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Die Welt · 1907-10-11 · 41 (11.10.1907) · page 9

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Journal
Die Welt
Volume
11 (1907)
Issue
41 (11.10.1907)
Date
1907-10-11
Page
– (sequence 9)
Language
German
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No. 41 DIEIaEELT 11 Deutschland Breslau: Am 3. Oktober fand die Generalversammlung der „Breslauer Zionistischen Vereinigung" statt. Aus dem einleitenden Bericht des Vorsitzenden, Zahnarzt Schachtel, entnehmen wir folgendes: Es wurden 3 große Versammlungen veranstaltet, in denen Dr. Heinrich Sachse, Elias Auerbach, Dr. Schemarjah Lewin und Dr. Bloede sprachen. In kleineren Versammlungen sprachen: im September Dr. Sandler: Ergebnisse und Anregungen der Jahreskonferenz, — im Oktober Dr. Becker: Organisationsfragen, — im Januar H. Schachtel: Palästina-Industrie-Syndikat, — Bericht über den oberschlesischen Zionistentag, — im März Dr. Curt Weiß: Der achte Kongreß. Mitgliederversammlungen fanden außerdem im August und November statt. Im August 1906 wurde eine Versammlung in Namslau veranstaltet, bei der Dr. Sandler über „10 Jahre politischer Zionismus" sprach. Im Dezember sprach in Militsch Zahnarzt Schachtel über „Zionismus". Im selben Monat wurde ein Makkabäerfest zu Gunsten der Pogromwaisen veranstaltet, das einen Überschuß von 290 Mk. ergab. Vor Tischabeaw wurde mit Erfolg zu Spenden für den N. F. aufgefordert, ebenso und auch mit gutem Erfolg vor Rosch-haschanah zu Ablösung der Glückwünsche. Dr. Sandler wurde nach seiner Rückkehr aus Palästina vom hiesigen Esravorstand in diesen kooptiert, außerdem wurde er vom Ferienkurs israelitischer Lehrer, der im Juli hier abgehalten wurde, mit der Abhaltung einer östündigen Vorlesung über Palästina betraut Die Zahl der Schekelzahler stieg von 306 im Jahre 1904/5 (mit 326 Mk. Schekel und 15 Mk. Landesbeiträgen) und 321 in 1905/6 (mit 341 Mk. Schekel und 130 Mk. Landesbeiträgen) auf 353 in 1906/7 (mit 375 Mk. Schekel und 135 Mk. Landesbeiträgen). Andere Sammlungen für den N. F., Ölbäume etc. ergaben in 1906/7 Mk. 2004.— abgesehen von den hier untergebrachten Anteilen am Palästina-Industrie-Syndikat. — Die neue Vorstandswahl ergab: Vorsitzender Zahnarzt Schachtel, II. Vorsitzender Dr. Sandler, Kassierer S. Pionkowski, Schriftführer Dr. Weiß, Beisitzer H." Freyhan und Josef Lachmann. Leipzig: Mittwoch den 25. September 1907 fand hier eine Versammlung von Schekelzahlern statt. Herr Rechtsanwalt Loeffler, Delegierter der hiesigen Ortsgruppe, erstattete Bericht über den VIII. Kongreß. Redner gab insbesondere anschauliche Stimmungsbilder und verstand es, in den zahlreich erschienenen Hörern lebhaftes Interesse für die in nächster Zukunft zu leistende mannigfache zionistische Arbeit zu erwecken. In der Diskussion wurde vor allem über die durch den bekannten Beschluß des Kongresses aktuell gewordene Pflege der hebräischen Sprache geredet, und zwar von ausgezeichneten Vertretern der Ibriah-Bewegung. So wurde denn, nachdem bereits Sonnabend den 21. September ein hebräischer Vortrag von Brainin mit hebräischer i)iskussion ein großes Publikum angelockt und gefesselt hatte, am letzten Sonnabend den 29. September hier -in hebräischer Sprachverein „Ibriah" gegründet, der;,chon 26 Mitglieder zählt. Möge diese aussichtsreiche Tat für das kommende Wintersemester ein gutes Zeichen ^ein! Dessau, 28. Sept. Heute fand die Generalverammlung der hiesigen Ortsgruppe statt. Herr Dr. Ascher leitete die Versammlung mit einer kurzen Ansprache ein. Herr Kantor Blitz hielt einen Rückblick auf die Arbeit im verflossenen Jahre. Er konnte konstatieren, daß die hiesige Qruppe im vergangenen Jahre an allen zionistischen Angelegenheiten regen Anteil genommen hatte. Wie die kleinen Wasser, sagte er, zum großen Meer zusammenfließen, so sind die Kleinarbeiten der Gruppen das Element, aus dem das große zionistische Sammelbecken, der Kongreß, sich bildet. Er forderte die Mitglieder auf, auf dem eingeschlagenen Wege fortzuschreiten. Herr Zigarettenfabrikant Schapiro erstattete den Kassenbericht. Es wurde beschlossen, im kommenden Winter neben den größeren Versammlungen zwanglose Zusammenkünfte zur Besprechung innerer Angelegenheiten im Zionismus zu veranstalten. Der Gruppe wurde der Beschluß des Kongresses über die Bildung eines Parteifonds mitgeteilt. Herr Dr. Ascher, Herr Hofbankier Märker und Herr Dr. Moses zeichneten je 50 Mark. Zum Schluß wurde die Vorstandswahl vorgenommen. Der alte Vorstand wurde per Akklamation wiedergewählt, und zwar Herr Rechtsanwalt Dr. Ascher zum Präsidenten, Herr Dr. Moses zum 2. Präsidenten, Herr Hofbankier Märk er zum Beisitzer, Herr Kantor Blitz zum Schriftführer und Herr M. Schapiro zum Rendanten. Ratibor: Am Sonnabend, den 5. Oktober, veranstaltete unsere zionistische Ortsgruppe eine öffentliche Versammlung, in welcher der Delegierte, Rechtsanwalt Dr. Dobrzinski-Beuthen, über den Haager Kongreß berichtete. Die fesselnden und lebendigen Schilderungen des Referenten ernteten lebhaften Beifall. An der Diskussion beteiligte sich hauptsächlich Herr L, Pinczower. — Die kürzlich stattgefundene Generalversammlung wählte in den Vorstand die Herren: Dr. Kassel, Benjamin, Zahnarzt Block, Adler, Wachsmann und Lomnitz. Hannover: Am Sonnabend d. 28. Septbr. fand im „Hotel zur Post" eine leider schwach besuchte Gruppenversammlung statt. Herr Schnelling erstattete seinen Kongreßbericht. Seine interessanten, etwa Inständigen Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nach Erledigung einiger Gruppenangelegenheiten wurde die Versammlung um IIV2 Uhr geschlossen. Österreich Konferenz der jugendlichen Poale-Zionisten. Am 30. September und 1. Oktober tagte in Lemberg eine Konferenz der „Jüdischen jugendlichen Arbeiter und Handelsangestellten in Österreich", an welcher 47 Delegierte aus 22 Städten teilnahmen. Ins Präsidium wrurden gewählt: Kenner, Seiler und Steinbock. Der Rechenschaftsbericht der Zentrale wies auf das starke und stete Wachstum des Verbandes hin, dem heute trotz der heftigen Konteragitation der Sozialdemokraten 1900 zahlende Mitglieder angehören. In Erledigung der Tagesordnung wurde beschlossen, ein jüdisches Wochenblatt: „Die jüdische Arbeiterjugend" zu gründen, und mit dem allgemeinen Poale-Zionverband in Österreich und mit dem „Internationalen Jugendlichen Verband" in Fühlung zu treten. In kultureller Hinsicht hat die Konferenz den Parteigenossen die Gründung von Kursen und Bildungsgruppen im ganzen Lande empfohlen, wobei den sozialen und nationalen Fragen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Die jugendlichen Delegierten, die zum größten Teil

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