lande ein. Auf der Tagesordnung stand neben der Frage des allgemeinen Wahlrechtes auch der nationale Kataster. Bs haben heute in ganz Galizien über 50 jüdische Volksversammlungen stattgefunden, die sich für die Einführung des nationalen Katasters aussprachen und diese ihre Beschlüsse dem Landmarschall sofort telegraphisch mitteilten. Die hier unter Vorsitz des Dr. Zipper heute stattgehabte jüdische Volksversammlung nahm nach einer sehr lebhaften Diskussion gleichfalls eine Resolution an, in der das gleiche allgemeine Landtagswahlrecht sowie der nationale Kataster verlangt werden. Die jüdische Bevölkerung in ganz Galizien ist entschlossen, mit allem Nachdrucke eine ihrer Zahl, Intelligenz und Steuerkraft adäquate Vertretung im Landtage zu beanspruchen. Eventuelle Abmachungen mit den Moschkos werden der Landtagsmajorität nichts nützen; die Macht der oppositionellen Elemente nimmt im Lande mit jedem Tage zu. Wenn es die Majorität durchaus will, kann sie die Juden auch auf dieser Seite finden. Die 800 000 galizischen Juden haben es endlich satt, sich drangsalieren und bevormunden zu lassen. Die jüdische Bevölkerung und insbesondere die jüdisch-nationale Partei wird dafür sorgen, daß der nationale Kataster nicht von der Tagesordnung verschwindet. Empfang einer zionistischen Deputation durch den galizischen Landmarschall Lemberg, 3. Oktober. Unter Führung der zionistischen Reichsratsabgeordneten Stand und Dr. Gabel begab sich heute nachmittag eine aus 25 Personen bestehende Deputation, welche die zionistische Bevölkerung von 40 galizischen Städten repräsentierte, zum Landmarschall Grafen Badeni, um ihm die Resolutionen der zionistischen Versammlungen zugunsten des allgemeinen Wahlrechtes für den Landtag und zugunsten der Schaffung eines nationalen Katasters für das polnische, ruthenische und jüdische Volk zu überreichen. Der Sprecher der Abordnung, Abgeordneter Stand, betonte in seiner Ansprache an den Landmarschall,

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